Reisebericht Madeira: Blütenzauber auf Madeira mit Trendtours - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

Maui Hookipa Strand

Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht Madeira: Blütenzauber auf Madeira mit Trendtours

Reiseberichte
Blütenzauber auf Madeira mit Trendtours - ein Reisebericht
Eigentlich war das die beste Reise, die   wir mit Trendtours gebucht hatten. Wir haben schon viele Reisen mit diesem   Veranstalter mitgemacht, meistens war das Programm recht ordentlich, aber   die Hotels waren oft miserabel. Außerdem waren viele Rundreisen so   organisiert, dass man morgens früh aufstehen musste, die Koffer vor dem   Frühstück gepackt haben musste und dann ging´s mit dem Bus los zu einer   mehrstündigen Fahrt ins nächste Hotel. Das schien hier glücklicherweise   nicht der Fall zu sein und Madeira haben wir deswegen gebucht, weil   sämtliche Übernachtungen in einem einzigen Hotel stattfanden und das   Rundreiseprogramm uns sehr gut erschien, denn alle Highlights der Insel   waren darin enthalten.  Und wir wurden auch nicht enttäuscht.
Im Programm war zwar eine Verlängerungswoche recht günstig angeboten, aber   für einen Überblick schien uns eine Woche erstmal ausreichend zu sein. Der   Preis von 699.- € pro Person war unschlagbar günstig, zumal wir für den   Monat Juni keinen Saisonzuschlag zu zahlen hatten. Leider waren alle Flüge   von Düsseldorf ausgebucht, sodass wir Frankfurt als Start wählen mussten.
Meine Frau informierte sich erst einmal im Internet über die beiden   angegebenen Hotels in Madeira, die für die Übernachtung vorgesehen waren.   Wir entschieden uns aufgrund der positiven Aussagen bei Holidaycheck und   beim  Tripadvisor  für das Hotel Quinta Splendida in Caniço, einem   Ort, der ca. 10 km außerhalb von Funchal liegt. Das war eine hervorragende   Entscheidung und den Aufpreis von 50 € war es allemal wert.
Ärgerlich bei Trendtours ist natürlich, dass   man erst 10 Tage vor Abflug die Abflugzeiten genannt bekommt und so erfuhren   wir dann, dass wir um 04:50 Uhr mit Tuifly abfliegen würden. Da wir die   Flugnummer mitgeteilt bekommen hatten, konnten wir im Internet bei Tuifly   online einchecken. Das ging prima, denn wir konnten die Sitzplätze gleich   mit reservieren. Raffinierterweise waren die Sitze 23C und 23 D vorgegeben   und für jeden anderen Sitzplatz hätte ich zusätzlich etwas bezahlen müssen.   Aber so lag halt nur der Gang zwischen uns in der Boeing 330-800 und wir   beließen es bei diesen Plätzen. Sehr positiv fand ich, dass ich den Check-In   für den Rückflug am 21.6. gleich mitmachen und mir die Bordkarten ebenfalls   ausdrucken konnte.

Dienstag, 14.6.2016
Kurz nach   Mitternacht haben wir die Koffer gepackt und machen uns auf den Weg nach   Frankfurt zum Flughafen, weil wir zwei Stunden vor Abflug da sein wollen   und nicht wissen, was uns auf der Autobahn erwartet. Das Wetter ist   nicht so toll; es regnet ab und zu und es sind 19°C. Aber auf der   Autobahn ist nicht viel los und schon um 02:00 Uhr sind wir am   Flughafen. Das Parkhaus P8 liegt direkt unter dem Terminal 2 und so sind   wir schon 10 Minuten später in der Abflughalle. Das Einchecken geht   schnell, weil bei Tuifly 5 Schalter geöffnet sind. Um halb drei ist   alles fertig und und wir haben noch Zeit, um eine Etage höher bei   McDonalds einen Cappuccino zu trinken.
Die Maschine startet mit 180 Passagieren   kurz nach 5 Uhr morgens. Die Bestuhlung ist eng, die Stewards freundlich   und es gibt sogar kostenlos ein Getränk und eine warme Laugenstange.   Nach ruhigem Flug landen wir vier Stunden später in Funchal. Der Anflug   auf den Flughafen ist nicht mehr so gefährlich wie   vor einigen Jahren, denn inzwischen ist die Landebahn um einen Kilometer   verlängert worden.
Wir müssen unsere Uhr um eine Stunde   zurückstellen, denn hier ist es erst 8:10 Uhr. Unseren Koffer haben   wir schnell und draußen in der Ankunftshalle wartet eine Dame mit   einem Trendtours-Schild, die uns alle einfängt.

Sie verteilt   anhand ihrer Liste die ankommenden Gäste auf die verschiedenen   Hotels und wir werden zunächst einmal gebeten, an der Seite zu   warten, bis die anderen Gäste angekommen sind, die auch im Quinta   Splendida untergebracht sind.
Leider dauert das über eine Stunde,   denn von einem Ehepaar ist ein Koffer nicht mitgekommen und es muss   erst eine Verlustmeldung an einem Gepäckschalter ausgefüllt werden.
So ist das nun einmal bei Gruppenreisen: Alle müssen warten, bis der   letzte Passagier eingetroffen ist und sich gemeldet hat. Anschließend werden wir in einen Kleinbus verfrachtet und fahren mit   18 Personen und zwei Koffern auf dem Sitz neben dem Fahrer in   Richtung Funchal. Einige Gäste werden an dem Hotel FourViews Baia   ausgeladen, dann geht es weiter nach Caniço. Eine halbe Stunde später sind wir am Hotel Quinta   Splendida, das hinter einer hohen braun-roten Mauer verborgen liegt.   An der Rezeption erfahren wir, dass wir erst gegen 13:00 Uhr ein   Zimmer bekommen können, weil die Zimmer noch nicht fertig sind. Alle   an der Rezeption sprechen gut Deutsch und Englisch, sodass die   Verständigung keine Probleme macht. Wir werden zum Informationsraum   geschickt, der sich auf dem Hof befindet. Hier sitzt Ines, eine   Reiseleiterin von Trendtours, die uns über den Wochenverlauf   informiert. Sie macht das sehr gut, aber es geht alles sehr schnell und wir müssen viele   wissenswerte Informationen aufnehmen. Wir erfahren, dass die   Reihenfolge der Ausflüge geändert wurde und dass das Hotel   ausgebucht ist, weswegen das Abendessen in zwei Schichten serviert   wird. Das gefällt uns nicht so gut, aber wir sind auch nicht daran   beteiligt, weil wir keine Halbpension gebucht haben.
Was uns aber sehr entgegenkommt, ist die Ankündigung, dass morgen   früh um 9:00 Uhr der Bus gegenüber an der Haltestelle steht und zur   Westtour startet. Es gibt keine Reservierung im Bus und kein   Abzählen: Wer da ist, ist da - wer nicht da ist, ist nicht da und   der Bus fährt ab. Das ist prima, denn so wird man nicht gezwungen,   an den Ausflügen teilzunehmen oder kann in der nächsten Woche daran   teilnehmen. Einige wollen das auch so machen und wir bereuen etwas,   dass wir keine Verlängerungswoche gebucht haben, denn dann hätte man   für alles mehr Zeit.
Natürlich möchte Reiseleiterin Ines auch, dass möglichst viele die   Santana-Tour in den Osten der Insel buchen. Wir sind aber noch   unschlüssig und wollen erst einmal abwarten. Das ist auch gut so,   denn später stellen wir fest, dass sämtliche Veranstalter die Tour   fast zum gleichen Preis anbieten.
Jedenfalls setzen wir uns erst einmal unter einen Sonnenschirm im   Galeria Restaurant und bestellen einen "chinesa", das ist ein   Milchkaffee, wie ihn die Madeirer hier nennen. Danach machen wir   einen Spaziergang durch den Garten. Hier   eine Auswahl von den ersten Bildern:
Wir   sind total begeistert von der gesamten Anlage und jetzt gespannt,   welches Zimmer wir bekommen, da wir so viele schöne Beispiele gesehen haben.   Wir marschieren also gegen 13:00 Uhr zur Rezeption und bekommen   wiederum die enttäuschende Antwort, dass es vor 14:00 Uhr kein   Zimmer gibt.
Das Hotel habe die Checkout-Time für   12:00 Uhr festgelegt und man benötige die Zeit zum Saubermachen. Wir   sind ziemlich sauer, weil die anderen Gäste, die mit uns hergekommen   sind, bereits ein schönes Zimmer haben und sich auf der Terrasse   sonnen.
Aber was will man machen?
Also bleibt uns nur ein erneuter Spaziergang durch den Garten übrig   und wir setzen uns auf eine Liege am Pool. Wir haben kein Handtuch   und nur unsere Kleider von Deutschland an. Neidisch schauen wir auf   einige Hotelgäste, die sich in Badekleidung sonnen und auf der Liege   räkeln.
Zwischen dem Pool und dem Pool-Restaurant  befindet sich eine   Teichanlage, die sehr schön mit Steinen, Figuren und Pflanzen   gestaltet ist. Hier warten wir jetzt bis 14:00 Uhr.

Danach bekommen wir endlich unseren   Zimmerschlüssel für das Zimmer 1115, das wir im alten Herrenhaus   finden. Inzwischen ist es 14:30 Uhr, als wir   unsere Koffer die Treppe hochgehievt haben. Die Enttäuschung wird   noch größer, als wir es aufschließen, denn es ist altertümlich   eingerichtet und hat deutliche Gebrauchsspuren. Der angedeutete   Kamin, der Ölradiator davor und die Ohrensessel versetzen uns ins   vorige Jahrhundert.
Das Zimmer ist zwar geräumig, hat eine   hohe Decke und die einzelnen Wohn- Elemente erfüllen wahrscheinlich   die Bedingungen eines 4-Sterne-Hotels, aber nur am unteren Ende des   Standards. Am meisten schockiert uns der alte klobige   Röhrenfernseher, der sicher 40 Jahre auf dem Buckel hat und nur ein   flimmerndes Bild zustande bringt, obwohl ein komplettes   Satellitenprogramm mit deutschen Sendern angeboten wird. Außerdem   ist die Aussicht nach draußen nur in einen dunklen Teil des Gartens   möglich und ein Balkon ist auch nicht vorhanden. Das Bad mit den   marmorierten Wand- und Bodenplatten hat immerhin neue Armaturen   bekommen und das Wasser läuft aus der Toilette mit Drehknopf gut ab.   Aber zumindest ist in der großen Kommode und den beiden   Kleiderschränken genug Stauraum vorhanden.
Jedenfalls ist die Minibar im   Kleiderschrank gut gefüllt und die Preisliste akzeptabel. Ein   Upgrade auf ein anderes Zimmer ist nicht möglich, da alles   ausgebucht ist. Das tröstet uns wenig und so müssen wir uns in unser   Schicksal fügen und sind neidisch auf die schönen Zimmer unserer   Reisegenossen. Nachdem wir die Koffer ausgepackt   haben, gehen wir nebenan in die Bäckerei, suchen uns aus den   leckeren Backwaren etwas aus und trinken einen "Chinesa" dazu. Über   die Preise sind wir total erstaunt, denn wir bezahlen für den   Milchkaffee 0,80 € und die Hefeteilchen 1 € pro Stück. Außerdem   sitzt man hier an sauberen Tischen ganz nett und kann die   Einheimischen beobachten, die hier einkaufen oder sich Baguettes   belegen lassen. Die Bedienung ist sehr freundlich und versucht uns   mit englischen Sprachbrocken zu helfen. Das klappt alles prima und   wir lernen sofort die wichtigsten Fachausdrücke, die hier in Madeira   für den Kaffee gebräuchlich sind:
Wer den Kaffee klein und schwarz liebt, der bestellt einen Espresso   ("bica) oder noch stärker "bica curta". Wer den Kaffee gern mit   Milch trinkt, bestellt einen "garoto". Das ist eine kleine Tasse   Milchkaffee. Die große Tasse heißt "chinesa". Und den Cappuccino   kennen natürlich auch alle.
Danach spazieren wir durchs Städtchen und schauen uns ein wenig um.   Wir studieren die Speisekarten von den umliegenden Restaurants    "A Laeira", "A Central" und "La Terraza". Ein Stück weiter entdecken   wir ein Einkaufszentrum mit verschiedenen Geschäften. Auch das   italienische Restaurant "Sabores D´Italia" ist darin.
Anschließend tragen wir uns in der   Rezeption für die Führung durch den Garten ein. Die 3,50 € bezahlen   wir gern, denn so lernen wir sicher die verschiedenen Blumen und   Pflanzen kennen. Um 17:00 Uhr findet eine Führung durch den Garten   statt. Hier eine kleine Fotogalerie:
Die Führung ist wirklich instruktiv,   zumal Paula gut Deutsch spricht und mit viel Sachkenntnis die   Pflanzen beschreibt.
Wir sind ganz dankbar dafür, weil wir   auf diese Weise einen ersten Einblick in die tropische Pflanzenwelt   bekommen haben.  Zum Schluss besichtigen wir noch den   Kräutergarten und erfahren auch, dass wir in dem alten Herrenhaus   aus dem 19. Jahrhundert wohnen, das mit 25 Zimmern den Ursprung des   heutigen Hotels mit 166 Zimmern bildete. Bertolli aus Italien war   der Besitzer, der unbedingt einen tropischen Garten dazu anlegen   wollte. Im Laufe der Zeit wurde dann das Gelände immer mehr mit   tropischen Pflanzen und Blumen erweitert - zuletzt um schöne Suiten   mit Meerblick.
Wir glauben ihr das alles unbenommen, sind aber total frustriert,   weil wir ja eines der alten Zimmer bekommen haben, das zwar   stilgerecht aufgearbeitet, aber nicht modernisiert wurde. Im   Internet schauen wir uns die Suiten an und werden wieder ziemlich   neidisch.

Der Hotelbus hat leider nur 8 Sitzplätze und fährt 5x   am Tag nach Funchal.
Um 19:00 Uhr gehen wir im Restaurant   La Terraça essen. Es ist nicht viel los und wir setzen uns auf die   Terrasse. Die Aussicht auf die Großbaustelle im Tal ist nicht   besonders reizvoll, aber der Kellner ist sehr freundlich und die   Küchencrew auch.

Wir bekommen einen Salat gratis vom   Büffet und bestellen vorweg ein Fladenbrot mit Knoblauch. Zu   diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass das ein "Bolo do   caco" ist und normalerweise vor dem Essen serviert wird.   Vielfach sogar kostenlos. Es ist jedenfalls frisch, knusprig, warm   und schmeckt hervorragend. Meine Frau nimmt als Vorspeise die mit   Shrimps gefüllte Avocado. Sie   ist ziemlich groß und und lecker. Solch große Avocados sind wir bei   uns zu Hause gar nicht gewöhnt.

Ich entscheide mich für die Gambas in Knoblauch. Die sind zwar auch   sehr lecker, aber ich muss sie mühevoll von der Schale befreien und   sie sind mit sehr viel Tomatensauce zubereitet. Ein bisschen mehr   Knoblauch und Olivenöl hätte ich mir schon gewünscht.

Als Hauptgericht wählen wir beide das Pfeffersteak mit Bratkartoffeln und Gemüse. Das Steak   ist ein Filet von mittelmäßiger Qualität mit scharfer Pfeffersauce,   Bratkartoffeln und Gemüse in riesiger Portion, aber schmackhaft. Das sind wir gar   nicht gewohnt und ziemlich überfordert.
Für alles zusammen mit 4 Bier à 0,3 l bezahlen wir weniger als 50   Euro und sind sehr zufrieden. Alles in allem ist das nämlich sehr   ordentlich. Kein Gourmetrestaurant, aber gut für jeden, der großen   Hunger hat und gut essen will. Beim Bezahlen gibt es aufs Haus noch   einen Poncha.
Den kennen wir noch gar nicht, sind aber total begeistert, denn es handelt sich um das Nationalgetränk von Madeira. Normalerweise heißt es "La Poncha", also die Poncha. Es ist eigentlich eine Abart des Caipirinha aus Brasilien, denn man verwendet einen Aguardente de cana, das ist der gleiche Zuckerrohrschnaps, den man auch in Brasilien verwendet, wobei er dort aber als  Cachaça bezeichnet wird.
Bereits im 15. Jahrhundert wurde Zuckerrohr auf Madeira angebaut und in einer Mühle zermahlen, um den zuckerhaltigen Saft zu gewinnen. Neben der Produktion von Zucker wird bis heute der zuckerhaltige Saft in einigen Destillierien vergoren und anschließend destilliert zu "Aguardente de Cana".
Es gibt sehr viele Variationen vom Poncha, aber die Leute in Madeira lieben die Varianten mit Orangen oder Maracuja. Wenn Sie also zu Hause Ihren Gästen mal eine richtige Poncha anbieten wollen, dann schlage ich Ihnen folgendes Rezept vor:
2 cl frisch gepresster Zitronensaft
2 cl frisch gepresster Orangensaft oder Maracujasaft
1 TL Honig
3-4 cl Aguardente de cana (Zuckerrohrschnaps)
etwas Zitronensaft und Zucker für den Zuckerrand
Lösen Sie den Honig in mit einem Rührwerkzeug im Zitronensaft auf. Die Leute aus Madeira oder die Brasilianer verwenden dafür natürlich einen speziellen Stößel aus Holz, der in Madeira "caralhinho" heißt, was in  der deutschen Übersetzung eigentlich "kleiner Pimmel" heißt. Dann  fügen sie den Aguardente de cana oder den Cachaça hinzu. Wenn Sie gerade keinen zur Verfügung haben, nehmen Sie halt einen guten Rum, das schmeckt auch hervorragend! Zum Schluss vermischen Sie alles mit dem frisch gepressten Orangensaft oder Maracujasaft.
Für eine perfekte Präsentation tauchen Sie den Glasrand wie bei einer Margarita (statt in Salz) in Zucker. Ihre Gäste werden begeistert sein!
Das Foto stammt übrigens von der Website https://www.madeira-holidays.eu, wo Sie noch mehr solch schöner Rezeptideen finden - und vor allem die Adresse der Bar, wo Sie die alle trinken können.

Mittwoch, 15.6. 2016
Wir   haben verschlafen, weil der Wecker nicht geklingelt hat. Um kurz   nach 8 stehen wir auf und beeilen uns zum Frühstück zu kommen. Das   klappt aber ganz gut und das Frühstücksbüffet ist ausgezeichnet. Wir   nehmen uns vor, das morgen früh besser auszunutzen, weil wir um 9:00   am Bus stehen sollen.
Pünktlich 5 vor 9 stehen wir an der Haltestelle gegenüber vom Hotel,   aber der Bus ist schon voll. Es kommt aber 5 Minuten später ein   zweiter Bus, mit dem wir zuerst einmal zum Four View Oasis nach   Funchal fahren, wo noch zwei weitere Trendtours-Busse stehen und   viele Leute in unseren Bus steigen. Der wird auch voll.
Um 9:30 Uhr starten wir zur großen Rundfahrt in den Westen Madeiras.   An der 4 km langen Hotelzone von Funchal vorbei geht es über die   Küstenstraße bis nach Cámara de Lobos. Unsere Fahrtroute habe   ich in der Karte rot markiert.
Das Fischerdorf Cámara de Lobos hat einen idyllischen   Hafen, wo wir 20 Minuten Pause machen für einen Rundgang. Überall   werden in den kleinen Bars der engen Gassen "Ponchas" angeboten,   denn dieses alte Fischerdorf gilt als die Heimat der Ponchas. Das Wetter   ist schön über dem Meer mit dem blauen Himmel und den kräftigen   Farben - und angenehm warm ist es auch.

Der nächste Stopp ist um 10:50 Uhr   in Cabo de Girao, wo eine Glasplattform als Aussichtspunkt   über die 580 m hohe Steilküste gebaut wurde, um die Touristen   ehrfürchtig nach unten blicken zu lassen. Leider ist es etwas diesig   und die Sonne bricht nur sporadisch durch die Wolken, sodass es zum   Fotografieren nicht optimal ist.
 
Um 11:10 geht es weiter nach Ribeira Brava, wo wir um 11:50 Uhr ankommen und eine halbe   Stunde Pause machen. Das reicht, um einen Spaziergang auf   der Strandpromenade zu machen und einen Maracuja Sumo in einem   Strandcafé zu trinken. Ribeira Brava ist ein bekannter Badeort für   die Leute aus Madeira und hat die typischen Souvenirläden, kleinen   Strandcafés und Bars für die aufregenden Urlaubsnächte. Hier ist   aber noch nicht viel los, weil die Badesaison noch nicht begonnen   hat. Trotzdem liegen einige am Strand und sonnen sich. Das Wasser   scheint auch nicht zu kalt zum Baden zu sein.

Nach unseren Vorstellungen ist der Strand die reinste Katastrophe,   weil er aus grauem Sand mit vielen Steinen besteht, der an den   Seiten mit Betonplatten befestigt ist, auf dem sich die Badegäste   sonnen. Holzstege verbinden die einzelnen Sonnendächer miteinander,   damit man sich nicht die Füße verletzt.
Auf der Weiterfahrt über Punta del   Sol  und Madalena do Mar nach Calheta und   Loreto wandelt sich die Landschaft. Wo vorher noch viele   Bananenstauden wuchsen, sind jetzt an den Hängen große Weinfelder zu   sehen. Der Bus muss auf die gebirgige und teilweise sehr enge   Küstenstraße ausweichen, weil die Hauptstraße wegen Steinfalls   gesperrt ist. Wir müssen öfter stehen bleiben, weil Rinder über die   Straße wandern.
 
Plötzlich stürzt ein Wasserfall über   die Straße und es ist kaum etwas zu sehen. Nur gut, dass kein Auto   entgegen kommt!
Kurz vor Loreto knall es plötzlich im   Bus, weil ein Fahrgast seine Madeira-Flasche oben in die Ablage   gelegt hat. Wegen der steilen Kurvenfahrt ist sie gerutscht, auf den   Gang geknallt und zerbrochen. Glücklicherweise ist sie keinem auf   den Kopf gefallen. Dafür  ist der Gang voller Scherben und es   duftet wunderbar im gesamten Bus. Beeindrucken lässt sich der Fahrer   davon nicht - er kann ohnehin hier nirgendwo stehen bleiben. Im   ersten und zweiten Gang geht es weiter steil bergauf bis über 1200 m.
Viel sieht man oben auf der Straße   nicht, die über die Hochebene Paúl da Serra führt, weil man   gleichsam durch die   Wolken fährt. Am Parkplatz von Rabaçal bleiben wir kurz   stehen, damit der Fahrer die Glasscherben entfernen kann. Viele   Autos parken hier, denn es ist der Ausgangspunkt ür die Wanderung zu den 25 Wasserfällen ist, die  zu den berühmtesten Levada-Wanderungen gehört.
Wir blicken hinunter in dieses schöne Tal und die engen Schluchten   und nehmen uns vor, an unserem freien Tag diese 3-stündige Wanderung   zu machen.
Die Landschaft sieht hier ganz anders   aus: Ginster, Erika und Farne zwischen kleinen Sträuchern wechseln   sich ab, aber vieles blüht und alles ist grün. Man kann nicht sehr   weit sehen, aber neben der Straße wachsen Erika-Bäume und   Maiglöckchen-Bäume. Sie sind hier als uralte Bäume vorhanden, die es   sonst nur als Sträucher gibt. Unsere Reiseleiterin sagt, das gäbe es   sonst nirgends auf der Welt.
Das alles gehört zu dem großen Parque Natural da Madeira, der 1999   zum UNESCO Weltnaturerbe  gekürt wurde, weil hier einzigartige   Lorbeerwälder und Kastanienwälder zu finden sind. Madeira verfügt   über die größte Fläche dieser Pflanzenarten und ist stolz, dass hier   auch die Bergorchidee wächst, die auf der ganzen Welt einzigartig   ist.
Die Straße bleibt immer auf einer Höhe von über 1000 Metern, bis sie   schließlich in vielen Serpentinen zum Nordwestende der Insel   abfällt. Bei einem kurzen Fotostopp sehen wir die Stadt Porto Moniz   500 m unter uns liegen und freuen uns auf den Besuch dieses Ortes   mit den schönen Meerwasser-Schwimmbecken.
Im Restaurant Mar a Vista essen wir zu Mittag und probieren   natürlich den schwarzen Degenfisch, der als typische Delikatesse von   Madeira gepriesen wird. Er wird mit Banane und Maracuja-Soße   serviert, aber die beigelegten Gemüse und zerkochten Kartoffeln sind   genau so geschmacklos wie der Fisch. Dazu gibt es einen billigen   Weiß- oder Rotwein, Brot und Butter und einen Nachtisch aus Äpfeln   und Orangenstücken. Alles zusammen für 15 € - eine typische   Touristenabzocke.

Wir ärgern uns, dass wir mit zum Essen mitgegangen   sind und machen einen Spaziergang über die Strandpromenade. Wir   hätten besser auf das Essen verzichtet und hätten statt dessen ins   Schwimmbad gehen sollen. Der Eintritt in das Meeresschwimmbad   ist mit 1,50 € günstig, aber man muss alles selbst mitbringen, um es   sich auf dem kargen Betonboden einigermaßen bequem zu machen. Natürlich würden   wir hier gern einmal schwimmen gehen, zumal es schönes Wetter ist. Aber dazu reicht leider nicht   die Zeit. Das ist der Nachteil, wenn man eine Gruppenreise macht:   Man kann einfach nicht dort bleiben, wo es schön ist und wo es einem   besonders gut gefällt.
Wir merken natürlich sehr schnell, dass der gesamte Ort von den   Meerwasserschwimmbecken lebt und gut daran verdient, denn die   Strandpromenade ist modern gestaltet und alle Anlagen sind in einem   hervorragenden Zustand. Viele Kinderspielplätze mit unterschiedlichen Geräten sind vorhanden und Bänke zum Ausruhen auch. Es gibt auch einige natürliche Becken   zwischen den Felsen, in denen man schwimmen kann, aber attraktiv   sind diese natürlich nicht im Vergleich zum Schwimmbad.
Um 14:25 Uhr fahren wir weiter die   schmale Küstenstraße entlang durch viele Tunnel  (180 Tunnel   gibt es in Madeira!) bis nach Seixal, wo man einen Sandstrand   mit Sand aus Marokko angeschüttet hat.
Den hätten wir gern einmal   besucht, aber wegen der knappen Zeit und der vorgeschriebenen   Fahrtroute sehen wir ihn nur von weitem. Das gilt auch für den   nächsten Ort São Vincente. Vom Bus aus beobachten wir, dass   viele Busse in dem malerisch gelegenen Ort halten und Schwärme von   Touristen durch die Gassen laufen. Hier sollte man mal herkommen,   wenn weniger Gruppen da sind.
Danach geht es wieder   ins Innere des Landes und hoch in die Berge. Am Aussichtspunkt   Encumeada la Paz machen wir halt, weil viele Fahrgäste auf die   Toilette müssen und die Reiseleiterin gesagt hat, dass es hier gute   Ponchas und Nikitas gäbe. Der "Nikita" ist ein Getränk, das aus   Weißwein, Bier, Vanilleeis, Ananas und Zucker hergestellt wird. Das   Rezept ist noch gar nicht so alt und wurde erstmals 1986 in einer   Bar von Cámara de Lobos kreiert.

Blick vom Aussichtspunkt Encumeada la Paz ins Tal


Mit dem Abendessen im Restaurant A   Central sind wir außerordentlich zufrieden, denn es gibt zunächst   auf Kosten des Hauses einen Madeira als Aperitiv. Danach teilen wir   uns ein "Bolo do Caco", das ist das Fladenbrot mit Knoblauch, das   wir gestern probiert haben. Es ist eine Spezialität von Madeira. Die   Vorspeise lassen wir weg und nehmen nur ein Hauptgericht. Inge   entscheidet sich für die Dorade (die als Ganzes serviert wird) und   ich wähle aus den vielen Fleischgerichten den Fleischspieß als   Spezialität des Hauses. Dazu trinken wir ein Imperial, das ist ein   wirklich gutes Bier aus der Brauerei Coral, die hier der bestimmende   Anbieter ist. Die Bedienung ist schnell und freundlich - und kommt   mit ein paar Brocken Deutsch und Englisch tadellos aus. Sie ist sehr   aufmerksam und räumt zwischendurch auch die Teller mit den Gräten   ab. Alles ist sehr schmackhaft und die Portionen sind riesig. Als   Nachtisch   wird kostenlos eine flambierte Ananas   mit Zimt serviert und dazu gibt es noch einen "Schnapps", als wir   bezahlen wollen. Inklusive Trinkgeld bezahlen wir für beide zusammen   40 € und sind erstaunt über den günstigen Preis. Da wir mehrere   Einheimische an den anderen Tischen gesehen haben, vermuten wir,   dass es sich nicht um eine Touristenfalle handelt. Also ist das eine   gute Empfehlung!
Die Fado-Show in der Globe Bar unseres   Hotels beginnt um 21:15 Uhr mit 2 Gitarrenspielern, wobei der eine die   klassische Gitarre spielt und der andere das typische Instrument aus   Madeira. Es sind nicht sehr viel Gäste in der Bar, die sich für den Fado-Gesang interessieren. Dafür ist der Fernseher schon mit der   portugiesischen Flagge für das nächste Spiel geschmückt, denn   schließlich ist Fußball-Europameisterschaft und Portugal soll   Europameister werden.
Die Sängerin singt sehr einfühlsame portugiesische Weisen und hat   eine gute Stimme. In der Pause bietet sie ihre CDs an. Wir lauschen   den traurigen Liedern, die von Herz, Schmerz und Liebe erzählen und   genießen den Gesang mit einem MaiTai, der allerdings nicht so gut   wie in Hawaii ist. Dafür ist der Caipirinha, den wir anschließend   bestellen, große Klasse.
Ein Lied habe ich gefilmt: Fado ist ein   portugiesischer Musikstil, der von so genannten "Fadistas"   vorgetragen wird. Das Wort "Fado" bedeutet "Schicksal" und wird   entsprechend von schwarz gekleideten Sängerinnen oder Sängern   vorgetragen. Der traurige Gesang erzählt von Liebe, Tragik,   Schicksal, Schmerzen, Eifersucht  und gehört inzwischen zum   UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Vorführung hat uns gut gefallen und alles in allem war das ein schöner und erlebnisreicher Tag heute.

Donnerstag, 16.6. 2016
Obwohl wir den Wecker gestellt und   das Smartphone programmiert haben, versagen beide Geräte. Das   Smartphone zeigt einen leeren Akku und warum der Wecker nicht   geklingelt hat, ist uns ein Rätsel. Um 7:40 Uhr gehen wir   frühstücken und das ist gut so, denn es ist glücklicherweise noch nicht viel los.
Das Angebot ist nicht übermäßig üppig,   aber sehr ordentlich. An Obst und Cerealien könnte mehr angeboten   werden, aber es wird gewechselt, denn sobald die Platten leer sind,   tauschen die Kellner sie aus. Am Anfang sind Feigen und Melonen da,   später liegen geviertelte Orangen, Papayas und Avocados darauf. Die   Käse- und Wurstsorten wechseln täglich, verschiedene Brotsorten und   Salate sind auch vorhanden. Und wer ein amerikanisches Frühstück   möchte, kann sich aus den Warmhaltebehältern alles zusammenstellen.   Der Kaffee ist sehr gut und wird in Silberkannen und kleinen   Kännchen mit heißer Milch serviert. Die Kellner sind sehr   kommunikativ und freundlich; es wird schnell abgeräumt und neu   gedeckt. Das ist auch nötig, denn trotz des großen Platzangebotes in   4 Räumen ist gegen 9:00 Uhr fast alles besetzt. Nach dem Frühstück wollen wir uns Funchal anschauen.  An der Bushaltestelle neben dem Hotel   ist der Fahrplan ausgehängt. Danach soll der Bus von der Buslinie   155 "Ponta da Oliveira" um 10:10 Uhr abfahren; 20 Minuten später   kommt er und wir bezahlen 2,20 € für die Fahrt bis zur Endstation.   Die dauert über die kurvige Küstenstraße eine gute halbe Stunde.
Die Bus - Endstation ist direkt an der   Seilbahn. Eine lange Schlange steht vor der Kasse und auch am   Aufgang zu den Kabinen, aber wir sind zuversichtlich, denn im   Prospekt lesen wir, dass 800 Personen pro Stunde in jede Richtung   befördert werden können.

Man kann drei verschiedene Tickets wählen: Entweder eine einfache   Fahrt (10 €) nach Monte (hin und zurück 15 €), ein Kombiticket für   eine Hin- und Rückfahrt nach Monte mit Besuch des Tropischen Gartens   (23,50 €) oder auch ein Kombiticket für die Fahrt mit 2 Seilbahnen   mit Eintritt in den Botanischen Garten (29,50 €). Man darf nämlich   nicht den Tropischen Garten mit dem Botanischen Garten verwechseln.
Der Tropische Garten befindet sich in Monte oben am Ende der   Seilbahn, während man zum Botanischen Garten von dort erst noch ein   Stück laufen muss zu einer anderen Seilbahnstation. Dort startet die   Seilbahn zum Botanischen Garten, der auf einem anderen Berg liegt.
Für welchen der beiden Gärten man sich entscheidet, ist   Geschmackssache: Beide enthalten viele tropische Pflanzen, die man   sonst in Europa nicht findet.
Hier sind einige Impressionen von der Seilbahnfahrt:
Wir machen einen Besuch in der Kirche   Nossa Senhora do Monte, die außen mit den typischen   Azulejos-Mosaiken bestückt ist. Im Innern befindet sich auch der Sarkophag von   Kaiser Karl I. von Österreich, der 1918 ins Exil nach Madeira   gegangen ist und 1922 hier begraben wurde.
Am 3. Oktober 2004 wurde er selig gesprochen.
Oben   angekommen hat man einen schönen Blick über Funchal, das wie ein   Amphitheater eingebettet in den Berghängen aussieht.
Am Fuße der Kirche stehen die Bremser mit den  Korbschlitten und warten auf die Touristen, die mit ihnen den Berg  hinunterrutschen. Wir spazieren hinüber zur anderen Seilbahnstation und fahren von   dort hinunter zum Botanischen Garten, der auf 300 m Höhe liegt.
Bei der Seilbahnfahrt hinunter zum Botanischen  Garten blickt man durch die Schlucht auf die Stadt Funchal.

Vom anstrengenden   Spaziergang durch den Botanischen Garten sind wir ziemlich   enttäuscht, weil die mit Kieselsteinen belegten Wege steil und   unbequem sind. Außerdem ist der Garten nicht so schön gestaltet wie   der in unserem Hotel . Die Erklärungsschilder an den Bäumen sind   klein, oft nicht lesbar und zeigen nur die portugiesischen Namen und   lateinischen Bezeichnungen. Das ist schade. Nur wenige Bereiche sind   gärtnerisch kunstvoll angelegt, andere schmucklos und eintönig. Sehr   eindrucksvoll sind aber die Ausblicke durch die exotischen Pflanzen   und Blumen auf die unten liegende Stadt und das Meer. Hier ein paar Eindrücke davon:
Am unteren Eingang befindet sich ein Museum mit Steinen, Pflanzen   und präparierten Tieren, die man hier auf Madeira findet oder   gefunden hat. Viele Präparate sind sehr alt und schlecht   beschriftet. In meinen Augen hätte der Botanische Garten etwas mehr   Pflege verdient.
Um nach   Funchal wieder zurückzukommen, fahren wir vom Botanischen Garten   wieder hinauf nach Monte und von dort wieder hinunter in die Stadt.   Da die Endstation der Seilbahn an der Altstadt liegt, machen wir   noch einen Bummel durch die alten Gassen.

Die Rua Don Carlos ist voll von   Restaurants, deren Kellner uns unbedingt zum Essen bewegen wollen,   obwohl es doch schon halb drei ist.
Aber es ist ganz interessant, durch   die nett gedeckte Open-Air-Gastronomie zu spazieren und die   teilweise sehr kreativ renovierten Hausfassaden zu betrachten.    Die Besitzer der Restaurants und Souvenirläden haben herausgefunden,   dass dadurch mehr Touristen angelockt werden und bemalen jetzt ihre   Haustüren. Das ist besonders in der Rua Santa Maria zu beobachten,   wo viele Häuser aus dem 17. Jahrhundert stammen

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Hier einige  weitere  interessante Kunstwerke:
Unser Bus nach Caniço fährt um 15:30   Uhr an der Seilbahn ab und bringt uns in rasanter Fahrt um die   Kurven der schmalen Küstenstraße in 25 Minuten wieder in unser Hotel   zurück. Wir lassen uns von dem blauen Himmel täuschen und wollen uns   noch etwas am Pool in die Sonne legen, aber daraus wird nichts, denn   es tröpfelt schon und die Sonnenschirme werden zusammengebunden. Es wird schnell ungemütlich ohne Sonne und mit viel Wind. Dadurch   habe ich Gelegenheit, mir einmal den Internetraum des Hotels   anzuschauen und meine Mails loszuwerden. Das klappt prima.
Zum Abendessen wollen wir heute das   Büffet des Hotels ausprobieren und haben uns dazu angemeldet. Wir   sind pünktlich um 18:30 Uhr am Eingang des Restaurants, wo schon   viele auf den Einlass warten.
Inge macht den Kellner auf das Special von 31,50 €  incl. Wein aufmerksam und wir bestellen jeweils eine halbe Flasche Weißwein und  Rotwein zum Essen. Die Weine sind durchaus trinkbar und im Vergleich zu denen,  die wir auf unserem Ausflug vorgesetzt bekommen haben, sogar ziemlich gut. Das  Büffet auch, wenn man sich die Salate selbst mit den angebotenen Dressings  verfeinert. Der Service ist freundlich und aufmerksam. Schnell sind alle Tische  besetzt und es bildet sich eine Schlange am Büffet. Das hängt wahrscheinlich  auch damit zusammen, dass die deutsche Nationalmannschaft um 20:00 Uhr gegen  Polen spielt und alle das Spiel sehen wollen. Das ergibt naturgemäß eine gewisse  Hektik. Wir lassen uns jedoch Zeit und bereuen ein wenig, dass wir   nicht gleich Halbpension gebucht haben, denn die wurde von   Trendtours mit 160 € pro Person und Woche angeboten, wobei noch eine   Panoramafahrt mit Folklore-Essen inbegriffen war. Das entspricht   einem Abendessenpreis von 22,86 € und ist ein echtes Schnäppchen für dieses Büffet.

Freitag, 17.6.2016
Heute haben wir zwei Wecker   gestellt, die auch beide funktionieren und uns aus dem Bett holen.  
Kurz vor 8 sitzen wir beim Frühstück, wo uns frische Erdbeeren   entgegen lachen und ein Obstsalat mit Ananas, Kiwis, Trauben und   Papayas dazu. Das sieht alles sehr gut aus und wir sind mit dem   Frühstücksbüffet sehr zufrieden.
Um 9:00 Uhr startet unser Bus zu   einer Stadtrundfahrt in Funchal.  Im Programm von   Trendtours wird der Halbtages-Inklusivausflug "Zauberhaftes Funchal"   genannt. "Stadtrundfahrt" ist eigentlich   zuviel gesagt, denn die Reiseleiterin Helena erklärt kurz, wo die   Hotelzone liegt und dass von dort aus ein 4 km langer Promenadenweg   bis zur Altstadt führt.
Auf dem Stadtplan kann man gut die   blau eingezeichneten Fußgängerzonen erkennen. Der Plan ist übrigens   Teil einer ausgezeichneten Madeirakarte. Sie stammt vom Verlag Freytag & Berndt im Maßstab 1:75000, wasserfest und hat   mir auf der Insel sehr gut geholfen, weil auch die Wanderwege und   Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Jedenfalls fahren wir   am Parque de Santa   Katharina vorbei und steigen an der Rotunda do   Infante aus. Von dort spazieren wir über die mit bunt bemalten   Papierfahnen Avenida Arriaga zum Stadttheater. Weiter geht es bis   zur Kathedrale, wo viele Reiseführer ihre Gruppen sammeln.
Die Avenida Arriaga haben Schulkinder mit vielen Papierfahnen und anderen Kunstwerken geschmückt, sodass sich den Spaziergänger in der Mitte der Straße ein ganz buntes Bild bietet.

Auf der Kreuzung zur Avenida Zarco steht das Monument   mit dem Gründer  von Madeira, João Gonçalves Zarco, der die   Insel 1419 entdeckt hat.
Die Kirche im   neugotischen Stil enthält viele maurische Elemente und goldverzierte   Schnitzereien. Besonders erwähnenswert ist die geschnitzte Holzdecke   aus Wacholder, die noch gut erhalten ist.
Natürlich gehört zu einem Besuch von   Madeira auch eine Weinprobe. Die machen wir im Weinmuseum von Bandy´s.   Anschließend spazieren wir über die Avenida do Mar, wo der Bus   wartet und uns zu einer Stickerei fährt, in der wir auf 3 Etagen eine   Masseneinführung in das Stickereiwesen von Madeira bekommen. Im   Minutentakt werden die Gruppen hindurchgeschleust, sodass wir sehr   wenig von den Vorführungen haben.
Interessanter ist da schon der Besuch   des Bauernmarktes - Mercado dos Lavradores -, wo ebenfalls   auf 3 Etagen die landwirtschaftlichen Produkte der Insel angeboten   werden. Die Blumen und exotischen tropischen Früchte sehen natürlich toll aus,   sind aber auf allen Märkten der Mittelmeerländer in ähnlicher Weise   zu finden. Die Preise sind erstaunlich günstig, obwohl sehr viele Produkte von der EU hier aus anderen Ländern eingeführt werden.
 
Die Blumenverkäuferinnen sitzen in ihren typischen   Trachten vor dem Markteingang.
Sehenswert ist der   Kellerbereich, wo die schwarzen Degenfische und die großen   Thunfische das Bild beherrschen:

Den Abschluss der   Stadtrundfahrt bildet ein Spaziergang durch die Altstadt, wobei aber   nur die Rua Santa Maria mit den vielen kunstvoll gestalteten Türen   besichtigt wird, die wie uns auch schon angeschaut hatten. Zu   weiteren Sehenswürdigkeiten reicht die Zeit nicht, denn der   Vormittag ist rum und der Bus fährt kurz vor 13:00 Uhr wieder zurück   nach Caniço.
Hier trinken wir in der Bäckerei neben   unserem Hotel noch einen "chinesa" zu einem "Bolo Vienale" (das ist   eigentlich ein "Berliner" bei uns in Deutschland), bevor wir uns an   den Pool legen, um noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Leider   ist es windig und die Sonne schaut nur ab und zu durch die Wolken,   sodass wir uns zudecken müssen.
Abends gehen wir ins Restaurant A   Lareira essen. Auf der Terrasse sind schon einige Tische   besetzt, aber das ist uns zu kühl. Die Speisekarte in Portugiesisch,   Englisch und Deutsch zeigt uns, dass für die Touristen gesorgt wird.   Der Kellner ist freundlich und wir bestellen aus dem   Spezialitätenangebot des Hauses einmal das Filet Mignon  für   13,50 € und das Thunfischfilet mit Currysauce (12,90 €). Zwei   Beilagen sind bei allen Hauptgerichten inbegriffen. Inge nimmt Salat   und Gemüse, ich entscheide mich für Pommes Frites und Mais. Als   Vorspeise bestellen wir natürlich ein "Bolo de Caco", also das   Knoblauchbrot, das wir uns teilen. Als das Hauptgericht erscheint,   sind wir wie erschlagen: Die Portionen sind riesig. Mein bestellter   Mais als Gemüse ist kein Maiskolben - den ich erhofft hatte -,   sondern ein Maiskuchen, der auf einer gesonderten Platte serviert   wird. Mein Filet ist richtig gut gebraten und wird mit zwei   verschiedenen Saucen serviert. Alles ist sehr schmackhaft und wir sind sehr zufrieden, aber wir   müssen mehr als die Hälfte zurückgehen lassen, weil die Menge   einfach nicht zu schaffen ist.
Zum Schluss müssen wir mit 3 Bier (á 0,3 l ) 36,50 € bezahlen und   stellen wiederum fest, wie preiswert das Essen auf Madeira ist.
Wenn wir hier schöne Strände fänden, würden wir sicher hier öfter unseren Urlaub verbringen, denn die Temperaturen sind sehr angenehm und die Landschaft ist mit der ungeheuren Blütenfülle wunderbar.  Aber es ist halt mehr eine fantastische Insel zum Wandern und für Wanderfreunde das ideale Ferienziel.

Samstag, 18.6.2016
Heute morgen   scheint die Sonne und die Kellner decken schon früh die Tische im   Galeria Restaurant auf der Terrasse. Das scheint also ein   freundlicher Tag zu werden.
Unser Halbtages-Inklusivausflug "Nonnental und Monte" ist an der   Reihe. Um 9:00 Uhr soll es losgehen. Als wir 10 Minuten vorher an   der Bushaltestelle sind, ist der Bus schon fast voll. Aber wir finden das   Verfahren sehr   angenehm: Keiner zählt die Fahrgäste ab; wer da ist, ist da, wer   nicht da ist, fährt nicht mit. Der Bus fährt pünktlich los und ist   eine halbe Stunde später oben auf dem Berg in Monte. Wir machen   einen kurzen Spaziergang zur Kirche Nossa Senhora do Monte, die wir   ja schon von unserer Fahrt mit der Seilbahn kennen. Von oben hat man   einen schönen Blick auf Funchal und das Meer, aber heute morgen ist   es noch ziemlich bedeckt und die Sonne scheint nicht; deshalb werden meine   Fotos auch nicht besser als beim ersten Besuch.
Danach geht es   zur Attraktion des Tages: der Korbschlittenfahrt. Viele Bremser warten am Fuße der Kirche, denn schließlich müssen die Touristen von drei vollen Bussen hinunterbefördert werden. Das geht alles sehr schnell und gut organisiert vonstatten. Jeweils zwei Personen kommen in einen Schlitten und die zwei Begleiter ziehen den Schlitten ein paar Meter und stellen sich dann hinten auf die Kufen. Wir rutschen mit ganz ansehnlicher   Geschwindigkeit den Berg hinunter.

Es handelt sich um eine ganz   normale Asphaltstraße, auf der tatsächlich Autos an uns   vorbeifahren. Die Fahrt ist ganz lustig, wenn auch der Schlitten von   den beiden Korbtreibern - bzw. - Bremsern manchmal kräftig nach   links oder rechts gedreht wird, damit wir ins Schleudern geraten und   Angst bekommen, dass wir links oder rechts an die Wand stoßen.
Manchmal müssen die Korbschieber ein   wenig nachhelfen, indem sie abspringen und laufen, wenn die   Schlitten nicht so rutschen oder wenn es um eine enge Kurve geht.   Als wir unten ankommen, steht schon jemand mit einem Foto von uns   dort. Wir haben zwar unterwegs einen Fotografen gesehen, sind aber total erstaunt, wie das so schnell geht und bezahlen   bereitwillig die 10 € für dieses großformatige Erinnerungsstück:

Anschließend fahren wir über die enge   und steile Bergstraße nach Eira do Serrado, wo ein   Aussichtspunkt in 1094 m Höhe liegt.
Viele Busse und Pkws   stehen schon auf dem Parkplatz vor dem Hotel, das hier gebaut wurde.   Von dort muss man noch ein bisschen weiter über einige Stufen   hinaufklettern, um den Miradouro zu erreichen, der den Einblick in   das Tal ermöglicht.

Abder dann hat man einen wunderschönen Blick in das Nonnental. Das sieht von oben ziemlich  beeindruckend aus und wir sind froh, dass wir ab und zu ein paar Sonnenstrahlen  einfangen, die das Tal erhellen, damit wir ein Foto machen können.

Das Nonnental sieht   von oben ziemlich beeindruckend aus und wir sind froh, dass wir ab   und zu ein paar Sonnenstrahlen einfangen, die das Tal erhellen,   damit wir ein Foto machen können. Natürlich erzählt unsere   Reiseleiterin auch die Geschichte vom "Curral das Freiras":    Das ursprünglich nur von Hirten und Nomaden bewohnte Tal war im   Mittelalter Zufluchtsort für Sklaven oder Verfolgte, weil man sich   in dem unwegsamen Gebiet gut verstecken konnte und nur ein   schwieriger Bergpfad dorthin führte. Am Ende des 15. Jahrhunderts   wurde das Gebiet Eigentum des Konvents Santa Clara in Funchal. Als   im 16. Jahrhundert Funchal von Seeräubern überfallen wurde,   flüchteten die Nonnen des Klosters in dieses Gebiet, um vor allem   auch ihren Klosterschatz in Sicherheit zu bringen.
Heute ist   der Ort Ziel von Wanderern, da dieser Wanderweg als touristische   Attraktion ausgebaut wurde. Im Ort werden Kastanienprodukte   angeboten: Kastaniensuppe, Kastanienkuchen und Kastanienlikör. Wir   selbst fahren mit unserem Bus nicht hinunter, nehmen uns aber vor,   dass wir bei einem zweiten Besuch von Madeira mal diesen Weg gehen   werden.
Ich fotografiere noch den "Stolz   von Madeira", eine Pflanze, die als "Natternkopf" (lat. Echium   candicans) bekannt ist. Der Name kommt daher, dass man diese Pflanze   früher gegen Schlangenbisse eingesetzt hat. Sie wächst auf Madeira   in vielen Variationen am Wegesrand, kommt aber in besonders schönen   1-2 m hohen Exemplaren besonders inmitten des Lorbeerwaldes auf 800   - 1200 m Höhe vor. Vom Bus aus habe ich sie oft gesehen, jetzt   stehen sie aber direkt vor mir am Abhang. Die Einwohner von Madeira   sind stolz auf diese Pflanze, die inzwischen im gesamten   Mittelmeerraum Verbreitung gefunden hat. Auch bei uns in Deutschland   wird sie als Topfpflanze angeboten.
Eine halbe Stunde später ist die Sonne   verschwunden und hat grauen Schleierwolken Platz gemacht, als wir   unsere Fahrt wieder hinunter nach Funchal fortsetzen. Zwischen den   Stadtteilen Santo Antonio und São Martinho liegt ein 300 m hoher   Hügel, von dem aus man einen guten Blick über die Stadt hat. Hier   machen wir am Miradouro Pico dos Barcelos einen Fotostopp.   Glücklicherweise scheint die Sonne hier wieder. Es ist gerade 12:00   Uhr mittags und von den umliegenden Bergen werden Böller gezündet,   die einen starken Widerhall ergeben. Damit wird das festliche   Wochenende eingeläutet, das heute Abend mit dem Feuerwerk am   Yachthafen den Abschluss der Juni-Künstlerwochen bildet. Es dauert   nicht lange, dann ertönen auch die Antwortböller vom Nachbarort    Cámara de Lobos.

Blick vom Miradouro  Pico dos   Barcelos auf Funchal
Um 13:00 Uhr sind wir   wieder in Caniço und wollen den Nachmittag am Pool verbringen. Wir   finden auch zwei einigermaßen windgeschützte Plätzchen, aber die   Sonne kommt nur sporadisch hinter den Wolken hervor. Ohne die Sonne   ist es nämlich ziemlich frisch. Dann wird es aber immer besser und   ab 16:00 Uhr richtig warm, sodass man ins Schwitzen kommt. Das Hotel   Quinta Splendida eignet sich hervorragend zum Relaxen, weil es hier   oben am Berg total ruhig gelegen ist und alle Möglichkeiten bietet.   Es sind genug Liegen und Sonnenschirme vorhanden und man hat niemals   den Eindruck, dass das Hotel voll ist, weil sich immer viele Gäste   unterwegs auf Wandertouren oder Ausflügen befinden.
Abends gehen wir ins A Central essen.   Inge probiert den Degenfisch, der hier sehr schmackhaft mit Banane   und Maracuja-Sauce serviert wird. Ich entscheide mich heute für   Fleischabschnitte von verschiedenen Spießen, wie die Einheimischen   um uns herum das auch machen. Dazu kommt alle 10 Minuten ein Kellner   mit einem großen Spieß an den Tischen vorbei und man lässt sich die   gewünschten Stücke abschneiden. Die Spieße sind immer   unterschiedlich und enthalten Rindfleisch, Schweinefleisch, Speck,   Würstchen, Lammfleisch und Hähnchen. Das ist alles sehr lecker, aber   so reichhaltig, dass man es gar nicht schaffen kann und das   dazugehörige Gemüse und die Kartoffeln gar nicht braucht.
Meine Frau ist sehr angetan vom Degenfisch und der Art, wie er mit Banane und Maracujasauce, Brokkoli und Kartoffeln serviert wird.
Wir sind wieder angenehm überrascht über die niedrigen Preise, denn   wir bezahlen für alles zusammen mit dem Knoblauchbrot als Vorspeise   und 3 Bier ( je 0,3 l) gerade mal 35 Euro. Und dazu gibt es auf   Kosten des Hauses noch eine gegrillte Ananas als Nachspeise und einen Poncha zum Abschluss.


Sonntag, 19.6.2016
Wir stehen   etwas später auf, denn unsere Tour "Levada-Wanderung im Vale Paraiso"   startet erst um 9:30 Uhr. Die Sonne scheint und es sieht nach einem   schönen Tag aus. Als wir abfahren, ziehen unten am Meer die Wolken   auf, aber oben in den Bergen erscheint blauer Himmel.
Zunächst   fahren wir über eine Nebenstraße nach Camacha, wo ein Besuch einer Ausstellung von Korbflechtarbeiten angesagt ist.

Mehrere Busse   sind schon da und wir merken, dass es wieder eine typische   Verkaufstour ist. Es gibt alle   Arten von Flechtarbeiten zu sehen: vom Brötchenkorb über   Topfuntersätze bis zu Nachbildungen von Tieren und Schiffen. Unten   im Keller sitzt sogar ein Korbflechter und zeigt, wie man in 20   Minuten einen Brotkorb fertig stellt.

Anschließend geht es   weiter über eine kurvenreiche Strecke nach Rochão, wo wir   aussteigen, um unsere Levada-Wanderung durch das Paradiestal zu   beginnen. Auf der Karte habe ich den Verlauf orangefarben   eingezeichnet.
An den Straßenecken stehen Schilder   mit der Bezeichnung der Wanderwege, aber die Schilder sind vielfach   aus Holz, verblichen und kaum noch lesbar. Nur selten findet   man eine  so schön gestaltete Mosaikfliese an den Häuserwänden.

Allerdings kann man   sich eigentlich nicht verlaufen, weil die Wege immer entlang der   Wasserkanäle verlaufen. Aus diesem Grunde sind sie auch niemals   steil, denn das Gefälle wird überall gering gehalten. Die Levadas   sind Wasserkanäle, die schon im 15. Jahrhundert angelegt wurden, um   das Wasser von den Berghängen des Nordens zu den trockenen Feldern   im Süden der Insel hinunter zu leiten. Danach wurde das Kanalsystem   systematisch ausgebaut, um die Wassermühlen und die Zuckerrohrfelder   zu versorgen. Vor allem musste man dafür sorgen, dass das Gefälle   nicht zu groß wurde, damit das Wasser gemächlich floss und die   Felder bewässern konnte. Weil diese Kanäle laufend gewartet werden   mussten, hatte man Wege daneben angelegt. Es gibt sogar viele Tunnel   in dem 2000 km langen Bewässerungssystem.
Heute werden diese Wege als Wanderwege touristisch genutzt und    sind natürlich deshalb besonders beliebt, weil keine großen   Steigungen damit verbunden sind.
   
Der erste Teil der Wanderung führt   durch das Dorf  und ist nicht besonders interessant. Wir kommen   zwar an vielen Häusern und Gärten vorbei, die prall mit blühenden   Blumen und Blütensträuchern gefüllt sind, aber es geht vorrangig   über freie Flächen und Wiesen. Schon nach 35 Minuten stehen wir an einer   Straßenkreuzung mit einem Café, wo unser Bus wartet, um die ersten   müden Trendtours-Gäste aufzunehmen. Im Café sitzt schon eine große   Gruppe und macht eine Pause. Uns ist nach dieser halben Stunde   Wandern noch gar nicht nach Pause. Es sind aber nur zwei Personen,   die von hier aus mit dem Bus weiter fahren wollen. Auf dem nächsten Stück merken wir schnell, wie gefragt   dieser Wanderweg bei den Gruppenreisen sein muss, denn es kommen uns   viele französische, englische und deutsche Gruppen entgegen. Auch   unsere Gruppe ist ziemlich groß. Der zweite Abschnitt   ist landschaftlich viel schöner, weil er nicht mehr durch Dörfer   führt, sondern durch den Eukalyptuswald. Wir sind auf 800 Höhe und   die Luft ist wunderbar klar und würzig. Außerdem herrscht hier mit   22°C die richtige Temperatur zum Wandern. Das gefällt uns. Hier   einige Fotos von der Wanderung:
40   Minuten später sind wir an der Stelle, wo der Wanderweg die Straße   überquert und auf der anderen Seite weiter nach Monte führt.   Zwischen den Bäumen sehen wir unseren Bus stehen und sind eigentlich   enttäuscht, dass die Wanderung hier zu Ende sein soll. Auf der   anderen Straßenseite geht es nämlich weiter und das Schild weist den   Weg nach Monte. Wir sind erst die halbe Strecke gegangen  und   brauchten eigentlich bis nach Monte nur noch 2 Stunden.
Schade. Um 12:00 Uhr fahren wir   schon zurück nach Caniço. Den Nachmittag verbringen wir auf der   Liege am Pool. Fast alle Liegen sind belegt und wegen der Sonne ist   kein schattiger Platz mehr zu finden. Ich finde aber den Raum, in   dem die Sonnenschirme gelagert werden, hole mir einen und so haben   wir wenigstens unsere Gesichter im Schatten.

Am Abend besuchen wir   das Gourmet-Restaurant des Hotels, das den Namen "La Perla"   führt und sich unter unserem   Zimmer im Herrenhaus befindet. Wir entscheiden uns für das   Degustationsmenü incl. der dazu gehörigen Weine.
Zum   Aperitif trinken wir einen 5-jährigen hellen Madeira. Als "amuse   gueule" wird ein warmer Ziegenkäse auf Olivenöl serviert. Das ist   schon mal nicht schlecht. Inge nimmt als Vorspeise den geräucherten   Lachs auf Balsamico Salat mit Olivenöl Dressing, während ich mich   für die gefüllten Tortellinis mit vier Käsesorten entscheide. Dazu   trinken wir einen trockenen Madeira. Alles sehr lecker.
Als Hauptgang hat sich Inge die Dorade   mit Sellerie Püree in einer Weißweinsauce ausgesucht, aber mir   gefällt die rosa gebratene Entenbrust in Madeira-Sauce mit Reis und grünem Spargel   besser. Dazu wird ein roter Madeira-Wein serviert, der gut dazu   passt und sehr gut schmeckt.
Zum Nachtisch beobachten wir zunächst   mit großem Interesse den Kellner, der für die beiden Schweden am   Nachbartisch eine raffiniert zubereitete Crêpe Suzette serviert. Das   würde uns auch gefallen. Für Inge gibt es eine Maracuja Creme mit   Orangensauce und ich genieße mein Schokoladenmousse mit Custard   Sauce. Auch dazu wird ein süßer Madeira serviert.
Unser Wunsch nach einem koffeinfreien Milchkaffee wird akzeptiert,   aber der "chinesa decoffeinado" zum Abschluss ist nicht viel wert   und der Kellner muss noch seine Rechnung korrigieren, weil er zu   viel aufgeschrieben hat. Ob es Absicht war, wissen wir nicht, aber   dafür bekommt er auch weniger Trinkgeld.
Zum Schluss rätseln wir darüber, ob es das Geld wert war, können uns   aber nicht recht dazu durchringen, eine Empfehlung für das   Restaurant auszusprechen.

Montag, 20. 6. 2016
Es ist wieder schönes Wetter, als wir   kurz nach sieben aufstehen. Nach dem Frühstück melden wir uns für   heute Abend um 19:00 Uhr in der Thai-Lounge an, denn wir wollen auch   dieses Restaurant testen, das in dieser Woche nur montags, dienstags   und samstags geöffnet ist. Auf die Osttour nach Santana verzichten   wir, weil wir nicht den ganzen Tag im Bus sitzen wollen. Andere   Gäste haben uns erzählt, dass man zu viel im Bus sitzt und zu wenig   wandert.
Im Info-Center schauen wir uns die einzelnen Touren an, die vom   Hotel und den verschiedenen Reiseveranstaltern ziemlich günstig   angeboten werden. Sie sind aber fast alle gleich und es ist völlig   unerheblich, für welchen Veranstalter man sich entscheidet, denn   alle sitzen im gleichen Bus mit der gleichen Reiseleiterin.
Ein bisschen traurig sind wir schon, dass an der Tafel unsere   Abreisezeiten für morgen früh hängen. Wir sollen um 06:30 Uhr   abgeholt werden - und da ist es mit einem Frühstück natürlich   nichts. Wir können zwar ein frühes Frühstück bestellen, aber das   wird bereits heute Abend um 21:00 Uhr gebracht und hat die Form   eines Lunchpakets, deshalb verzichten wir darauf.
Den letzten Tag auf   Madeira wollen wir gemütlich verbringen und entscheiden uns für   einen Bummel durch Funchal und den anschließenden Nachmittag am   Pool. Um 10:00 Uhr stehen wir an der Bushaltestelle und warten auf   den Bus 155, der natürlich wie immer 20 Minuten Verspätung hat. Aber   eine halbe Stunde später steigen wir an der an der Shopping Mall   aus, die ziemlich ärmlich ist.
Weitaus interessanter ist der   Spaziergang durch die Fußgängerzonen, die sich rechts und links von   der Rua do Aljube befinden.  Überall erklingt Musik und viele schöne Geschäfte sind hier.   Nicht nur Touristen erblicken wir, sondern die   schmalen Gassen sind voll von Spaziergängern und Cafés, deren   Kellner die Gäste wortreich hereinbitten. Auch auf der mit vielen Papierfahnen geschmückten Avenida   Arriaga ist viel los. Eine Band spielt auf einem Podium und   viele Leute bleiben stehen, hören zu und applaudieren. Einzelne   Kindergartengruppen in bunten Schuluniformen spazieren mit ihren   Betreuerinnen über den breiten Fußgängerstreifen und erklären die   Papierfiguren, Malereien und Kunstwerke, die die anderen Kinder zur   Gestaltung der Straße geschaffen haben.  
Wir finden ein schattiges Plätzchen vor dem Hotel Ritz, genehmigen uns ein Eis und lassen die Besucher an uns vorbeiziehen. Da zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen (Costa Magica und Aida Cara), sind natürlich eine Menge Kreuzfahrer unterwegs, was wir an den hoch gehaltenen Schildern der Reiseführer erkennen können. Nach dem "People Watching" spazieren wir am Yachthafen entlang und machen noch ein paar Fotos von den Schiffen und der Stadt.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus   Nr. 155 wieder zurück in unser Hotel und sind verwundert, dass bei   dem schönen Wetter um den Pool herum viele Liegen frei sind. Das   gefällt uns sehr und wir genießen den Rest des Nachmittags auf einer   Liege und relaxen. Es weht ein bisschen Wind und der macht das alles   sehr angenehm. Am Abend sind   wir sehr gespannt auf das Essen in der Thai-Lounge des Hotels, die   so viel Reklame für ihre gute thailändische Küche macht.
Sie ist nur   an drei Tagen in der Woche geöffnet. Zunächst einmal sind wir ziemlich   enttäuscht, denn wir hatten ein spezielles Restaurant mit   thailändischem Flair erwartet. Statt dessen sind nur einige Tische   im Galeria-Restaurant abgetrennt und als "reserviert"   gekennzeichnet. Es handelt sich lediglich um eine andere Bestuhlung   und Dekoration im gleichen Restaurant.
Die Speisekarte ist allerdings authentisch thailändisch und wir   bestellen als Vorspeise Frühlingsrollen und Wontons. Sie sind zwar   ganz ordentlich, aber die haben wir schon in Thailand wesentlich   besser gegessen. Zu unserer Verwunderung ist alles, was als scharf   gekennzeichnet ist, nicht besonders scharf gewürzt.

Inges Hähnchen mit Erdnüssen,   Paprika, Zwiebeln und Wassermelone ist sehr lecker, allerdings sind   die Portionen ziemlich groß und nach der Vorspeise kann sie nicht   alles essen. Das geht mir ebenso mit dem Schweinegeschnetzeltem mit   Zwiebeln, Ingwer und Reis. Empfehlenswert ist also die Thailounge   durchaus, wenn auch alles nicht so scharf ist, wie es in Thailand   serviert wird.


Danach checken wir aus, bezahlen   unsere Rechnung, packen unsere Koffer und stellen den Wecker auf   05:50 Uhr.


Dienstag, 21.6.2016
Es ist noch ziemlich dunkel draußen, als wir um 10 Minuten vor 6 aufstehen. Um 6:30 Uhr stehen wir mit unseren  Koffern vor der Rezeption. Es kommen drei kleine Busse und die Fahrer rufen die Gäste von den verschiedenen Reiseveranstaltern auf. Trendtours ist auch dabei und alles ist perfekt organisiert. Um kurz vor 7:00 Uhr  sind wir schon am Flughafen, aber die TUI-Schalter sind noch geschlossen. Nach der Öffnung geht das Einschecken aber ziemlich fix. Wir haben noch Zeit für einen Cappuccino und sehen die Tui-Fly Maschine ankommen. Sie ist total bunt bemalt und sieht lustig aus:

Wir fliegen pünktlich um 9:00 Uhr ab und sind 3 1/2 Stunden später in Frankfurt. Hier ist es jetzt 13:30 Uhr.
Alles hat toll geklappt und war gut organisiert. Für einen Überblick über Madeira kann ich die Reise sehr empfehlen. Sicherlich hätten wir uns an einigen Stellen mehr Zeit gewünscht, aber das werden wir noch auf einer weiteren Reise nachholen. Wir werden auch sicher wieder das Hotel Quinta Splendida dafür auswählen, denn es ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erforschung Madeiras.
Das war´s von Madeira. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, Madeira zu besuchen.
Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!
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