Reisebericht Azoren - Die Azoreninsel Sao Miguel - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

Maui Hookipa Strand

Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht Azoren - Die Azoreninsel Sao Miguel

Reiseberichte
Reisebericht  Azoren-Insel São Miguel
Wir hatten uns für die von Trendtours   angebotene Reise auf die Azoren-Insel São Miguel deshalb entschieden, weil   sie ein interessantes Ausflugsprogramm und als Standort ein einziges 4*-   Hotel enthielt. Auf diese Weise konnten wir die schönsten Punkte der Insel   kennenlernen und in einem einzigen Hotel übernachten.
Das erspart nämlich das dauernde Kofferaus-   und einpacken, wie das oft auf Rundreisen üblich ist. Ein weiterer Vorteil   schien uns darin zu liegen, dass man nicht unbedingt an den Ausflügen   teilnehmen musste. Weiterhin erhofften wir uns bei dem angebotenen Programm,   dass man nicht jeden Morgen früh aufstehen muss, sondern in Ruhe frühstücken   kann. Außerdem waren die uns mitgeteilten An- und Abflugzeiten sehr   frühstücksfreundlich angesetzt.
Dienstag, 16.5.2017
Natürlich   hatten wir vorher ein bisschen im Internet recherchiert und   herausbekommen, dass das angebotene Hotel recht ordentliche Bewertungen   hat und dass das angebotene Programm eigentlich alle interessanten   Highlights abdeckte. Da wir die Azoren nur aus dem Wetterbericht   kannten, genügte uns fürs erste auch der Besuch von São Miguel. In den   Reiseunterlagen stand, dass die Flüge von Niki-Air durchgeführt würden,   was uns als eine renommierte Fluggesellschaft erschien, da es eine   Airberlin-Tochter ist.
Beim Online-Check-In klappte auch alles   problemlos und ich buchte für uns Vier sogar die Sitzplätze kostenlos im   voraus. Vorgeschlagen wurde mir dabei, das Gepäck am Drop-off-Schalter   abzugeben.
So freuten wir uns auf  die Reise und erhofften uns natürlich für   die Woche ein "Azoren Hoch". Diese Karte aus dem Prospekt von Trendtours   stellt ganz instruktiv die Insel mit den vorgesehen Touren dar. Schaut   man sich die Klimadaten an, so gibt es dort leider nicht immer ein   Azoren-Hoch. Vielmehr waren für Mitte Mai Durchschnittstemperaturen von   19° C und für den Abend deutlich kühlere Temperaturen angesagt. Das   erstaunte uns schon, denn immerhin liegen die Azoren mitten im Atlantik etwa auf dem 38. Breitengrad, was der Höhe von Südportugal entspricht.   Mitten im Atlantik ist natürlich nicht ganz richtig, denn bis zur   portugiesischen Küste sind es 1600 km und auf der anderen Seite bis zur   amerikanischen Küste 4100 km. Jedenfalls spielen die Meeresströmungen   eine große Rolle für das Klima dieser Inseln und es waren auf der   Tabelle nur 2   Regentage für den Monat Mai verzeichnet.
So packten wir also neben den T-Shirts noch etwas mit langen Ärmeln und   für den Regen in den Koffer. Einen Schirm nahmen wir auch mit.
Mittwoch, 17.5.2017
Am   Düsseldorfer Flughafen stellen wir uns erst einmal am Drop-off-Schalter   von Airberlin an und erfahren, dass das verkehrt ist. Wir müssen ganz   normal am Schalter 161 -164 von Niki Air einchecken, denn Niki-Air   besitzt gar keinen Drop-off Schalter.
Durch den Online Check-In haben wir also gar keinen Vorteil (nur noch die   Sitzplatzvorwahl). Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass die   Maschine eine halbe Stunde Verspätung hat und um 12:50 starten soll. Als der Flughafenbus uns weit draußen   ablädt, fragen wir uns alle, ob wir überhaupt richtig sind, denn vor uns   steht eine Maschine der Fluggesellschaft Canaria Travel Service - von   wegen Niki Air! Sie ist ziemlich alt und auch die anderen Fluggäste   zögern, die Treppe zum Einstieg hochzuklettern. Da sieht Ute aber   gerade, wie ihr Koffer eingeladen wird und wir steigen ein. Die   Stewardessen sprechen kein Deutsch, aber Englisch und wir erfahren, dass   es sich um eine tschechische Fluggesellschaft handelt. Wir lassen uns aber nicht aus der Ruhe bringen, denn wir sitzen auf   unseren vorgebuchten Plätzen und die Maschine startet um 13:25 Uhr, also   mit einer Stunde Verspätung. Unterwegs gibt es sogar eine Tüte mit   "Cloud-Snacks", einen Müsli-Riegel und eine Flasche Wasser.
Nach einem ruhigen Flug von 4 Std. 20   Min. landen wir in Ponta Delgada und müssen unsere Uhren um 2   Stunden zurückstellen, denn hier ist es erst 15:45 Uhr. Vor dem   Flughafen warten zwei Busse, die die Trendtours-Gäste ins Hotel   bringen. Wir werden dem Bus 46B mit dem Reiseleiter Hugo zugewiesen   und eine halbe Stunde später sind wir an der Rezeption vom The Lince   Azores Great Hotel.
Der Check-In ist perfekt organisiert: Wir geben   unsere Pässe ab, bekommen die Zimmer 415 und 419 im 4. Stock, die   ganz ordentlich sind und gehen erst einmal wieder hinunter in die   Lobby, um unseren Willkommensdrink zu genießen. Reiseleiter Hugo ist   damit beschäftigt, möglichst viele Teilnehmer für die   Walbeobachtungstour morgen Nachmittag zusammenzubekommen, die er   schon im Bus für 65 Euro pro Person angeboten hat. Wir schauen uns derweil ein bisschen   um in dem Hotel und blättern durch die vielen Prospekte, die in der   Lobby zur Verfügung stehen WLAN ist kostenlos und wir bekommen mit   dem WiFi -Code von der Rezeption einen recht guten Empfang. Der   Speedtest ergibt 5065 kbit/s für den Download und 6693 kbit/s für   den Upload. Das erstaunt mich sehr, denn ich habe noch nie erlebt,   dass der Upload besser war als der Download. Allerdings   klappt der Internetempfang auch nur hier in der Lobby so gut, in den   Zimmern sieht das deutlich schlechter aus und manchmal fällt er auch   ganz aus.
Mit dem modern gestalteten und sehr ökonomisch ausgestatteten Hotel   sind wir eigentlich sehr zufrieden. Alles wirkt sehr kühl und   sachlich, aber die Zimmer haben alles, was man braucht und das   Personal an der Rezeption ist sehr freundlich.
Wenn Sie nähere Informationen zu dem   Hotel und den Zimmereinrichtungen benötigen, schauen Sie doch einmal   auf meine Beurteilungen dazu, die ich bei Holidaycheck und beim   Tripadvisor veröffentlicht habe.

Beim Blick aus dem Fenster von Zimmer 419 schaut man   über die Dächer der Wohngebäude und sieht in der Ferne das Meer.
Mit dem modern gestalteten und sehr ökonomisch ausgestatteten Hotel   sind wir eigentlich sehr zufrieden. Alles wirkt sehr kühl und   sachlich, aber die Zimmer haben alles, was man braucht und das   Personal an der Rezeption ist sehr freundlich.
Wenn Sie nähere Informationen zu dem   Hotel und den Zimmereinrichtungen benötigen, schauen Sie doch einmal   auf meine Beurteilungen dazu, die ich bei Holidaycheck und beim   Tripadvisor veröffentlicht habe.
Das Büffet am Abend ist   durchschnittlich und der Ansturm sehr groß, weil das Hotel voll   besetzt ist. Der Service ist ok. und freundlich, die Preise für die   Getränke sehr moderat. Wir bezahlen für ein Bier 1,50 €, für ein   Glas Wein 2,70 €. Trinkgeld wird am Tisch keins erhoben, man zahlt   beim Hinausgehen an der Kasse bar oder durch Unterschrift.
Nach dem Abendessen   machen wir noch einen Spaziergang hinunter zum Hafen und über die   Uferpromenade zur Altstadt. Wir sind ziemlich enttäuscht, weil alles   sehr trostlos und verfallen aussieht. Es sind kaum Menschen auf den   Straßen, obwohl es erst 19:45 Uhr ist und die Temperatur 18°C   beträgt. Die Häuser sind teilweise ziemlich heruntergekommen und   stehen vielfach zum Verkauf. Das hatten wir uns ganz anders   vorgestellt, zumal wir vorher in Madeira gewesen waren.
Die Straßen sind eng, meist mit Kopfsteinpflaster belegt und für Fußgänger ist kaum Platz. Die Bürgersteige sind äußerst schmal und enden manchmal abrupt. Wenn man nicht aufpasst, wird man von den Außenspiegeln der vorbeifahrenden Autos angestoßen.
Donnerstag, 18.5.2017
Das   Frühstücksbüffet ist im Gegensatz zu dem Büffet gestern Abend sehr   ansprechend. Es gibt verschiedene Brotsorten, frisches Obst   (hauptsächlich Ananas, Melonen und Trauben), Käse, Wurst und für ein   amerikanisches Frühstück Rührei, Speck und Würstchen. Der Kaffe   kommt aus Warmhaltebehältern und die Bedienung ist sehr freundlich..
Wir sind froh, dass Reiseführer Hugo die Abfahrtszeit auf 9:00 Uhr   festgelegt hat. Im Bus erklärt er uns den Stadtrundgang, den er am   heutigen Vormittag mit uns machen will. Dazu steigen wir am Campo   Sebastião aus, wo das Auswandererdenkmal steht. Unsere Gruppe   besteht aus 39 Leuten und ist vom Alter her gemischt.
Hugo schildert die Geschichte der Insel und der Stadt, die Anfang   des 16. Jahrhunderts nur eine kleine Fischersiedlung war. Hauptstadt   wurde sie erst, als Vila Franca do Campo durch ein Erdbeben 1522   zerstört wurde. Das Fort, das danach gebaut wurde, zog viele Bauern   in dessen Umgebung und man lebte vom Fischfang, von der   Landwirtschaft und vom Handel. Die Insel war lange Zeit   Versorgungsstation für die Schiffe, die von Portugal nach Südamerika   fuhren. Eingeschleppte Seuchen und Naturkatastrophen führten aber   zum Niedergang der Insel,
zumal der   Orangenanbau weitgehend durch Pilzbefall vernichtet wurde. Auch der   Freihandelshafen kam nicht zu der ihm angedachten Bedeutung. Erst   die Befestigung der Uferpromenade nach dem 2. Weltkrieg sorgte   dafür, dass das Meer nicht mehr bis an die Häuser herankam und bei   Sturm die Keller überflutete. Das bemängelt unser Reiseführer Hugo allerdings sehr,   weil dadurch große Teile des alten Hafens zubetoniert wurden und   damit wertvolle historische Bauten zerstört wurden. Die Hochhäuser hasst er   ebenfalls, die in den achtziger und neunziger Jahren   gebaut wurden. Da bekam Portugal nämlich kräftige Finanzspritzen der   EU, die dazu  führten, dass Kirchen und Straßen restauriert   wurden, Museen eingerichtet und große Hotels gebaut wurden.

Wir sind sehr beeindruckt von den   wunderschön gepflasterten Plätzen.

Die typischen Hausfassaden aus dunklen   Vulkansteinen und weißem Anstrich sind das Kennzeichen der Insel.
Im Gegensatz zu unserem Spaziergang gestern sind wir doch etwas versöhnt, weil dieser Teil der Stadt einen wesentlich besseren Eindruck macht. Man kann jedoch nur in Ruhe durch die Fußgängerzone spazieren, in den anderen Straßen stört der Autoverkehr gewaltig.
Die Stadt schmückt sich schon für die Festlichkeiten, die am Freitag Nachmittag mit einer großen Prozession zur Kirche Santo Christo beginnen und die folgenden Tage hohe Besucherzahlen aus der Stadt und der ganzen Insel erwarten lassen.
Das Obst- und Gemüseangebot entspricht dem unseren in Deutschland;   allerdings werden viele Früchte vom Festland oder aus anderen   EU-Ländern importiert.
Das Angebot von Fischen und Meerestieren ist nicht besonders groß; aber alles ist fangfrisch. Positiv finden wir, dass die Fische in einer Nebenhalle angeboten werden.
In den   letzten 15 Jahren hat man den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt,   Kreuzfahrtschiffe hierhin gelockt  und die Natur der   immergrünen Insel für Wanderungen und Thermalbäder erschlossen. Unser Rundgang führt am Theater vorbei zum Mercado, der aber nicht   besonders spektakulär ist. Total   erstaunt sind wir über die sauberen Straßen. Die sind zwar alt und   eng, aber nicht schmutzig. Und in den Hauseingängen und Häuserecken   liegt auch kein Abfall und kein Schutt. Den Grund dafür sehen wir in   der Fußgängerzone, wo ein Straßenreiniger zu Fuß gerade mit einem großen Staubsauger die Ecken saubermacht. Nachdem wir das bemerkt haben, fallen uns auch deutlich mehr Straßenreiniger auf. Die engen Straßen und Gassen sind ein echtes Problem. Die Autofahrer sind aber geduldig und keiner hupt. Sie lassen den Fußgängern immer den Vortritt. Dennoch ist es schon schwierig für beide, sich durch die engen Gassen hindurchzumanövrieren. Beeindruckend sind jedenfalls die vielen Mosaike auf den Straßen,   die aus weißen Kalksteinen und grauen Granitsteinen gebildet wurden. So auch vor   dem Rathaus, wo das Denkmal des Heiligen Michael steht, nach dem die   Insel benannt ist. Hier einige Bilder vom Stadtrundgang:
Die   Führung ist damit zunächst zu Ende. Hugo erklärt uns, welche Sehenswürdigkeiten es sonst noch gibt und versammelt alle auf der Empore vor der Kirche, die sich zur Walfangtour angemeldet haben. Das Wetter ist nicht schlecht und er verspricht, dass man mit Sicherheit Wale und Delphine sehen wird, zumal das Gebiet um die 9 Azoreninseln ein bevorzugtes Lebens- und Durchzugsgebiet für Wale ist. 24 Walarten sind hier gesichtet worden, das entspricht einem Drittel aller bekannten Wale. Der Walfang hatte im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung für die Azoren. Gejagt wurden damals vorwiegend Pottwale. Es ollen mehr als 20 000 pro Jahr erlegt worden sein. Im 20. Jahrhundert war dann Schluss mit dieser Jagd und der gesamte Wirtschaftszweig verlor seine Bedeutung.
Wir haben uns nicht angemeldet, da wir schon viele Walbeobachtungstouren mitgemacht haben. Und das mit wesentlich kleineren Schlauchbooten. Die Boote hier haben nämlich Platz für 80 Personen und dürfen gar nicht nah an die Wale heran. Das gefällt uns weniger und deshalb verzichten wir auf die Tour, die 68 Euro pro Person kosten soll. Der Bericht unserer Mitreisenden am Abend gibt uns Recht: Die haben nämlich nur die Schwanzflossen einiger Wale aus der Entfernung gesehen.
Statt der Walbeobachtungstour nutzen wir den Nachmittag für einen Spaziergang durch   den Garten Santa Ana. Eigentlich besteht der aus zwei Teilen: Auf   der linken Seite befindet sich der Palaçio de Santa Ana, das ist ein   Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das man leider nicht betreten   darf, weil der Präsident dort wohnt.

Für 1 € Eintritt darf man durch den Garten mit vielen exotischen Bäumen und Pflanzen   spazieren. Das Wetter ist schön, der Garten ist   total ruhig und wir erholen uns ein wenig auf den Parkbänken, die   überall zwischen den blühenden Blumenbeeten stehen. Das Wetter ist schön, der Garten ist total ruhig und wir erholen uns ein wenig auf den Parkbänken, die überall zwischen den blühenden Blumenbeeten stehen.

Der rechte Teil des Gartens mit den mächtigen alten Bäumen ist nicht so schön und ein bisschen verwildert.. Er ist zum Botanischen Garten umgewidmet worden. Häufig finden in dem Bankettsaal des Palaçio José de Canto Hochzeiten statt.
Die Kapelle Santa Ana ist die bevorzugte Stätte für romantische Trauungen.
Nach einem Besuch im Käseladen an der   Markthalle trinken wir noch einen Cappuccino an der Hafenpromenade   und lernen den wichtigen Begriff für einen Milchkaffee. In Madeira   wurde der "chinesa" genannt. Hier heißt er "meia de leite".
Anschließend reservieren wir einen Tisch im Restaurante San Pedro   für heute Abend. Es ist inzwischen schon richtig warm geworden und   wir sind sehr zufrieden mit dem Wetter des heutigen Tages.
Freitag, 19.5. 2017
Um 9:10 Uhr fahren wir ab, aber   nicht nach Sete Cidades, wie es im Programm steht, sondern Hugo   erklärt uns, dass er die Tagesprogramme verschoben hat, weil er in   den Wetterbericht geschaut hat und dass er gern für uns die   Möglichkeit schaffen will, heute Nachmittag gegen 16:00 Uhr zurück   zu sein, damit wir am  Abend das Einschalten der Lichter zur   Festa do Senhor Santo Christo dos Milagres miterleben können und   danach am   Sonntagnachmittag die Prozession durch die Stadt besuchen können. Damit sind wir   natürlich sehr einverstanden, zumal er davon schwärmt, das sei das   größte Fest auf den Azoren und wir sollten das unbedingt miterleben.
Es geht heute nach Osten an der Küste   entlang und der Lagoa do Fogo ist unser Ziel. Es ist noch früh am   Morgen und die Sonne ist noch nicht durch die Wolken gedrungen. Das   ist ein bisschen schade, denn für gute Fotos von den Stränden fehlt   das Sonnenlicht. Hier ein Bild von Areal Grande mit der Pfarrkirche von São Roque:
Die Strände sind von dunklem Sand bedeckt und sehen jetzt   außerhalb der Saison nicht sehr einladend aus. Aber vom Bus aus kann   man die Strände sehen und verstehen, dass es bei den Inselbewohnern   beliebte Badestrände sind.
In Lagoa besichtigen wir eine Töpferei, die schon seit 250 Jahren   Krüge, Vasen und Kacheln herstellt. Man kann sehen, wie früher alles   von Hand geformt, bemalt und gebrannt wurde. Heute ist es nur noch   ein Freilichtmuseum mit einem Shop. Man merkt, dass São Miguel alle   Orte und Manufakturen, die sich irgendwie als touristische   Attraktion eignen, in die Rundfahrten einbaut.
  
Danach fahren wir weg von der Küste   hinauf in die Berge bis auf fast 1000 m Höhe, sodass man oben über   die Weiden und Vulkankrater auf beide Seiten der Insel blicken kann,   die hier nur 18 km breit ist.

Blick vom Miradouro da Macela über die Insel. Im   Hintergrund links ist Ponta Delgada zu sehen.
Hugo erklärt die geomorphologischen   Bedingungen, unter denen sich die Insel entwickelt hat. Alle Wiesen   sind wunderschön grün und saftig. Wir bedauern es ein wenig, dass   wir nicht einen Monat später hier sind, denn am Wegesrand stehen   üppige Hortensienbüsche , die hier wild gedeihen und zur Zeit der   Blüte ein farbenprächtiges Bild abgeben müssen. Man müsste   tatsächlich diese Insel im Juli besuchen. Jetzt lassen sich in den   Stauden nur wenige Blüten erkennen. Anders ist das mit den Azaleen,   die an vielen Stellen in voller Blüte sind. Auch die Lilien blühen   überall. Die Bäume treiben gerade erst aus, sodass die Platanen und   Ahornbäume nur kleine grüne Spitzen haben. Dazwischen sind die   japanischen Schirmtannen, Sicheltannen und Araucarien vielfach ein   Blickfang, weil sie als riesige Exemplare herausragen. Es ist schon   ein fantastisches Klima, was hier auf den Azoren das ganze Jahr über   herrscht.
Ein Stückchen weiter halten wir dann am Aussichtspunkt in Barrosa,   von dem aus man einen schönen Blick auf den Lagoa do Fogo hat:

Leider scheint die Sonne von der   falschen Seite, weil es noch Vormittag ist. Und manchmal   verschwindet sie ganz. Man müsste am Nachmittag hier sein, dann   ergäbe das sicher ein spektakuläres Foto.
Wir machen noch zwei weitere Stopps und schießen viele Fotos, bevor   es den Berg hinunter auf die Nordseite der Insel geht. Dabei kommen   wir an einem Geothermie - Kraftwerk in der Nähe der Caldeira   Velha vorbei. In letzter Zeit haben   nämlich auch die Azoren begriffen, dass man auf die Dauer mit Öl und   Gas als Energiequellen nicht weiterkommt.

Schließlich gibt es genug   Vulkanismus auf den Inseln und man fand bereits in einer Tiefe von   500 Metern Temperaturen von 200°C. Daher lohnen sich die Bohrungen   und inzwischen deckt São Miguel mehr als 40% des Energiebedarfs   durch geothermische Kraftwerke ab.

Wir machen einen Spaziergang durch die Caldeira Velha. Das ist ein Naturschutzpark mit heißen Quellen und Fumarolen.
Die Naturlandschaft mit den riesigen Farnen und den tropischen Pflanzen erinnert sehr stark an Neuseeland. Der Park ist schön gestaltet mit vielen Wanderwegen, von denen einer zu einem Wasserfall führt, dessen Wasserlauf man über Fumarole geführt hat, die es auf 38°C erwärmen, sodass man in einem dort angelegten Naturbecken baden kann. Es sitzen einige Leute darin wie in einem Whirlpool und sind ganz happy. Das Wasser ist durch Eisenoxid rot gefärbt und an manchen Stellen treten Schwefeldämpfe aus.   Unser Reiseführer Hugo demonstriert eine Dampffontäne, indem er seinen Zigarettenrauch in eine Öffnung bläst und dadurch eine chemische Reaktion mit den CO2-Bestandteilen seiner Ausatemluft und dem Schwefelwasserstoff der Sulfatare einen kräftigen Dampfausstoß erreicht. Er will uns nicht davon abhalten, auch ein Bad zunehmen, erklärt aber, dass sich das hier eigentlich nicht lohne, denn wir hätten ja noch eine Fahrt nach Furnas vor uns und dort sei das Thermalbecken wesentlich größer und schöner.
Mittags sind wir dann in Ribeira Grande an der Nordseite, die heute die zweitgrößte Stadt der Insel ist. Auf dem Platz vor dem Stadttor gönnen wir uns einen Meia de leite und genießen die warme Mittagssonne. Wir sind erstaunt über die günstigen Preise hier: Ein Bier (0,25 l) kostet 75 Cents, Kaffee und Cappuccino 1,20 €. Und das alles inclusive 18% Mehrwertsteuer!

Nach einem Spaziergang durch die Stadt werfen wir noch einen Blick auf den breiten dunklen Strand und das Schwimmbad, in das gerade Wasser für die Badesaison eingelassen wird. Um die Stadt herum liegen viele kleine Badebuchten zwischen den steil abfallenden Lavaklippen.  Dazu sind viele Campingplätze, Golfplätze und Spielplätze angelegt worden, um für die Bevölkerung attraktive Ausflugsziele an der Küste anzubieten.
  
Wir halten noch an verschiedenen Aussichtspunkten, aber die Sicht ist wegen des bedeckten Himmels nicht besonders gut. Zum Schluss wird es sogar ziemlich windig und ungemütlich.
Um 16:00 Uhr sind wir wieder im Hotel und nach dem Abendessen spazieren wir zum Platz vor der Kirche St. Sebastian, um die Einschaltung der Beleuchtung für das Santo Christo Fest mitzuerleben.



Die engen   Nebenstraßen sind voll, denn alle Leute wollen um 21:00 Uhr die Beleuchtung   sehen, die zum Fest Santo Christo dann    eingeschaltet wird. Mit viel Trara, Pauken und Trompeten und vielen   Zuschauern werden die Festtage eröffnet. Alles ist mit Tausenden von   Glühlampen bunt beleuchtet und sieht toll aus. In den Nebenstraßen,   durch die die Prozession am Sonntag zieht, sind Lichterketten mit   christlichen Symbolen angebracht.

Viele Handwerker haben wochenlang an den Dekorationen gearbeitet und werden von ihren Firmen zu diesem Zweck sogar beurlaubt. Wir kommen kaum durch die Menschenmassen, finden aber auf dem Rondell in der Mitte des Platzes einen guten   Beobachtungspunkt. Aus dem ganzen Land sind Blaskapellen und Fanfarenchors angereist, um ihren musikalischen Beitrag zu leisten. Je dunkler es am Abend wird, um so besser entfaltet sich die farbenprächtige Beleuchtung  der Kirche.
Samstag, 20.5. 2017
Um 9:10 Uhr geht es   los zu unserer heutigen Tour nach Sete Cidades. Dazu fahren wir   zunächst ein Stück an der Küste entlang und biegen dann in die Berge   ab in Richtung Lagoa de Carvão. Auf 800 m  Höhe machen wir  einen Fotostopp an der Straße, wo man einen schönen Blick auf die Nordküste hat.  Das Wetter ist wunderschön und die Sonne scheint. Wir sind begeistert, zumal  alles grün ist und die Sicht 60 km weit bis ans andere Ende der Insel reicht.

Ein Stück   weiter halten wir an einem Aquädukt aus Lavasteinen und den kleinen   Seen Lagoas Empanadas in einer Caldeira.
  
Als wir näher an das Aquädukt   herangehen, sehen wir, dass es total von Moos und Flechten   überwuchert ist und malerisch aussieht. Die Lavasteine sind   vollkommen verschwunden. So ist auch in der ganzen Landschaft: Von   Vulkanen und Lava ist nichts mehr zu sehen. Wir bekommen einen   Vorgeschmack von den schönen Ausblicken, die uns von hier oben   erwarten, denn die Felder und Wiesen sind saftig grün und viele Kühe   grasen auf den Weiden. Für Viehzucht ist das die ideale Gegend hier.   An den Straßenrändern blühen Azaleen, in den Vorgärten Cannas und   Bougainvilleas. Wir bedauern es wieder, dass wir nicht im Juli hier   sind, wenn die Hortensien blühen, denn es gibt Unmengen von   Hortensienbüschen, die hier wild wachsen. Während der Blüte muss das   alles toll aussehen. In der Ferne erblicken wir dann das erste   Highlight, nämlich den Lago Azul, der unser heutiges Ziel ist.

Durch das Busfenster   sehen wir den See im Krater und je näher wir kommen, desto   gespannter sind wir, wie er aussieht, wenn wir am Aussichtspunkt   aussteigen. Und tatsächlich: Da offenbart sich die ganze Schönheit   des Sees mit dem Krater.

"Vista do Rei" (Königsblick)  nennt man den Aussichtspunkt, an   dem man den gesamten Krater mit dem Lagoa Azul und dem Lagoa Verde   überblicken kann. Es stehen zwar viele Busse dort oben, weil heute   ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, aber Hugo lässt uns viel Zeit   zum Herumspazieren, sodass wir uns den schönsten Platz zum   Fotografieren aussuchen können. Der Blick ist überwältigend; es ist   wirklich ein echtes Postkartenmotiv. Ich klettere ein Stück den Hang   hinauf und fotografiere von der Mauer des ehemaligen Hotels.   Eigentlich ist dort unten nämlich nur ein einziger See, der durch   eine Brücke in zwei Hälften getrennt wurde. Durch die   unterschiedlichen Algen und Mikroorganismen erscheinen die Teile   andersfarbig. Ein Stückchen weiter   halten wir noch einmal am Miradouro Cerradas das Freiras, wo ich ein   Panoramafoto versuche. Hier der Blick auf den Lagoa Azul und den Lagoa Verde vom Miradouro Cerradas das Freiras:
Von dort aus gehen wir zu Fuß an der Straße entlang bis zum Lagoa de   Santiago. Der Ausblick ist zwar nicht so spektakulär, aber dennoch   wunderschön.

Die Mittagspause   verbringen wir in Sete Cidades direkt am See auf der sonnigen   Terrasse eines Cafés. Danach machen wir einen Spaziergang durch das   Dorf.

Es ist total ruhig am See und im Dorf.   Die   Touristenbusse sind alle weg. Die Kirche Sankt Nikolaus, die man   durch einen Säulengang erreicht, der durch uralte, riesige   japanische Sicheltannen gebildet wird, liegt idyllisch mitten im   Dorf. Sie ist das Traumziel aller jungen Pärchen in São Miguel, die   sich die Kirche als Idealen Trauungsort vorstellen.
Die Fahrt geht weiter zur Ponta do   Escalvado, einem Aussichtspunkt an der Westseite der Insel. Von dort   kann man über die Steilküste auf die Bucht und den Ort Mosteiros   hinüberblicken.
Reiseführer Hugo erzählt uns unterwegs viel über die   Besiedlungsgeschuchte dieser Nordwestecke, die wegen der   eingewanderten Franzosen Bretanha heißt.
Durch viele Serpentinen und schmale Ortsdurchfahrten muss uns unser   Busfahrer Daniel hindurchmanövrieren, weil wir nach der Anordnung   von Hugo nicht die Hauptstraße nehmen, sondern durch die einzelnen   Orte an der Küste fahren. Er möchte uns die Landschaft auf ihren   ursprünglichen Straßen  und den typischen kleinen Häusern der   früheren Siedler zeigen. Das ist auch sehr interessant, zumal es zwischendurch immer   spektakuläre Ausblicke auf Buchten, Vulkankegel und Windmühlen gibt. Wir besichtigen auch an den Kanal Junta Geral, der dafür sorgt, dass das Wasser des Lagoa Azul bei Hochwasser ins Meer abfließen kann.
    
Die Klippenformation vor Capelas   sollen wir als Elefantenherde erkennen, was nur mit viel Fantasie   gelingt.
    
Eine Kaffeepause legen wir in Capelas ein, wo jetzt am Wochenende doch einige Paare im Meeresschwimmbad auf den Betonflächen liegen und sich sonnen. Attraktiv ist ein solches Schwimmbad aber nicht.
Als Touristenfalle entpuppt sich zum Schluss auf der Rückfahrt der Besuch der Ananasplantage in Faijã de Baixo kurz vor Ponta Delgada. Dort werden Ananaspflanzen in Gewächshäusern mit künstlicher Erwärmung und spezieller Befeuerung gezogen, die einmal als besonderes Exportprodukt von den Azoren galten. Heute sind die natürlich nicht mehr konkurrenzfähig für den Export (obwohl sie sehr süß sind), sondern werden hier auf der Insel zur Herstellung von Ananaslikör verwendet und auf dem Markt sowie an die Hotels verkauft. Eine fachgerechte Führung durch die etwas vernachlässigte Anlage gibt es nicht, sondern die Touristen werden möglichst schnell in den Souvenirshop geschoben.
Um 16:30 Uhr sind wir wieder im Hotel und hören bis in die Nacht hinein die Explosion von Feuerwerkskörpern. Die Stadt ist im Partyrausch zum Fest Santo Christo und freut sich auf ein ausgelassenes Wochenende.
Sonntag, 21.5. 2017
Leider sieht am Morgen der Himmel nicht so schön und vielversprechend aus wie gestern. Wir starten wieder um 9:10 Uhr über die Autobahn nach Furnas. Reiseführer Hugo hat noch einmal alle daran erinnert, dass wir ja Badesachen mitnehmen sollen für ein Bad im großen Thermalbecken von Furnas.
Unseren ersten Halt machen wir in Vila Franco do Campo, der alten Hauptstadt von São Miguel. Der Himmel hat sich inzwischen etwas aufgelockert und das Wetter ist ganz schön an diesem Sonntagmorgen.
    
In dem Städtchen ist aber noch nichts los; nur die Männer stehen vor den Cafés  und unterhalten sich. Eigentlich ist die vereinbarte Zeit viel zu kurz für einen Stadtrundgang, denn wir sollen uns um 10:05 Uhr wieder am Parkplatz einfinden.
Allerdings gibt es auch nicht viel zu sehen außer der Kirche mit Mauern und dem Turm aus Lavasteinen. Die Stadt schläft noch.  
In Vila  Franco do Campo ist die   Autobahn zu Ende und es geht hoch in die Berge. Als wir in   Sichtweite des Lagoa das Furnas sind, möchten wir gern einen   Fotostopp einlegen, aber Hugo will unbedingt weiterfahren, damit wir   schnell ins Thermalbecken kommen. Wir kämen ja am Nachmittag noch   einmal hier vorbei, sagt er.
Also lädt er uns alle am Terra Nostra Garden aus.

Das große Natursteinbecken ist   eingebettet in einen kunstvoll angelegten Park. Für 5 Euro leihen   wir uns am Kiosk  ein Handtuch (3 € bekommt man bei Rückgabe   des Handtuchs zurück) und spazieren zu den Umkleidekabinen.

Das 38°C   heiße Wasser in dem 1,5 m tiefen Becken ist ein angenehmes   Badeerlebnis. Das Wasser ist   orange-braun und riecht nur wenig nach Schwefel und das Schwimmen   darin macht richtig Spaß.
Es gibt am Rand auch kräftige Zuläufe mit dem heißen Wasser, unter dem man   seinen Nacken massieren lassen kann.
Wir   fotografieren viel, bleiben aber nur eine halbe Stunde in dem   eisenhaltigen Wasser, das für viele Körperprobleme heilsam sein   soll. Jedenfalls ist die Färbung der Badehose durch das Einsenoxid   so stark, dass ich sie anschließend wegwerfen muss, weil sie nach   dem Bad  total braun geworden ist und auch nach dem Duschen und Auswaschen mit Seife   die braune Farbe nicht verloren hat. Das   ist ähnlich wie mit Rostflecken in der Kleidung.
Meine Haut ist aber hell geblieben - eigentlich wäre das ja ein   hervorragendes Bräunungsmittel...
Nach dem Bad machen wir einen Spaziergang durch den Terra Nostra Garden, der als Botanischer Garten schon 1775 angelegt und 1882 ausgebaut wurde. Seit 2009 ist er eine Attraktion für Naturliebhaber und beherbergt viele exotische Pflanzen und mehr als 3000 Bäume. Überwältigend ist natürlich die Anzahl von 600 verschiedenen Kameliensorten, unwahrscheinliche Mengen von Azaleen und Rhododendren. Beim Spaziergang durch den schön gestalteten Park wird uns wieder bewusst, dass wir in der falschen Jahreszeit hier sind. Für diesen Garten muss man im März hier sein, wenn die Kamelien und Azaleen blühen. Wir nehmen uns vor, diesem Park noch einmal an unserem freien Tag einen  Besuch abzustatten, denn es gibt wunderschöne Spazierwege hier.
Unser Mittagessen wird   heute in einem Erdloch bei den Fumarolen gekocht. Wir schauen uns   die Entnahme der Töpfe aus den Fumarolen an. Die einzelnen Hotels   oder Restaurants haben für die vorgebuchten Gäste die Töpfe  vorbereitet, in denen geschichtete Fleisch- und Gemüsesorten  in dem 90°C  heißen Vulkandampf gegart werden.
   
Auch wir haben für das Terra Nostra Hotel den   landestypischen  "Cocido" bestellt, der aus Rindfleisch,   Geflügel, Schweinefleisch, Yam- Wurzeln , Kartoffeln, Möhren, Kraut   , Blutwurst und Kohl besteht.
Im Hotel Terra Nostra sitzen wir dann zusammen mit anderen Gruppen   an großen runden Zehnertischen, die aber alle sehr ordentlich und   stilvoll gedeckt sind. Natürlich ist die Menge der Fleisch- und   Gemüsestücke, die der Kellner auf die Teller packt, viel zu groß.   Dazu wird eine Sauce serviert.   Eine Mangoldsuppe vor dem Hauptgang und Ananas als Dessert   vervollständigen das komplette Menü. Sämtliche Getränke sind   inbegriffen. Eigentlich ist das Essen sehr ordentlich - schade nur, dass es eine   Massenabfertigung in dieser großen Halle ist.
Nach dem Essen fahren wir zu den   Fumarolen von Furnas und erfahren bei einem Spaziergang viel über   den mächtigen Vulkan Furnas, der zum letzten Mal im Jahre 1630   ausgebrochen ist. Der elliptische Krater hat eine Ausdehnung    von 8 x 6,5 km  und 92 verschiedene Stellen mit heißen Quellen   oder Fumarolen. "Furnas Hydropolis" wird dieses Gebiet mit den vielen   eisenhaltigen oder mineralischen Thermalquellen und vulkanischen   Schlammbädern genannt. Die Fumarole haben eine große Bedeutung für die medizinischen Bäder, da der vulkanische Schlamm zur Heilung verschiedener Leiden benutzt wird.

  
Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Fotostopp am Aussichtspunkt Pico de Ferro, wo man den gesamten Kratersee Lagoa das Furnas hinter wunderschönen Azaleenbüschen aus 500 Meter Höhe betrachten kann. Der Ausblick ist beeindruckend und wir machen viele Fotos.

Wir bedauern schon wieder, nicht im Juli hier zu sein, wenn die Hortensien blühen, trösten uns aber damit, dass dann wiederum die Azaleen nicht blühen würden.  Die Rückfahrt geht über die obere Küstenstraße bis nach Baia de Santa Iria, wo zwar schon einmal gewesen sind, aber die Aussichtsplattform auf dem Miradouro ist natürlich immer gut für einen Fotostopp.

Im Hotel   kommen wir um 16:20 Uhr an und machen uns natürlich sofort auf, um   den Beginn der Prozession am heutigen Santo-Christo-Feiertag nicht   zu versäumen. Wir haben den Eindruck, dass die gesamte Stadt unterwegs ist, um die Prozession zu sehen. Alle streben irgendwelchen Punkten zu, an denen sie stehen bleiben, um auf den Zug zu warten. Wir haben Glück, denn am Ende der Rua Peru stoßen wir   auf den Anfang der Prozession, die um kurz nach 17:00 Uhr loszieht.   In gemächlichem Schritt schreiten zunächst Hunderte von Männer aus   Bruderschaften, Kirchengemeinden oder Ortschaften schweigend an uns   vorbei. Viele schwitzen ganz schön in der ziemlich warmen   Nachmittagssonne, weil sie über ihren Anzügen mit Hemden und Krawatten   noch einen Umhang tragen. Zwischendurch marschieren viele Blaskapellen mit und danach kommen   die als Engelchen verkleideten Kinder. Sie dürfen als erste über den   Blumenschmuck in der Mitte der Straße laufen, der von den Anwohnern mit Blumen   und bunt gefärbtem Rindenmulch als Teppich dekoriert wurde. Nach einiger Zeit erscheint die Portiere mit der Christus-Statue aus   der Kirche, die von 10 Trägern getragen wird. Sie muss ziemlich   schwer sein, denn die Träger schwitzen und sie wird oft abgesetzt. Auch der   Bischof und sogar der Kardinal von Portugal sind dabei. Und viel   Weihrauch gehört dazu, der die engen Straßen ziemlich vernebelt.
    
Nach einer Stunde haben wir müde   Füße vom Stehen  und gehen ins Hotel zurück. Wir sind gerade   rechtzeitig zum Abendessen zurück und hören den ganzen Abend die   Böllerschüsse der Bewohner von Ponta Delgada, die jetzt zu Hause   feiern und sich im Partyrausch befinden. Am nächsten Tag sind   nämlich fast alle Geschäfte geschlossen und arbeiten brauchen die   meisten dann   auch nicht.
Montag , 22.5.   2017
Heute Morgen ist die   Internetverbindung ganz ausgefallen. Das stört uns aber wenig, denn   um 9:10 Uhr starten wir zur längsten Rundfahrt nach Nordeste; 186 Tageskilometer sollen bewältigt werden. Der erste Halt ist die   Teeplantage Chá Gorreana südlich von São Brás an der Nordküste. Es   ist Europas einzige Teeplantage, die von 62 Teeplantagen übrig   geblieben ist. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Niedergang und nur   Chá Gorreana hat überlebt. Es ist ein Familienbetrieb, der im Jahr   etwa 50 Tonnen Tee produziert. Die Felder sind gut gepflegt und müssen alle 14 Tagenachgeschnitten werden. Die Besichtigung der Anlage ist wenig   informativ, da man nur die Maschinen sieht, aber keine Verarbeitung.   Einzig 4 Mitarbeiterinnen sitzen in einem Raum an einem Tisch und   sortieren einen Berg Teeblätter. Das ist nur eine Show für den Reisebus. Danach wird die Gruppe in einen   Shop weitergeleitet.
    
Ein Stückchen weiter halten wir am   Parque National da Ribeira dos Caldeirões mit vielen Wasserfällen   und Mühlen. Alles ist sehr schön angelegt   als Ausflugsziel mit vielen Spazierwegen und guten Beschriftungen.   Ein Highlight als   Touristenattraktion ist es natürlich nicht. Wir stellen allerdings fest, dass die gesamte Nordküste für   Wanderwege hervorragend erschlossen ist. Überall stehen Schilder mit   Hinweisen auf Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten.

Auch in Achadinha hat   man nicht nur einen schönen Blick auf die Steilküste, sondern auch   auf den Pico Vara, den höchsten Berg der Insel mit 1105 m. Ringsherum sind viele Felder mit Kühen und unser Reiseführer Hugo   erzählt viel über die "glücklichen Kühe" der Azoren und die   Molkereien, die allerdings ihre Milch nur zu Milchpulver für die   Firma Nestlé verarbeiten können, weil die Milchpreise in der EU so   niedrig sind.
    
Blick von der Ponta da Achada auf die Steilküste an der Nordseite der Insel. Wir sind erstaunt über die vielen komfortablen Grillplätze, die entlang der Wanderwege angelegt worden sind
Wir merken immer mehr, dass die Azoren die richtige Inseln für Wanderer sind. Gerade hier an der Nordküste sind überall Picknickplätze und Grillplätze eingerichtet worden, die vielfach mit fließendem Wasser und Feuerholz ausgestattet sind. Sehr positiv finden wir, dass Hugo den Fahrer angewiesen hat, nicht über die Autobahn nach Nordeste zu fahren, sondern über die Landstraße. Die ist zwar sehr eng und kurvenreich, führt aber durch interessante Ortschaften. Hier die Einfahrt nach Nordeste:

Das Örtchen   Nordeste ist nicht sehr spektakulär. Wir haben für die Mittagspause   eineinhalb Stunden Zeit, uns das Städtchen anzuschauen oder ein   Restaurant für eine Mittagessen oder einen Snack zu finden. Dafür   ist unser Reiseleiter Hugo leider keine große Hilfe.Immerhin finden wir nach einiger Zeit   durch Zufall ein nettes Restaurant, wo wir einen Meia de leite mit   einem Stück Kuchen bekommen können und uns draußen  gemütlich   unter einen Sonnenschirm setzen können.
Wenn wir das eher gewusst   hätten, hätten wir wahrscheinlich sogar das reichhaltige Büffet in   Anspruch genommen, das drinnen aufgebaut war. Wer also einmal   Nordeste einen Besuch abstattet, dem sei das Restaurante Tronqueiria   wärmstens empfohlen
Leider kündigt sich aber schon das   Ende des schönen Wetters an, denn es beginnt zu nieseln und die   nächsten Strecken fahren wir praktisch mit wenig Sicht über die   Serpentinen in den Wolken..
Auf dem Weg entlang der Steilküste   nach Süden  kommen wir in den Ort Pedreira und kurz darauf zu   einem wunderschönen Aussichtspunkt, dem Miradouro da Ponta do   Sossego, einem "Ort der Stille und des Friedens", wie Hugo uns das   Schild übersetzt.
    
Es ist ein kunstvoll  gestalteter Park mit   vielen blühenden Blumen, exotischen Bäumen und vielen   Picknickplätzen.
Wir sind sehr angetan von dieser   Umgebung und können uns vorstellen, dass hier im Sommer sehr viele   Wanderer ein Picknick machen oder auch grillen, weil überall   Grillplätze mit Feuerholz und Wasseranschlüssen vorhanden sind.   Alles ist sehr sauber und gepflegt; Toiletten sind auch vorhanden. Von oben hat man einen schönen Blick über die Steilküste und kann   weiter unten den Leuchtturm vom Kap Ponta do Arnel an der Ostküste   der Insel sehen.

Danach wird das Wetter immer schlechter und unser Busfahrer quält sich durch die Serpentinen, weil er kaum etwas sehen kann . Wir sind immerhin 800 m hoch und befinden uns in den Regenwolken. Das ist der Blick auf die Steilküste im Osten von São Miguel aus den Regenwolken in 800 m Höhe:

Den nächsten vorgesehenen Aussichtspunkt Ponta Madrugada haben wir schon wegen der schlechten Sicht weggelassen, weil man im diesigen Nebel die Steilküste gar nicht sehen kann.
Um 15:30 Uhr kommen wir in Povoação an. Es ist unser letzter Stopp für heute und nicht sehr interessant, obwohl die Sicht jetzt besser geworden ist und der Regen aufgehört hat.
   
Wir machen einen Spaziergang durch den ältesten Ort der Insel und wollen eine der berühmten "Fofas" (= Eclaires) probieren, von denen  Hugo unterwegs so geschwärmt hat. Wir bekommen aber keine mehr, weil in den Restaurants bereits die Touristen anderer   Busse sitzen, die vor uns angekommen sind.
Um 16:00 Uhr geht es weiter und wir sind erstaunt, dass Hugo 1 Std. 15 Min.  für die 56 km bis Ponta Delgada voraussagt. Das trifft aber genau zu, denn es ist neblig und kurvig auf dem Rest der Strecke. Erst um 17:15 Uhr sind wir wieder im Hotel und verabschieden uns von ihm und dem Fahrer Daniel.
Dienstag, 23.5. 2017
Heute ist der frei verfügbare Tag. Wir haben uns für 9:30 Uhr einen Leihwagen bestellt, der ins Hotel gebracht werden soll. Die Internetverbindung bricht dauernd ab und ich bekomme keine Verbindung mit Google Maps oder MapsMe, um eine Routenberechnung von Ponta Delgada nach Nordeste zu schaffen. Auch die GPS Standortberechnung ist ungenau. Anscheinend hat man die Azoren für die Navigationsgeräte ziemlich vernachlässigt.
Um 9:30 Uhr ist Mario von der Autovermietung Ramalhense da und wir mieten für 50 Euro einen Opel Corsa. Der Tank ist nur ein Viertel voll und wir tanken noch 16 ltr. für 25 €, weil der Sprit mit 1,42 € pro Liter ziemlich teuer ist. Das ist eigentlich viel zu viel, wie wir später feststellen.
Um 10:00 Uhr fahren wir los in Richtung Furnas. Es ist diesig und der Himmel ist bedeckt; das bleibt auch so  bis zu unserem Besuch an den Caldeiras in Furnas. Wir bezahlen 2 € Eintritt im Terra Nostra Garden und lassen uns viel Zeit für einen Spaziergang durch den Botanischen Garten.
Hier eine Auswahl von unseren Beobachtungen:
Bei einem Cappuccino im Restaurant "3 Bicas"   scheint sogar die Sonne. Das ermutigt uns, in den Norden zu fahren.   Natürlich ist es in den Bergen wieder sehr diesig, weil die   niedrigen Wolken darüber ziehen. An der Nordseite scheint aber die   Sonne und wir fahren über die alte Landstraße  zu den einzelnen   Miradouros. In Porto Formoso schauen wir uns den kleinen   Fischereihafen an und spazieren durch das verschlafene Dorf.
Ein gut ausgebauter   Wanderweg geht hier an der Steilküste entlang. Es finden nur wenige   Touristen hierhin, aber bei den Azoreanern sind die schönen Strände   in der Nähe des Ortes sehr beliebt.

Der Strand und Hafen von Porto Formoso:

Die Buchten rund um Porto Formoso:

Wir fahren noch einmal zum Miradouro Santa Iria, den wir vor ein paar Tagen besucht hatten und machen ein Foto vom Aussichtspunkt aus, weil diesmal die Sicht über die Buchten besser ist:

Über Rabo de Peixe geht es weiter nach   Praia Santa Barbara, wo wir über den dunklen Sandstrand ans Meer   gehen und uns die Kasematten anschauen.
Das sind unterirdische   Geschützstellungen, die zur Verteidigung des Flugplatzes der Azoren   im zweiten Weltkrieg angelegt wurden. Ursprünglich gab es drei solcher Geschützbunker, die durch einen Tunnel miteinander verbunden waren. Man kann sie auch besichtigen,   allerdings sind nur noch Stücke der betonierten Geschützgänge in den Ruinen zu sehen. Leider fehlt außer dem Hinweisschild eine detaillierte Information. Die wäre ganz nützlich für die Touristen. Der dunkle Sandstrand   von Santa Barbara ist einer der längsten und schönsten Strände der   Insel. An dem Café und den sanitären Anlagen kann man erkennen, dass   hier im Sommer reger Badebetrieb herrscht.
Der Strand von Santa Barbara westlich von Rabo de   Peixe:

In Capelas beenden wir die Fahrt an der Nordküste  entlang und fahren wieder nach Ponta Delgada zurück. Das Auto stellen wir vor  dem Hotel ab und geben den Schlüssel an der Rezeption ab. Mario wird ihn wieder  dort abholen.
Mittwoch, 24.5. 2017
Letzter Tag auf den Azoren, aber   wir haben noch etwas Zeit bis zu unserem Abflug um 15:50 Uhr, die   wir noch mit zwei Parkbesichtigungen in Ponta Delgada ausfüllen   wollen.
Zunächst bin ich aber Alvardo von der Rezeption sehr dankbar, der   mir bereitwillig hilft, die Bordkarten für den Online Check-In   auszudrucken.
Zu Fuß gehen wir vom Hotel aus zum Parque Urban, der im Norden von   Ponta Delgada liegt. Der Stadtpark ist ziemlich groß, modern   angelegt mit vielen Skulpturen und steinernen Aufbauten, die uns   aber nichts sagen, zumal nirgends irgendwelche Tafeln mit   Erklärungen vorhanden sind. Wir sehen aber einige Schulklassen, die   sich im Park vergnügen und schließen daraus, dass er von der   Bevölkerung angenommen wird.
   
Wesentlich schöner ist   der Jardin Antonio Borges, zu dem wir anschließend wiederum zu Fuß   gehen. Dadurch kommen wir auch an vielen schön gestalteten Gärten   vorbei, in denen vornehme Villen stehen. Von manchen exotischen   Bäumen und blühenden Pflanzen sind wir total begeistert. Wir wissen   allerdings nicht, wie diese Bäume heißen. Hier ein Beispiel von   einem Baum mit fantastischen roten Blüten:

Uns gefällt dieser Garten sehr, der von Antonio Borges gestiftet und angelegt worden ist. Er war der erste und wohl erfolgreichste Ananasbauer der Insel. Die Bäume wurden im 19. Jahrhundert gepflanzt und haben heute riesige Ausmaße. Alles ist dicht und von Moos überwuchert. Viele Treppen und Wege führen zu versteckten Plätzen und Grotten. Kein Wunder, dass dieser Garten zum Lieblingsziel von verliebten Pärchen geworden ist, die hier einen romantischen Spaziergang machen oder sich einen Abend im Mondlicht vorstellen. Genügend Parkbänke sind vorhanden und  wir können jedenfalls viele Teenager aus den benachbarten Schulen beobachten, die hier ihre Mittagspause verbringen. Außerdem sind viele Muttis mit Kinderwagen auf dem Spielplatz.

Nach zwei Stunden Spaziergang haben wir müde Füße und setzen uns in ein Café in der Fußgängerzone auf dem Campo São Sebastião. Es ist schön, in der Sonne zu sitzen und einen Meija de leite mit einem Bolo zu genießen. Wir nehmen innerlich Abschied von den Azoren und sind eigentlich mit dem gesamten Ablauf sehr zufrieden gewesen.
Pünktlich um 13:45 Uhr erscheint Hugo   mit dem Bus, der diesmal gar nicht ganz voll wird. Am Flughafen   steht eine lange Warteschlange für die Abflugschalter 7-9, an denen   auch wir einchecken sollen. Das sieht schlimm aus, weil dort auch   der Check-In für die Flüge nach Toronto und Boston abgewickelt wird.   Jetzt merken wir erst, dass sich auch noch viele Besucher aus   Amerika für die Azoren interessiert haben. Es geht aber dann doch   relativ schnell voran und als wir ans Gate kommen, sehen wir schon   die gelandete Airberlin-Maschine. Um 15:35 Uhr sitzen wir im Airbus   321 auf unseren Plätzen und freuen uns königlich, dass die Sitze   neben uns frei bleiben.  Die Flugzeit nach Düsseldorf wird mit   3 Std. 50 Min. angegeben, das Wetter ist toll und blauer Himmel über   uns. Was will man mehr?
Wir starten pünktlich um 15:50 Uhr,   aber leider dreht die Maschine kurz nach dem Start über dem Meer ab,   sodass wir nicht mehr viel von der Insel sehen, dennoch bleiben schöne   Erinnerungen...
Das war´s von den Azoren. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, São Miguel zu besuchen.  Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!
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