Reisebericht Costa Rica - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

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Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht Costa Rica

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Reisebericht Costa Rica
               
Auf diesen Seiten möchte ich von einer   Reise durch Costa Rica berichten, das wir im Rahmen unserer   Mittelamerikatour besucht haben.
Flug nach Costa Rica
        
Montag, 24.2.2014
Um 9:40 Uhr   heben wir in Mexico City ab und sind nach 2 1/2 Stunden in San José .   Der Flug war mit Interjet und 2360 mexikanischen Pesos gar nicht so   teuer. Umgerechnet waren das 143 Euros.  
Um 12:10 Uhr landen wir in San José.   Wir tauschen am Flughafen 100 Euro um und erhalten zum miserablen Kurs   dafür 60 000 Colones. Schnell stellen wir fest, dass hier gar keiner die   einheimische Währung haben will, sondern Dollars. Man rechnet ganz   einfach: 1 Dollar = 500 Colones.
Als   wir aus der Ankunftshalle herauskommen, ist es schon halb zwei.   Draußen vor der Ankunftshalle erwartet die Touristen die übliche   Taxi-Mafia und zwingt allen ihre Preise auf. Wir entscheiden uns   deshalb (zufällig) für die private Fahrt mit einem lustigen Pastor,   der morgens Taxi fährt und nachmittags seine Gemeinde betreut. Für   35 Dollar (hier geht alles in US Dollar!) fährt er uns in seinem   Privatwagen zum Hotel Casa Conde in San José, wobei wir schon einmal   den Stau in dieser ziemlich unattraktiven Stadt kennenlernen.   Natürlich wissen wir gar nicht, ob er wirklich Pastor ist. Und eine   Taxi-Lizenz hat er auch nicht, aber hier in Costa Rica wird alles   nicht so ernst genommen. Er erzählt uns viel von seiner Stadt (1,5   Mill. Einwohner, im engeren Bereich 500 000) und den Problemen, die   die Costaricaner (die >Ticos<, wie sie genannt werden, haben. Hier   sieht in der Tat alles anders aus als in Mexiko.
Vor allem San José: die Stadt   ist nicht attraktiv, sehr unruhig, vollgestopft mit Autos. Alle   Fenster der Häuser sind vergittert, die Zäune um die Häuser mit   Stacheldraht verziert. Das macht einen beängstigenden Eindruck und   ist ganz anders als in Mexiko. Und überall kreischen irgendwelche   Vögel in den Bäumen.
Wenn man sich die Karte Costa Ricas   anschaut, fällt sofort auf, das die Hauptstadt Jan José ziemlich in   der Mitte des Landes im hügeligen Bergland liegt.

Außerdem erkennt man   die Vielzahl der Naturparks, die grün eingezeichnet sind. Dazu   kommen noch geschützte Unterwasserparks dazu. Insgesamt also ein   Land, wo man viel ursprüngliche Natur erwarten kann. Mehr als ein   Viertel des Landes steht unter Naturschutz. Äußerst positiv   empfanden wir auch die Information, dass bereits 1950 die Armee   abgeschafft wurde und das Geld für soziale und wirtschaftliche   Zwecke ausgegeben wird. Ganz erstaunt waren wir, als unser Pastor   erzählte, dass Costa Rica zu 100 % seine Energie aus eigenen   Wasservorräten schafft und großen Wert auf Ökotourismus legt.                  
San José
Das Hotel ist schon etwas älter, aber   die Suiten sind geräumig. Wir bekommen Zimmer 321 und 323 jeweils   mit Küche und 2 Schlafzimmern. Die Einrichtung ist altmodisch und   wir merken schnell, dass man solch einem Hotel nicht mehr als 3   Sterne zubilligen kann. Und für die erste Nacht muss das reichen.
 
Dafür ist aber unser erster Happy Hour   Drink, den wir dort gemixt bekommen, hervorragend: Ein Guaro sour,   das Nationalgetränk von Costa Rica. Super. Sicherlich ist allen der   Caipirinha bekannt, der schmeckt ähnlich.
Hier das Rezept:
50 ml Guaro Cacique Zuckerrohrschnaps,
50ml Sirup oder 2 Teelöffel braunen Rohrzucker,
4 Limonen, geviertelt,
Eiswürfel,
1 Schuss Club Soda.
Alles zusammen in den Mixer packen und gut mixen. In ein Glas abgießen und mit Eiswürfeln servieren. Dazu mit einem Strohhalm und einer Limonenscheibe garnieren. Das sollten Sie unbedingt ausprobieren. Es wird Ihnen sicher so gut wie uns gefallen.
Wer sich für das Hotel als ersten   Standort einer Costa Rica - Reise interessiert, sollte sich mal die Webseite vom Hotel Casa Conde anschauen. Ich habe dazu eine   ausführliche Beurteilung im Tripadvisor geschrieben.
Die Rezeptionisten sind aber sehr freundlich. Manchmal war einer da,   der ausgezeichnet englisch sprach, sodass es mir etwas leichter   fiel, nach unserer Tour zu fragen. Es hatte uns nämlich keiner   angemeldet, obwohl wir das Hotel bei Thomas Cook gebucht hatten. So   musste ich erst einmal telefonieren und bei der Agentur nachfragen,   die uns genannt worden war. Ich fragte natürlich auch nach dem Namen   des Tourguides, der uns zum Tortuguero Nationalpark und zu den   Vulkanen fahren sollte. Den Namen würde ich morgen erfahren, sagte   man mir, ich solle nur morgen früh um 8:00 Uhr am Hoteleingang   stehen. Da würden wir abgeholt.
Damit müssen wir uns   erst einmal begnügen. So trinken wir einen Cappuccino am kleinen   Swimming Pool, den man auch mit Tischen zugebaut hat, weil das Hotel   voll belegt ist, denn es findet am Wochenende ein Fahrradwettbewerb   statt. Anschließend bestellen wir uns ein Taxi, um damit die Innenstadt   von San José zu erkunden. Für 7 Dollar bringt uns der Fahrer in die   Stadt und erklärt die wichtigsten Stellen, die sich für eine   Besichtigung lohnen. Leider vergisst der Taxifahrer zu erwähnen,   dass das Goldmuseum um 16:30 Uhr schließt, denn dann hätten wir dort   zuerst einen Besuch gemacht. An der Fußgängerzone   setzt er uns ab. Mit dem Klima hier sind wir sehr zufrieden. San   José liegt im Valle Central und die Temperaturen sind sehr angenehm.   In der Sonne sind es 25°C. Aber es ist sehr windig und im Schatten   direkt kühl. Man merkt, dass wir uns mehr als 1000 Meter über dem   Meeresspiegel in der Hochebene des Landes befinden. Viele Vögel   sitzen in den Bäumen, machen großen Lärm und lassen überall ihre   Exkremente fallen.

Wir spazieren über die von Tauben   beherrschte Plaza de la Cultura und durch die belebten Straßen   dieser hektischen und lauten Hauptstadt, die offiziell nur 400 000   Einwohner hat. Unser Pastor hat uns erzählt, dass aber in   Wirklichkeit mehr als eine Million Menschen hier leben.

Uns ist die Stadt   nicht sehr sympathisch, weil sie voller Menschen ist, die entweder   schnell über die Straße wollen oder irgendwo herumlungern. Außerdem   ist alles ziemlich unsauber im Verhältnis zu Mexiko, wo wir gerade   herkommen.    
Mit dem Video können Sie sich ein akustisches Bild   davon machen, welcher Lärm durch Vögel und Verkehr in San José   herrscht.

In der nachfolgenden Fotogalerie habe ich einige Eindrücke zusammengefasst:
Wie überall in den   großen Städten dieser Welt machen auch   hier Indianer in der Fußgängerzone  Musik.
Mit   dem Taxi (7$) fahren wir wieder zurück zum Hotel und lassen uns als   Happy Hour Drink einen echten Guaro Sour mixen mit Casique, der   ähnlich wie ein Caipirinha schmeckt. Abends fahren wir zu Tony   Roma´s nach Escazu und genießen die bewährten Onion Rings und Baby   Back Ribs mit einem kühlen Bier. Leider gibt es keine Baked Potatoes   dazu. Wir bezahlen zwar hin und zurück jeweils 15$ für das Taxi,   aber das ist es uns wert.

Dienstag, 25.2. 2014
Wir sitzen   schon um 6:45 Uhr beim Frühstück. Es gibt nichts Besonderes, aber es   ist auch alles da, was man braucht.
Um 8:00 Uhr erscheint unser   Reiseleiter Michael Nuñez. Es ist ein großer, sympathischer Bursche,   der gut Deutsch spricht und mit uns die gesamte Tour durch Costa   Rica macht. So sind wir 6, die die Tour durch Costa Rica und   Nicaragua gebucht haben und weitere 6, die nur durch Costa Rica fahren.   Unsere Reisegruppe besteht also heute aus 12 Teilnehmern, die mit   einem Minibus zum Volcan Poás fahren.
Wir hatten gedacht, dass wir in einer Stunde dort sind, weil   GoogleMaps die Entfernung mit 30 km angegeben hatte. Es dauert aber   allein mehr als 2 Stunden, bis wir uns durch die Vororte von San   José und Alajuela gequält haben.
Dann geht es in die Berge bis auf eine Höhe von über 2500 Metern.   Die Landschaft ist wunderschön, die Luft klar und der Himmel   tiefblau. Aber die Straßen sind sehr eng und kurvig. Dazu kommen   viele Schlaglöcher. Wir begreifen, dass es hier gar nicht so leicht   sein würde, mit einem Mietwagen das Land zu durchqueren.
Volcan Poás
Dienstag, 25.2. 2014
Wir sitzen   schon um 6:45 Uhr beim Frühstück. Es gibt nichts Besonderes, aber es   ist auch alles da, was man braucht.
Um 8:00 Uhr erscheint unser   Reiseleiter Michael Nuñez. Es ist ein großer, sympathischer Bursche,   der gut Deutsch spricht und mit uns die gesamte Tour durch Costa   Rica macht. So sind wir 6, die die Tour durch Costa Rica und   Nicaragua gebucht haben und weitere 6, die nur durch Costa Rica fahren.   Unsere Reisegruppe besteht also heute aus 12 Teilnehmern, die mit   einem Minibus zum Volcan Poás fahren.
Wir hatten gedacht, dass wir in einer Stunde dort sind, weil   GoogleMaps die Entfernung mit 30 km angegeben hatte. Es dauert aber   allein mehr als 2 Stunden, bis wir uns durch die Vororte von San   José und Alajuela gequält haben.
Dann geht es in die Berge bis auf eine Höhe von über 2500 Metern.   Die Landschaft ist wunderschön, die Luft klar und der Himmel   tiefblau. Aber die Straßen sind sehr eng und kurvig. Dazu kommen   viele Schlaglöcher. Wir begreifen, dass es hier gar nicht so leicht   sein würde, mit einem Mietwagen das Land zu durchqueren, zumal die Beschilderung nicht gerade aussagekräftig ist. .
Am Eingang des Nationalparks erklärt   uns Michael den Wanderweg zum Krater. Am Wegesrand finden wir viele exotische Pflanzen mit riesigen Blättern und schönen Blüten.
 
Die Wanderwege rund um den Krater sind   gut gekennzeichnet  und der Blick vom Aussichtspunkt in 2500   Meter Höher ist faszinierend.

Der Krater hat einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer und unten qualmt es.

Manchmal steigen Dämpfe aus den   Fumarolen auf und es riecht nach Schwefel. Unser Führer Michael   erzählt uns, dass vor zwei Wochen eine Reisegruppe durch einen   Ausbruch überrascht wurde und mit Vergiftungserscheinungen ins   Krankenhaus musste. Leider   spuckt der Vulkan erst eine 200 m hohe Schlammfontäne, als wir   gerade eine halbe Stunde weg sind. Kurz darauf wurde der Krater für   den weiteren Besuch gesperrt.
Wir machen eine kleine Wanderung und fotografieren viel - besonders die exotischen Pflanzen und Blumen, die in dieser Höhe rund um den Krater wachsen.
Wir bereuen schon ein wenig, dass wir diesen Ausflug hierhin mit der Reisegruppe gemacht haben und nicht allein mit dem Taxi hierhin gefahren sind. Dann hätten wir nämlich jetzt Zeit für eine ausgiebige Wanderung und könnten die Natur genießen. So treibt uns Michael zur Eile an, denn schließlich ständen noch andere interessante Besichtigungspunkte auf dem Programm. Offensichtlich gehört ein wenig   spektakulärer Wasserfall neben der Straße   zum Besichtigungsprogramm.
Interessanter als der Wasserfall ist da schon der  nachfolgende Besuch auf der Kaffeeplantage. Das Essen in der Plantage ist eine  billige Touristenabfütterung und sein Geld nicht wert (12$), aber die  Besichtigung und die Erklärungen von Michael sind durchaus informativ. Hier erklärt er den Röstungsprozess des Kaffees:

Wir können den Weg des Kaffees von der kleinen Pflanze bis zur Ernte   der Bohnen mitverfolgen. Der Kaffee wird grün verschickt und in   Hamburg geröstet, wo die besten Röstereien zu finden sind.
Die besten Bohnen gelangen gar nicht in den Export, sondern werden   zurückgehalten. Das erstaunt uns sehr, aber wir können uns   anschließend bei einer Kaffeeprobe davon überzeugen.
Um   15:30 Uhr fahren wir wieder zurück und kommen um 16:40 Uhr im Casa   Conde Hotel an. Gerade die richtige Zeit für einen Happy Hour Drink   mit einem Guaro Casique. Der ist diesmal mit Mango gemixt und   schmeckt herrlich.
 
Abends essen wir im Restaurant des Hotels, das voll besetzt ist.   Auch sämtliche Tische um den Pool herum sind belegt. Inges und Utes Seebrasse   sind sehr lecker, während Pauls Red Snapper eine Katastrophe ist.   Wir bezahlen 65 000 Colones für alles. Das sind 110 Euro für 4   Personen.
Am Abend erkundige ich mich noch   einmal bei der Rezeption nach Ausflugsmöglichkeiten in die nähere   Umgebung. Dabei erfahre ich, dass man mir durchaus einen Reiseführer   für eine Tagestour vermitteln könne, der englisch oder deutsch   spricht und uns zu den Vulkanen in der Umgebung bringen würde und   auch dort alles erklären würde. Die Preise sind durchaus akzeptabel.   Für einen weiteren Besuch in Costa Rica merke ich mir das. Vor allem   kennen die Leute an der Rezeption auch Taxifahrer, die gut englisch   sprechen und die Gegend gut kennen. Man muss natürlich die Preise   mit ihnen aushandeln. Ohne Handeln werden die Touristen abgezockt,   denn die Amerikaner haben die Preise ziemlich verdorben.
Fahrt nach Tortuguero
Mittwoch, 26.2.2014
Wir müssen schon um 6:50 Uhr mit gepackten Koffern vor der Tür   stehen. Frühstück gibt es nicht - obwohl wir hinterher erfahren,   dass es durchaus schon möglich war. Das ist natürlich auch unser   eigener Fehler, denn wir hätten bei der Rezeption anmelden müssen,   dass wir bereits um 6:00 Uhr frühstücken wollten. Einige andere   Gäste haben das gemacht und prima frühstücken können.
Das Gepäck wird hinten durchs Fenster gereicht und auf die letzten   Sitze gepackt. Dann starten wir mit 12 Personen, dem Reiseleiter   Michael und unserem Fahrer Estebar in Richtung Tortuguero.
 
Unterwegs stellen wir immer wieder fest, wie einfach die Häuser und Hütten sind. Vielfach sind sie mit Gittern und Stacheldraht gesichert. Irgendwie müssen die Leute doch große Angst vor Einbrüchen und Überfällen haben. Wir fragen Michael, wie es mit der   Sicherheit der Bewohner und der Angst vor Einbrüchen und Überfällen   aussieht, aber der äußert sich nicht eindeutig. In jedem Fall sei es   nicht mehr so schlimm wie vorher, sagt er. Viele Leute hätten einen   Hund, der dann anschlagen würde.
Die Fahrtstrecke quer durch das Land   bis in den Tortuguero Nationalpark an der karibischen Küste ist ganz   schön lang und wir hoffen, bis zum Mittag an der Anlegestelle in   Parismina zu sein, wo die Boote in den Nationalpark abfahren.
Nach 1 1/2 Stunden machen wir eine Frühstückspause in einem   Touristen-Abfütterungscafé in der Nähe von Guapiles. Viele   Touristenbusse stehen schon dort, als wir ankommen.
Das Frühstücksbüffet ist miserabel und ich muss mich übergeben,   obwohl ich kaum etwas gegessen habe. Wahrscheinlich sind das aber   die Nachwirkungen von dem schlechten Red Snapper gestern Abend, der   schon nach Fisch roch und innen ganz grau-schwarz war.
Erste Attraktion für uns und sämtliche Touristen ist das Faultier, das sich draußen auf dem Parkplatz hoch oben im Baum verkrochen hat und erst nach langem Hinsehen zu   entdecken ist. Jetzt merken wir doch, wie wichtig ein Zoom-Objektiv   in solch einer Tropenlandschaft ist.

Zwei Stunden später kommt die Wahrheit: Die asphaltierte Straße ist   in Siquirres zu Ende und wir müssen über eine Schotterpiste   weiterfahren. Jetzt erkennen wir, dass es wenig Zweck hat, mit einem   normalen Mietwagen hierhin zu fahren. Die Piste führt nicht nur über   steinige Lehmwege, sondern ist auch voll von Schlaglöchern.   Verkehrsschilder gibt es so viel wie gar keine. Als Tourist ohne   detaillierte Karten oder GPS-Ortung wäre man hier völlig verloren.
Nach 2 Stunden durchrüttelnder Fahrt auf dieser Strecke  kommen   wir zur Bananenplantage der Firma Del Monte. Wir dürfen zwar nicht hinein, sehen aber von außen durch den   Drahtzaun die Verarbeitung: Jeweils 15 Bananenbüschel werden von der   Plantage über ein Liftsystem mit Schienen zur Waschstation gezogen.
Jeder dieser Büschel enthält zwischen 150 und 200 Bananen, wo Sie   von dem Strunk getrennt und unter fließendem Wasser gewaschen   werden.
Wenn man den gesamten Ablauf, den   Reinigungs- und Verpackungsprozess mit den niedrigen Löhnen der   Frauen  sieht, weiß man, warum die Bananen so preiswert aus   Costa Rica nach Deutschland kommen.
Fließbandarbeit in der Bananenplantage
Die Frauen werden bei der Bananenwaschung von einem Aufseher überwacht.
Eine   große Attraktion ist natürlich auch der 20 cm große Herkuleskäfer,   der zu den größten und spektakulärsten Käfern der Welt gehört. Er   sitzt auf einem Zuckerrohr und hat gefährliche Zangen.

Um   11:45 Uhr kommen wir in Parismina an der Anlegestelle an, wo   die Boote in den Tortuguero Nationalpark abfahren. Eine Straße gibt   es nicht dorthin.
Tortuguero Nationalpark
Drei Boote werden mit jeweils 30   Leuten beladen. Es sind Deutsche, Amerikaner und Kanadier, die mit   verschiedenen Bussen, Minibussen, Taxis  oder Mietwagen hier   angekommen sind.
Anschließend flitzen wir los. Der Fahrtwind ist sehr angenehm, denn   wir spüren die tropische Hitze.

Eine Stunde und vierzig Minuten   schippern wir mal schnell und mal weniger schnell durch die   schmutzig-braune Lagune, die zur Evergreen Lodge führt.

Die   Evergreen Lodge ist eine von   vielen Lodges, die hier im Urwald teuer und weniger teuer den   Ökotourismus betreiben. Die einzelnen Holzhäuschen sind auf   Betonpfählen errichtet worden und sind durch ein weit verzweigtes   Stegsystem miteinander verbunden. Wenn Sie sich für einen Aufenthalt   dort interessieren,   schauen Sie sich doch einmal meine   Beurteilung der Lodge im   Tripadvisor an.
  
Das Einchecken geht schnell und   problemlos. Wir bekommen die Bungalows Nr. 4 und Nr. 13 in der 8   Hektar großen Dschungelanlage. Die Häuschen sind weit verstreut und   sind ganz nett, aber spartanisch eingerichtet und haben keine   Fensterscheiben, sondern stattdessen nur Fliegengitter vor den   Fensteröffnungen. Dadurch hört man natürlich nicht nur die Geräusche des Dschungels,   sondern auch die der Nachbarn deutlich. Sogar das Meer hört man   rauschen.

Dicke Spinnen sitzen vor den Fenstern   und warten auf Moskitos und Fliegen. Ich hoffe, dass sie mir helfen , denn  die Moskitos machen mir große Sorgen, sodass ich  zuerst einmal   das Zimmer und das Bad kräftig mit dem mitgebrachten   Raid-Insektenkiller einsprühe.
Evergreen Lodge Tortuguero Nationalpark Costa Rica
Mehr als viele Bilder zeigt natürlich   ein Video von der Lodge und den Aktivitäten, die dort möglich sind.
Man kann ein Paket mit 3 Tagen und 2 Übernachtungen buchen und sich   von San José abholen lassen. Das ist viel günstiger als eine Buchung    mit einer Pauschalreise.
Die Lodge hat Führer, die spanisch und englisch sprechen. Wenn Sie   einen deutschen Tourguide haben wollen, müssen Sie den allerdings schon in San José   buchen.  Die Lodge liegt  nur 5 Minuten vom Eingang des   Nationalparks entfernt im Dschungel.
Um   14:00 Uhr wird im luftigen Restaurant ein Mittagessen in Büffetform   serviert, das gar nicht so schlecht ist. Dazu gibt es kühlen   Mangosaft zu trinken. Ich fühle mich noch immer sehr schlapp und   kann nichts essen. Deshalb lege ich mich erst mal ein Stündchen auf   eine Liege am Pool um etwas zu schlafen. Wegen der kreischenden   Vögel in den umliegenden  Bäumen ist das aber nicht so einfach.   Ein Vogel sch...t mir tatsächlich auf den Kopf. Ich bin sauer.
Zur Happy Hour  gegen 17:00 Uhr gönnen wir uns einen Guaro Sour   an der Poolbar. Der Barmixer macht ihn auch recht ordentlich.
Jetzt kommen auch langsam die Affen aus ihren Verstecken und machen   ein Affentheater. Es sind insbesondere Kapuzineräffchen, die in den   Bäumen am Pool herumturnen.
  
Die machen aber keinen Lärm, sondern den veranstalten die   Brüllaffen, die weiter weg im Dschungel ein Riesenspektakel   veranstalten. Dabei sind die gar nicht groß.
Um   19:00 Uhr wird im Pavillon für uns ein Abendessen in Büffetform   aufgebaut. Die Tische sind sehr schön gedeckt, alles ist sehr   appetitanregend angerichtet und schmackhaft, aber ich kann leider   wiederum nur einen Zwieback, etwas Salat vertragen und trinke dazu   einen Passionsfruchtsaft. Anschließend sprühe ich mein Bett mit   einem Moskitorepeller ein und lege mich mit einem Pullover unter die   Decke, weil ich friere und Schüttelfrost habe. Dann nehme ich ein   Antibiotikum und hoffe, dass es besser wird. Schließlich hört auch   das Krächzen der Vögel im Regenwald auf und ich schlafe endlich ein.
Donnerstag, 27.2.2014
Die Brüllaffen beginnen schon morgens um 5 Uhr mit ihrem Geschrei.   Im Zimmer ist alles klamm vor Feuchtigkeit. Wir frühstücken um 7:00   Uhr im Freiluftpavillon. Es gibt zum ersten Mal Bananen, was uns   sehr wundert, wo doch hier so viele Plantagen sind. Aber statt   Butter gibt es wie gestern Margarine. So ist das eben in einer   Ökolodge. Meine ersten Moskitostiche fangen an zu jucken; also haben   mich die Viecher doch gestochen.
Um   8:30 Uhr starten wir zur Bootstour durch den Tortuguero   Nationalpark. Es ist blauer Himmel und fantastisches Wetter. Ich   ärgere mich, weil meine Kamera Schleier auf den Fotos zeigt. Ich   nehme an, dass die tropische Feuchtigkeit irgendwie doch   hineingekommen ist und sich Kondenswasser gebildet hat. Zuerst fahren   wir zum Headquarter des Nationalparks, bezahlen den Eintritt und   tuckern dann ganz langsam durch die Kanäle.
Die Fahrt erinnert uns sehr stark an die Bayous - die Sümpfe im   Mississippi-Delta oder auch an die Everglades in Florida. Überall   ist dichter Regenwald. Vom Boot aus können wir gar keine Tiere   erkennen, aber der Bootsführer hat nicht nur scharfe Augen, sondern   weiß auch, wo sie sich aufhalten.
Natürlich sehen wir viele Reiherarten. Sie fliegen aber alle weg,   wenn wir näher heranfahren. Jetzt wünschte ich mir doch ein   Teleobjektiv, denn mit meiner kleinen Kamera und einem 135 mm Objektiv ist da nicht viel zu machen. Glücklicherweise fahren wir in   kleinere Seitenarme und lassen das Boot manchmal ohne Motor treiben.   Jetzt wird es nämlich besser und wir kommen näher an die Vögel   heran. Über 300 Vogelarten leben hier in diesem Gebiet. Unser   Bootsführer kennt sie auch nicht alle, aber Michael hat eine   bebilderte Karte zum Nachschlagen dabei. Hier eine kleine Auswahl   von dem, was ich fotografieren konnte:
Die Urwaldriesen  haben enorme   Wurzeln  und zwischen ihnen bewegen sich die Kaimane. Wir haben   aber Pech: Jedesmal, wenn wir näher herankommen, tauchen sie unter.   Manche Kanäle sind sehr verschlammt, einige andere grün, braun oder   grau.

In   der Wasserlandschaft von Lagunen, die uns umgibt, ist jegliches   Getier vorhanden, was man sich vorstellen kann, vor allem Unmengen   von Vögeln, riesige nachtaktive Vögel, deren Namen ich vergessen   habe, die aber interessant aussehen und natürlich alle Sorten von   Leguanen, die man meist gar nicht von den Blättern unterscheiden   kann. Erst, wenn sie auf dem Boden herumkriechen, fallen sie auf.   Das ist mit den Kaimanen auch so.

Über das wundervoll ruhige Wasser gleiten wir durch die Kanäle. Man   hört nur die vielfältigen Geräusche des Dschungels. Um die   Brüllaffen, Faultiere, Schmetterlinge, Frösche und Kaimane zu   fotografieren, kommen wir nicht nahe genug heran. Michael erklärt   sehr fachkundig die Eigenarten der Tier- und Pflanzenwelt. Das ist   jedenfalls ein lohnenswerter Ausflug - aber vor allem für   Vogelliebhaber.
Nach dem Bootsausflug machen wir einen Spaziergang über die Stege in der Evergreen Lodge und sind erstaunt, was wir dort zu sehen bekommen. Hier eine kleine Auswahl:
Und schließlich bekommen wir auch den berühmten Pfeilgiftfrosch zu   sehen, der wider Erwarten ganz klein ist. Wenn er erregt ist,   sondert er ein Sekret ab, mit dem die Indianer ihre Pfeile   präpariert haben. Auf kleine Lebewesen wirkt das wie ein lähmendes   Nervengift.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Boot   über die Lagune ins Dorf Tortuguero. Dort besuchen wir den weltberühmten Schildkrötenstrand, wo die  grünen Seeschildkröten ihre Eier ablegen. Von den sieben  Meeresschildkrötenarten, die es auf der Welt gibt, legen vier hier ihre Eier ab.

Die grüne Meeresschildkröte kommt zwischen Juni und Oktober zur   Eiablage, die Lederschildkröte im April und die Karettschildkröten kommen zwischen April und Oktober.

Auf der Touristenkarte sieht das Dorf recht groß aus. Die Straßen   sind allerdings winzige Feldwege oder schmale Durchgänge zwischen   den Häusern.

Das ist eine Nebenstraße in Tortuguero   mit dem Eingang zu einer Pension. Auf dem rechten Bild ist die   Hauptstraße zu sehen. Autos gibt es hier nicht und das Leben   vollzieht sich wirklich wie in einem abgeschiedenen Dorf. Der   Spaziergang durch das Dorf ist wirklich ganz nett.
 
Die Bewohner des Dorfes scheinen gut   vom Tourismus zu leben, denn alle Häuser sind bunt bemalt und gut   gestrichen. Im Dorf liegt kein Müll herum und alles sieht gepflegt   aus.

Ganz witzig finde ich das große Plakat, das im Schaufenster eines   Geschäftes angeklebt ist: Es zeigt die Summen und die Namen der   Kunden an, die noch Schulden in dem Laden haben.


Freitag, 28.2.2014
Glücklicherweise brauchen wir nicht so früh aufstehen. In der Nacht   hat es kräftig geregnet und alles ist sehr feucht. Alles, was wir in   den Koffer packen, ist klamm. Nach dem Frühstück checken wir aus und   bezahlen noch 60 Dollar für unsere Getränke. Bevor es losgeht, fotografieren wir noch Leguane, Affen und Krabben.   Um 8:00 Uhr wird unser Gepäck eingeladen und wir fahren mit dem Boot   durch die Lagunen zurück zur Anlegestelle in Parismina. Eineinhalb   Stunden später sind wir dort:

Unser Minibus wartet schon an der   Mole. Das Gepäck wird wieder durchs Fenster eingeladen  und wir   begeben uns auf die 35km lange Schotterpiste.
Unser Ziel ist das Hotel Los Lagos im Nationalpark Arenal, das etwa 250 km entfernt liegt. Google zeigt 6 Stunden Fahrzeit an, aber wir wissen inzwischen, wie die Straßen aussehen und rechnen mit 9 Stunden.
Eine Stunde später sind wir froh, als wir den Asphalt erreichen. Die   Mittagspause erfolgt in dem gleichen miserablen   Abfütterungs-Restaurant in Guápiles wie auf der Hinfahrt, wo das   Frühstück so schlecht war. Auch jetzt halten alle Busse hier und die   Fahrgäste verrückt Ausschau nach dem Faultier oben im Baum.
Die Fahrt geht wieder über den Highway 4 bis San Miguel und dann   über die carretera 140 weiter nach Venecia. In Angeles machen wir   eine Pause an einer Brücke mit vielen großen Leguanen. Die Tiere   sind alle 1-2m lang, sind im Gebüsch kaum zu erkennen und sehen   beängstigend gefährlich aus.

Inzwischen sind die Temperaturen   deutlich gesunken, weil wir uns wieder im Bergland befinden. Das   gefällt uns sehr.
Unterwegs machen wir in einem kleinen Ort eine Kaffeepause und gehen   zum ersten Mal allein in einem Dorf umher in eine Bar und trinken   einen Cappuccino. Es ist schon ein wenig befremdlich, jetzt hier in   einem abgelegenen Ort als Tourist umherzuspazieren.

Insbesondere fällt uns auf, dass an   den Banken lange Menschenschlangen stehen, die am letzten Freitag im   Monat Februar ihren Lohn abholen wollen. Alles geht sehr langsam und   es wird nur immer eine kleine Gruppe hineingelassen. Alle schauen   mich verwundert an, als ich das fotografieren will. In den anderen Orten, die wir durchfahren, ist das   ähnlich. Viele verdecken auch ihr Gesicht. Die Schlange vor der Bank   draußen und hinter dem Gitter ist mehr als 50m lang.
Arenal
Erst um halb sechs kommen wir im Hotel Los Lagos an, das ein Stück   außerhalb von La Fortuna liegt. Der Vulkan Arenal liegt verschwommen   im Hintergrund und wir hoffen, ihn morgen etwas klarer zu sehen.

Die Hotelanlage gefällt uns sehr gut. Unsere Zimmer 203 und 205 sind   sehr groß, komfortabel und erfüllen wirklich den 4-Sterne-Standard.   Eine Terrasse und ein Balkon mit schönem Ausblick vervollständigen   den guten Eindruck.
Wir wohnen in der riesigen Anlage ziemlich weit oben am Berg und   gönnen uns nach einem Spaziergang abwärts an der Poolbar einen guten   Guaro Sour zur Happy Hour. Danach bleiben wir gleich unten und essen   im Restaurant noch einen Salat, bevor wir uns mit dem Hotelshuttle   wieder hochfahren lassen.

Samstag, 1.3. 2014
Ute und Hans stehen früh auf und   fangen den fantastischen Sonnenaufgang und das Farbenspiel im Tal   unter uns auf.

Als die ersten Wolken erscheinen und   über den Gipfel des Arenal ziehen, sieht es so aus, als ob heiße   Dämpfe aus dem Vulkan aufsteigen:

Wir sind total begeistert von dem Anblick des Vulkans Arenal und der   Nähe, in der wir uns befinden. Die Anlage mit den schön gestalteten   Gärten und Pflanzen optimiert jedes Foto, das wir aufnehmen. Es gibt   auch einen Wanderweg vom Hotel direkt zum Vulkan. Das ordentliche   Frühstück ergänzt unseren guten Eindruck von dem Hotel. Wenn Sie   sich dafür interessieren, sollten Sie sich die Webseite des Hotels Los   Lagos einmal anschauen. Ich habe auch dazu eine ausführliche   Bewertung im Tripadvisor veröffentlicht.
Nach dem sehr ordentlichen Frühstück fahren wir um 8:15 Uhr zur   Bootsanlegestelle am Rio Cañon   Blanco, wo wir in Schlauchboote steigen und den flachen Fluss   hinunterpaddeln.
 
Es ist eine schöne Flusslandschaft,   die wir durchfahren. Oft schleifen wir über den den Grund, weil der   Fluss um diese Zeit wenig Wasser führt.

Wir beobachten Brüllaffen,   verschiedene Reiherarten, Leguane, viele Vögel und Fledermäuse. Aber   außer dass es schön ist, im Schatten und bei wenig Wind sich den   Fluss hinunter treiben zu lassen, ist nicht viel los. Wir sind halt   schon verwöhnt durch den Tortuguero Nationalpark.
 
Bei Oma Mila gibt es selbst gebackenen Kuchen und Bananen.
Anschließend spazieren wir noch eine   Stunde durch La Fortuna, das viele Angebote für Touristen in   den Läden hat, aber sonst ein einfacher Ort ist.
 
Wir besuchen noch die Kirche und   schauen uns einige Läden an. Als wir zu spät zum Sammelpunkt   zurückkommen, werden wir wütend ausgetrommelt., weil wir uns nicht   an die vereinbarte Zeit gehalten hatten. Dabei hatten wir überhaupt   nichts von dem Termin mitbekommen. An diesem Beispiel merken wir   wieder, wie viel besser es doch ist, allein zu reisen und nicht in   der Gruppe. Man könnte sich für viele interessante Dinge mehr Zeit   lassen.
Den Nachmittag verbringen wir am Pool und genießen die Ruhe und den Blick auf die schöne Gartenlandschaft mit dem Vulkan Arenal im Hintergrund:
 
Um den Vulkan herum gibt es viele Wanderwege und die Gegend ist touristisch gut erschlossen. Es gibt in der Nähe Thermalbäder, heiße Quellen, Wasserfälle, den Stausee, Hängebrücken und Tropfsteinhöhlen.
Ute und Hans machen derweil eine Tour durch die Baumkronen. Man muss   ein Stück um den Vulkan herumfahren und kommt dann auf die aktive   Seite. Dort befinden sich im dichten Wald 14 Hängebrücken, die durch   einen   3,1 km langen Wanderweg verbunden   sind. Es gibt 8 feste Brücken mit einer Höhe zwischen 8 und 22 Metern,   aber auch 6 Hängebrücken, die zwischen 48 und 98 Meter lang sind und   bis in eine Höhe von 60 Metern reichen.
Dort kann man aus den   Baumwipfeln exotische Vögel beobachten und hat einen fantastischen   Blick auf den Vulkan.
Um kurz nach Fünf kommen sie zurück und bringen schöne Bilder mit:
 
Sonntag, 2.3.2014
 
Schon um kurz nach halb sechs stehen wir auf und sind um 8:15 Uhr   auf dem Weg in Richtung Rincon de Vieja. Wir fahren lange um den   Arenal-See herum, um den die Radfahrer heute eine Tour machen und  treffen an der Straße viele Nasenbären, die von den Radfahrern   fleißig gefüttert werden.
 
An zwei weiteren Aussichtspunkten   halten wir noch und machen einige Fotos, aber so spektakulär ist der   Blick über den Arenal-See auch nicht:
Nationalpark Rincon de Vieja
In Cañas erreichen wir endlich wieder   die Panamericana, auf der es etwas schneller vorwärts geht, weil sie   gut ausgebaut ist.
Das gefällt natürlich   auch unserem Fahrer, der bis Liberia auf der N 1 bleibt. Wir sind   jedesmal wieder fasziniert von der 28 000 km langen Panamericana,   die als längste Straße der Welt durch den gesamten amerikanischen   Kontinent führt. Den größten Teil davon haben wir davon schon   befahren, aber jedes Teilstück ist in jedem Land wieder anders.  
Nationalpark Rincón de la Vieja
Nach einer Pause in Liberia biegen wir auf eine fürchterliche   Schotterstrecke zum Nationalpark Rincón de la Vieja ein.
Wir bezahlen Eintritt und machen dann eine 3 km lange Wanderung zu den Fumarolen.
Über die Flüsse im Nationalpark führen oft Hängebrücken.
 Der Rundweg an den Dampf-, Schlamm-   und Wasserlöchern vorbei ist zwar ganz interessant, aber natürlich   bei weitem nicht so spektakulär wie im Yellowstone Nationalpark in   den USA oder in Rotorua auf Neuseeland.
Wir entdecken trotzdem einige   bemerkenswerte vulkanische Erscheinungen. Vor allem gefällt uns   sehr, dass unser Reiseführer Michael auch die Bäume und   Sträucher erklärt, die hier wachsen. Das gefällt uns sehr. Man merkt, dass er sich mit   der Materie beschäftigt hat. Wie überall hängt die Qualität   einer Reise stark von dem Reiseführer ab, der einen begleitet.

Nach unserem Besuch im Nationalpark   müssen wir uns beeilen, weil wir zum Sonnenuntergang in der Buena   Vista Lodge sein wollen. Michael erklärt, dass die Lodge extra einen   Observation Point für den Sonnenuntergang gebaut hat, weil der vom   Berg oben so toll zu beobachten ist.
Unser Fahrer Estéban nimmt deshalb eine Abkürzung über eine andere Schotterpiste, um eine halbe Stunde Fahrzeit zu sparen. Es geht über eine sehr steinige und felsige Straße, sogar durch ein Flussbett.  Mit einem Mietwagen würde ich mich nicht trauen, eine solche Strecke zu fahren. Wahrscheinlich ist das auch gar nicht für Mietwagen erlaubt. Immerhin stehen ab und zu an den Kreuzungen Hinweisschilder zu der Lodge. Mit Flussbetten als Hindernis muss man   auf den Nebenstraßen in Costa Rica immer rechnen.
Nach unserer Ankunft um 16:45 Uhr bekommen wir die Bungalows Nr. 5   und 6. Die Holzhäuschen sind zwar einfach eingerichtet, aber ganz   nett und haben vor der Tür eine kleine Terrasse. Die Anlage ist groß   und für Familien mit Kindern gedacht, die hier oben in den Bergen   mit Pferden oder mit der Kutsche Ausflüge machen wollen.     Es gibt ein riesiges Aktivitätsprogramm, denn in der Umgebung finden   Sie alles: heiße Quellen, Wasserfälle, Dschungel, Wälder und Wiesen   in einem angenehmen Klima. Die Lodge liegt 750m hoch und umfasst ein   riesiges Gelände. Hängebrücken, Pool, Wanderwege und alles, was für   den Familienspaß notwendig ist, ist vorhanden. Wenn   Sie daran Interesse haben, schauen Sie sich doch einmal die Webseite   der Buena Vista Lodge an. Ich habe auch einen ausführlichen Bericht   für den Tripadvisor verfasst.
Wir machen uns sofort auf den Weg zum Observation Point, weil wir   den Sonnenuntergang nicht verpassen wollen. Oben ist auch eine Bar,   aber leider ist der Service sehr mäßig und erst mit vielen   Überredungskünsten bekommen wir einen einigermaßen vernünftigen Guaro Sour als Happy Hour Drink.   Mit dem setzen wir uns auf die Bank und erwarten den   Sonnenuntergang.
 
Leider ist der Sonnenuntergang wenig spektakulär, obwohl man in 40 km   Entfernung tatsächlich das Meer sieht und die Sonne im Meer   untergeht.
Da   wir aber schon viele weitaus schönere Sonnenuntergänge gesehen   haben, sind wir zwar ein wenig enttäuscht, aber ärgern uns nicht.   Nachdem wir uns geduscht und für das gemeinsame Abendessen um 19:00   Uhr fertig gemacht haben, fällt plötzlich der Strom aus. So müssen wir mit Taschenlampe und Smartphone zum Restaurant finden.  
Der Sternenhimmel ist zwar beeindruckend, aber nicht hell genug.   Vorher sprühen wir noch kräftig unser Zimmer gegen Moskitos ein. Das Abendessen bei Kerzenlicht und improvisierter Beleuchtung des   ziemlich einfachen Buffets findet im Jugendherbergsstil an langen   Tischbänken statt. Das ist ganz abenteuerlich, aber witzig. Der   gesamte Raum ist voll von Touristen, deren Gesichter im Kerzenlicht   gespenstisch aufleuchten. Manche besitzen ein Smartphone und   benutzen es von Zeit zu Zeit, um zu sehen, was sie noch auf dem   Teller haben. Wir erfahren, dass ein Baum unten im Dorf über die Stromleitung   gefallen ist und heute wohl nicht mehr mit einer Beleuchtung zu   rechnen ist. Deshalb besorgen wir uns in dem großen allgemeinen   Durcheinander vier Kerzen aus der Vorratskammer des Hotels und ein   Sixpack gut gekühltes Bier von der Bar. Wir nehmen alles mit zu   unserem Bungalow und setzen uns damit gemütlich vor die Tür. So   dunkel war es nie.
Ich überprüfe   die Akkus meines  Smartphones und meines Netbooks, die beide   noch zu 80% geladen sind. Taschenlampenbatterien habe ich auch noch   als Reserve. So haben wir alle gute Laune und genießen den   sternenklaren Abend auf der Terrasse vor unserem Häuschen. Man hört   die Vögel und den Wind. Der größere Teil der Gruppe verabschiedet   sich und fährt morgen früh nach Punta Arenas, während wir vier und   zwei weitere Gäste nach Nicaragua weiterreisen.
Montag, 3.3.2014
Gegen Morgen ist der Strom wieder da und wir können die Akkus   aufladen.

Es ist ein traumhafter Morgen hier   oben auf der Farm: Die frische klare Luft und die warme Sonne sind   wunderbar.
Ein seltsamer, wunderschön bunter Vogel mit einem 30cm langen   Schwanz verfängt sich in unserem Zimmer, als wir die Fenster zum   Lüften öffnen. Er ist total verwirrt und flattert wie wie wild an   den Wänden entlang. Irgendwann ist er müde und setzt sich in eine   Ecke, sodass ich ihn fotografieren kann. Erst später erfahren wir,   dass es ein Guardabarranco ist. Es ist nämlich der Nationalvogel von   Nicaragua.
Das Frühstück ist wie in der Jugendherberge: Lieblos geschnittenes   Brot, Marmelade und Margarine in der Schale - und dazu ein Koch an   der Bratpfanne, der total unprofessionell in den Omelettes   herumfuhrwerkt. Der dünne Kaffee macht es auch nicht besser.
Alle Gruppen sind abgereist und nur   noch die Familien sind hier, die auf der Farm Urlaub machen. Die   meisten sitzen jetzt auf dem Pferderücken oder auf einem Traktor.   Einzelne Touristen  machen sich auf den Weg in den   Nationalpark.
Wir warten auf unseren Fahrer, der uns nach Peñas Blancas an die Grenze von Nicaragua bringen soll. Goggle gibt für die 85 km eine Fahrtzeit von 1 1/2 Stunden an. Der kommt um 9:00 Uhr mit einem Minibus und einem Schweizer Guide. Wir sind froh, als wir über die schreckliche Schotterpiste wieder auf die Panamericana stoßen und diese bis zur Grenze nach Nicaragua weiterfahren können.

Als wir tatsächlich eineinhalb Stunden später dort ankommen, ist keiner da,   der uns abholt. So warten wir über eine Stunde im Niemandsland auf   den Führer aus Nicaragua, der nach Auskunft unseres Schweizer Guides   noch eine andere Gruppe verabschieden muss. Den haben wir nämlich   für unsere Nicaragua-Tour gebucht.
Was uns in Nicaragua erwartet und was   wir dort erlebt haben, können Sie in meinem Reisebericht Nicaragua lesen.
Am Ende dieser Tour durch Nicaragua sind wir nämlich   wieder an der Grenze in Peñas   Blancas und fahren von dort aus weiter zur Playa Potrero, wo wir für   4 Tage ein schönes Strandhotel gebucht haben. Es heißt Bahia del Sol   und liegt am Potrero Strand.

Sonntag, 9.3.2014
Um   8:30 Uhr fahren wir ab zur Grenze nach Peñas   Blancas und sind schon eine halbe Stunde später da.
Es dauert aber   noch eine ganze Weile, bis wir die Ausreise- und   Einreise-Formalitäten erledigt haben. Wir müssen für die Ausreise   1+2=3 $ bezahlen. Die Einreise nach Costa Rica ist frei, aber dafür   müssen wir über eine Stunde in der Warteschlange stehen, bis wir den   Zaun passieren dürfen.

Der Schweizer Guide begleitet uns. Auf der   anderen Seite wartet Santos, unser neuer Fahrer, den wir im Hotel   Bahia del Sol bestellt hatten, mit einem Schild und unserem Namen.   Das beruhigt uns, obwohl der andere Fahrer mit unserem Gepäck noch   verschwunden ist. Aber schließlich klappt doch alles und kurz vor   halb elf fahren wir los.
Playa Potrero
Von der Grenze bis nach Liberia sind es 60   km und von dort noch einmal 80 km bis zur Playa Potrero.   Glücklicherweise ist seit 3 Monaten eine neue Asphaltstraße dorthin   fertig, sodass wir 2 Stunden später dort ankommen.
Hinweis:
Die Karte stammt übrigens von GoVisitCostaRica. Das   ist eine empfehlenswerte Webseite, wenn Sie sich für ein Strandhotel   an der Pazifikküste interessieren.
Unser Hotel  Bahia del Sol ist   klein; es hat nur 10 Zimmer und 10 Suiten. Das gefällt uns sehr.
Außerdem liegt es in einem sehr schönen und gepflegten Garten direkt   an einem dunklen Sandstrand.

So   suchen wir uns erst einmal eine Liege und ein schattiges Plätzchen   aus und entspannen uns. Im Schatten ist es erträglich bei etwas   Wind. Wir verbringen den Tag im Garten auf der Wiese. Ich teste das   Meer und bin gar nicht begeistert, weil das Wasser milchig ist und   vom dunklen Sand aufgewühlt. Das ist schade. Zum Spazierengehen   eignet er sich aber gut, denn die Bucht ist kilometerlang.

Wenn Sie sich also für ein ruhiges   Strandhotel interessieren, schauen Sie sich doch einmal die Webseite vom Hotel Bahia   del Sol an. Ich habe auch eine ausführliche Beurteilung für den Tripadvisor geschrieben.
Zur Happy Hour gibt es den Guaro Sour zum halben Preis und wir   genießen auf der Wiese den schönen Sonnenuntergang am Pazifik in   Costa Rica.
 
Am   Abend essen wir sehr gut im Restaurant (2x Tuna, 1x Snapper und 1x   Mahimahi) und sind mit allem sehr zufrieden. Die Kellner bemühen   sich sehr und einer ist sogar sehr beflissen und ein bisschen   vorlaut. Es   ist nicht allzu viel los; die meisten Gäste sind Amerikaner, nur   selten findet man Deutsche.

Montag, 10.3. 2014
Nachdem wir um halb acht aufgestanden sind und gemütlich   gefrühstückt haben, stellen wir fest, dass alle Liegen bereits   reserviert sind. Nur mit Mühe ergattern wir noch ein Plätzchen im   Schatten.

Den Pool benutzen wir nicht, obwohl alles sehr schön gestaltet ist,   man kann sogar im Wasser an der Bar sitzen.
Es   ist ziemlich heiß; im Schatten bei etwas Wind ist es erträglich. Wir   verbringen den Tag im Garten auf der Liege, schreiben Karten und   lesen. Ich schreibe meinen Bericht über Costa Rica zu Ende und   verschicke die Mails. Dazu schreiben wir noch Geburtstagsgrüße an Bekannte.
Unseren Guaro Sour   genießen wir wieder zum schönen Sonnenuntergang. Abends sind wir die letzten, die das Restaurant verlassen. Ein paar   Bierchen wurden uns auch zu viel aufgeschrieben. Das haben wir   bemängelt und es wurde freundlich korrigiert.

Dienstag, 11.3.2014
Heute sind wir etwas cleverer und reservieren uns frühzeitig eine   Liege.
Ich mache einen Spaziergang über die linke Seite des Strandes in   Richtung Playa Potrero und Playa Basilito. Der Flamingo Beach, der auf der anderen Seite der Halbinsel liegt,   ist wirklich hell und feinsandig. Die Straße führt zwischen dem   Strand und dem Hotel Flamingo Beach hindurch. Liegen und   Sonnenschirme gibt es hier nicht, aber einige schattige Bäume. Das   Wasser im Meer ist türkisgrün und klar. Man kann bis zum Basilito Beach laufen.
Der Strand vor dem Hotel Flamingo - im   Hintergrund die Condominiums auf der Spitze der Halbinsel
Unterwegs liegen viele Quallen am   Strand und ich bin erstaunt, dass die Geier sie fressen.
Am Nachmittag kommt kräftiger Wind auf. Die Angebote auf der  Speisekarte sind wieder sehr  lecker. Ein Büffet gibt es nicht, aber die  Speisen sind ausgezeichnet, wenn es auch manchmal ziemlich lange dauert.

Mittwoch, 12.3.2014
Wir frühstücken wieder gemütlich und sichern den Transfer zum   Flughafen um 7:50 Uhr. Dann kaufen wir Ansichtskarten (mit 2$ pro   Stück sündhaft teuer hier) und schreiben.
Wir spazieren den anderen Strand entlang und erkunden, was hinter   der Bucht liegt (Ich klettere über die Felsen, Ute und Hans laufen   durchs Dorf). Dort befindet sich die Playa Penca, eine   wunderschöne Bucht mit hellem Sand, türkisgrünem Wasser und   kräftigen Wellen.

Abends genießen wir unsere letzte Happy Hour wieder bei einem   wunderschönen Sonnenuntergang.

Wir schreiben unsere letzten Karten und packen unsere Sachen für die   morgige Abreise. Wir müssen schon früh aufstehen, denn wir haben das   Taxi zum Flughafen nach Liberia für 8:00 Uhr bestellt, von wo aus   wir mit Interjet nach Panama fliegen wollen.
Leider habe ich ein paar Mückenstiche erwischt - entweder bei der   Happy Hour oder beim Abendessen. Jedenfalls jucken sie furchtbar.   Das ärgert mich sehr, denn in Nicaragua war ich ziemlich davon   verschont geblieben.
Was wir in Panama   erlebt haben, können Sie in meinem  Reisebericht   Panama nachlesen.
Das war´s von Costa Rica. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es   sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie   vorhaben, Costa Rica zu besuchen.  Vielleicht   haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!
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