Reisebericht: Glanzlicher Russlands - Moskau, Nowgorod und St. Petersburg - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

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Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht: Glanzlicher Russlands - Moskau, Nowgorod und St. Petersburg

Reiseberichte
Eindrücke von einer Reise mit Trendtours nach   Moskau, Nowgorod und Petersburg vom 29.7. bis zum 5.8.2012
Sonntag, 29.7.2012
Ich stelle immer wieder fest, dass das Fliegen mit AirBerlin gar nicht   so schlecht ist. Wir sind zwar mit einer Viertelstunde Verspätung   gestartet, aber nur, weil in Düsseldorf bereits am Sonntagmorgen so viel   Ferienverkehr herrschte. Aber nach genau 3 Stunden landeten wir in   Moskau auf dem Domededovo Flughafen. Es ist unheimlich viel los hier.
Wir stellten also unsere Uhren zwei   Stunden weiter und uns auf viel Wartezeiten ein. An der Passkontrolle   wurden wir erst einmal in einen gesonderten Raum für Ausländer gelotst,   aber dann wurde die Warteschlange doch zügig abgearbeitet und wir   brauchten gar keine Immigration-Formulare auszufüllen, denn die wurden   dort für uns direkt nach Vorlage des Visums ausgedruckt. Während ich   also an dem überfüllten Gepäckband, auf dem vier angekommene Maschinen   gleichzeitig anliefen, unsere Koffer suchte, besorgte sich Inge an der   Wechselstube schon mal einige "Rubelchen", ohne die man hier nicht   auskommt, weil keiner die Euros akzeptiert. Natürlich wurde sie direkt   übers Ohr gehauen, denn für die 100 Euro gab es 3000 Rubel, während es   3900 hätten sein müssen. Jede Wechselstube hat hier einen anderen Kurs.   Andere Mitreisende bekamen 50 m weiter hinter der Zollkontrolle 3600   Rubel für 100 Euro. Dasselbe widerfährt jedem, der ein Taxi am Flughafen   mietet. Für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel wollte der Taxifahrer 3000   Rubel haben, nach Verhandlungen 2500 und schließlich 2200.                  Gott sei dank kam das ja für uns nicht in Frage, weil wir mit einer   Gruppe hier sind. Diesen Vorteil mussten wir dann aber mit zwei Stunden   Wartezeit bezahlen, weil erst noch die Maschinen aus Berlin und München   abgewartet wurden, bis unser Reiseleiter Igor alle 41 Leute zusammen   hatte, die die Tour zusammen machen. Den hatten wir zuerst gar nicht   entdeckt, weil er mit einem so mickrigen Schild inmitten der wartenden   Menschenmenge stand.

Unser Reiseleiter Igor mit einem mickrigen   Schild war kaum zu entdecken.
Moskau
Über die verstopfte Autobahn ging es   dann in die Innenstadt. Alle hatten gedacht, dass wegen des   Sonntagnachmittags nichts los wäre auf den Straßen, aber das war schon   der Rückreiseverkehr von den Moskowitern, die übers Wochenende auf dem   Land waren. Bei 30° im Schatten will natürlich jeder aus dem 15-   Millionen Moloch Moskau heraus.
Uns gefällt das Wetter aber. Es ist trocken, blauer Himmel, relativ   wenig Smog und warm. Der Bus ist klimatisiert, der uns schließlich ins   Hotel brachte. Um 19:00 Uhr kamen wir im Hotel Kassado Plaza an.   Eigentlich schlimm, wenn man bedenkt, dass wir um 6:00 aufgestanden   sind, um 8:30 am Flughafen waren und um 10:45 gestartet sind!

Hoteleingang Kassado Plaza
Das Hotel war allerdings eine positive   Überraschung. Das Zimmer Nr. 725 im 7. Stock ist sehr ordentlich,   modern, mit allem ausgestattet und hat kostenloses WLAN. Der Blick   aus dem Fenster zeigt, dass wir ein Stück vom Zentrum weg sind. Die   Metro-Station ist eine Viertelstunde Fußweg entfernt, was wir sofort   ausprobierten und uns dort umschauten. Die Bürgersteige sind   natürlich nicht mit unseren zu vergleichen: Ab und zu sieht man   schon zerbrochene Bierflaschen, Unrat und kleine Löcher, in die man   nicht hineintreten sollte. Ein junger Russe, der gut Deutsch sprach,   hat uns sehr geholfen, die Station auf der Metrokarte ausfindig zu   machen, damit wir überhaupt wussten, wo wir uns befanden. Mit dem   Lesen der russischen Bezeichnungen ist das nicht so einfach und   meine Russischkenntnisse aus der Schule liegen schließlich mehr als   50 Jahre zurück. Wir waren sehr erstaunt, wo wir in Moskau wohnen.   Es ist im Nordwesten, etwas außerhalb und ca. 5km vom Innenstadtkern   entfernt.

Blick aus dem Hotelfenster: In der Ferne Moscow City
Bis zum Kreml muss man allerdings   zweimal umsteigen. Eine Fahrkarte kostet 28 Rubel, also 85 Cent, mit   der man den ganzen Tag Metro fahren kann.
Wir werden das morgen und übermorgen sicher ausprobieren, heute   haben wir nur das Bier ausprobiert. Efes, Warsteiner und   tschechische Biersorten gibt es überall vom Fass. Ein kleines Bier   kostet 140 Rubel, ein großes  180 Rubel. Das tut gut bei der   Hitze. Jetzt um 22:00 sind es noch 24°C. Unser Zimmer hat zwar eine   Klimaanlage, aber man hat sie abgebaut. Alles ist kaputt oder wird   gerade repariert - das ist unser erster Eindruck von Russland.
Montag, 30.7.
Es ist ganz schön warm hier. 29° C   und blauer Himmel, als wir aufwachen. Ziemlicher Smog und   schleppender Autoverkehr auf der M 9, die nicht weit vor unserem   Hotel vorbeigeht.
Heute haben wir an einem Wechselautomaten Geld gewechselt. Für 50   Euro haben wir 1975 Rubel bekommen. Der Unterschied zu gestern   betrug also 490 Rubel, so viel haben wir gestern Abend nicht einmal   für unser Abendessen zu zweit mit Warsteiner vom Fass bezahlt.
Langsam lernt man die Tricks. Alla, unsere Reiseleiterin, hat uns   vor den Taschendieben gewarnt. Wir machen uns also jetzt zur   Stadtrundfahrt durch Moskau mit Igor auf. Mal sehen, was der Tag   bringt.
Der erste Fotostopp erfolgt auf dem Sperlingsberg, das ist   die Stelle, von wo man den besten Blick auf die   Lomonossow-Universität und das Olympiagelände hat. Allerdings ist   man da noch ein großes Stück von der Innenstadt weg.
Die Lomonossow Universität
Souvenirstand am Sperlingsberg
   
Moskau hat sich auf die Touristen eingestellt
Blick vom Sperlingsberg auf die City von Moskau
Beeindruckend sind die breiten Straßen, über die die Russen ziemlich   rücksichtslos mit hoher Geschwindigkeit sausen. Viele Straßen haben   Fußgängertunnel, damit man auch ungeschoren auf die andere Seite   kommt. Wir haben selbst gemerkt, dass das nicht einfach ist.   Natürlich wird hier viel gebaut, aber man nimmt schon etwas mehr   Rücksicht auf die Stadtarchitektur und das alte sozialistische Bild   vom Städtebau ist verschwunden. Igor erzählt von der Korruption und   den Prozessen, die hier laufen, weil Investoren die zukünftigen   Eigentumswohnungen bereits verkauft haben, das Geld kassiert haben   und Insolvenz anmelden. Andere bauen ohne Genehmigung und bestechen   die Bauämter. Manche Häuser sind nur zum Teil fertig und wurden dann   gestoppt. Viele alte Bauten werden durch neue Glaspaläste ersetzt.   Es gibt inzwischen auch wunderschöne Viertel mit den Bauten für die   Neureichen. Die 120 m² großen Wohnungen sind luxuriös, jedoch   ziemlich teuer.

Neue Eigentumswohnungen in   Glaspalästen
Aber die   Schicht der wohlhabenden Russen, die mit dem Mercedes ins Büro   fahren, wächst ständig. Jeder will seinen Freunden oder   Arbeitskollegen zeigen, dass er jetzt auch ein großes Auto besitzt   und damit protzen. Da früher für die großen stalinistischen und   sozialistischen Betonklötze keine Garagen gebaut wurden oder   Parkplätze angelegt wurden (wer hatte vor 20 Jahren schon ein Auto   in Russland?), erstickt Moskau an seinen vielen neuen Autos. Es gibt   4,5 Millionen Autos und keine Garagen. Täglich werden in Moskau 4500   Autos neu zugelassen. Und täglich kommen 1,5 Millionen Pendler mit   Autos in die Stadt!
Natürlich   hat Moskau auch seinen Triumphbogen. Der wird gerade zum 200.   Jahrestag des Sieges über Napoleon neu hergerichtet. Nachdem uns   Igor also sämtliche wichtigen Gebäude vom renovierten   Bolschoi-Theater bis zur Hauptverwaltung des KGB gezeigt und erklärt   hat, können wir endlich am Roten Platz aussteigen.

Der Rote Platz mit dem Kreml und der   Basiliuskathedrale
Wir finden   einen Parkplatz kurz vor dem Ufer der Moskwa und spazieren von dort   auf den Roten Platz. Schon von weitem  glänzt natürlich die   Basilius-Kathedrale mit ihren vielen Farben fantastisch in der   Sonne, links daneben die gewaltige Kremlmauer mit den Türmen, dem   Mausoleum Lenins und am Ende das Historische Museum. Rechts auf der   gesamten Länge das Kaufhaus Gum. Der Platz hat viel Atmosphäre und   ist viel schöner, als wir ihn uns vorgestellt hatten.

Auf dem Roten Platz: Links die Kremlmauer, davor das Mausoleum   Lenins, im Hintergrund das historische Museum und rechts das   Warenhaus Gum.
Wir   spazieren zum Alexanderpark, filmen die Wachablösung der   Kremlgarnison und setzen uns unter die grünen Bäume vor dem    Warenhaus Gum. Dort schlürfen wir in Ruhe einen Cappuccino, der mit   5,20 € wesentlich billiger ist als in Rom oder Venedig und machen "people   watching". Als wir hinterher die Rechnung bekommen, stellen wir   fest, dass das Bier von Hans 9,00 € gekostet hat. Auch kein   schlechter Preis, oder? Aber wer hat schon einmal auf dem Roten   Platz in Moskau ein Pils im Bosco-Café getrunken? Das muss es wert   sein. "Man nimmt nichts mit" sagt Ute. So macht sie noch ein   Erinnerungsfoto von Inge und mir vom Bosco-Café aus mit Blick auf   den Roten Platz.
Und Igor hat heute auch so einen tollen Spruch losgelassen, als wir   ihn auf die rücksichtslosen Russen und korrupten Beamten ansprachen.   Er sagte: "Russland ist eine ideale Demokratie - hier macht   jeder, was er will!"
Das   Kaufhaus Gum ist nicht so überwältigend. Es ist wie eine der großen   europäischen oder amerikanischen Galerien: Es gibt nichts Russisches   hier, sondern nur alles ausländische Super- und Designermarken. Die   Läden sind fast leer von Käufern und nur die neugierigen Touristen   drängen sich durch die Gänge. Aber vor 30 Jahren muss das schon eine   Sensation für die Russen gewesen sein. Hier ein kurzes Video davon:
Danach fahren wir zurück zum Hotel, denn wir wollen uns heute Abend   Moskau bei Nacht ansehen. Das Abendessen im Hotel Kassado Plaza ist   mäßig und typisch russisch: Als Vorspeise gibt es eine Suppe, die   aus Möhrenschnitzeln, Sellerie und Wasser besteht. Das Hauptgericht   besteht aus Reis mit Königsberger Klopsen und zum Nachtisch gibt es   einen Schokoladenkuchen mit Sahnecreme. Begeistert sind wir nicht   gerade. Für das Bier (0,5l) dazu bezahlen wir 200 Rubel, das sind 5   Euro. Wer sich näher für das Hotel interessiert, für den habe ich   eine Beurteilung des Hotels Kassado Plaza im Tripadvisor geschrieben.
Um 20:30 Uhr fahren wir wieder mit dem Bus ins Zentrum und halten am   Park Probedy, wo das Denkmal des Großen Vaterländischen Krieges   steht, wie man den 2. Weltkrieg hier nennt. Der Siegespark gehört zu   den bedeutendsten russischen Gedenkstätten und beherbergt nicht nur   ein großes Kriegsmuseum, sondern auch eine Kirche, eine Moschee und   eine Synagoge. Alles ist sehr monumental und erinnert uns stark an   den Themenpark in Peking, der mit ähnlichen Säulen, Denkmälern und   Springbrunnen gestaltet ist. Hier ist alles genau so im Kleinformat   vorhanden und wir vermuten, dass die Chinesen ihren Themenpark mit   den Ideen von hier geschaffen haben. Alles ist nämlich verblüffend   ähnlich. Die Springbrunnen sind langweilig, weil sich die Fontänen   nicht verändern, sie leuchten aber schön in der untergehenden Sonne.

Denkmal am Museum des Großen Vaterländischen Krieges    

Springbrunnen und Stelen auf der großen Allee im Park   Probedy
Die Fahrt mit der   Metro in Moskau ist   ein Erlebnis, das man sich gönnen muss. Es ist wirklich die schönste   U-Bahn, die ich im Leben gesehen habe.
Von der Station Park Probedy fahren wir erst einmal mit der längsten   Rolltreppe der Welt (147 m) etwa 80 m in die Tiefe und staunen unten   über die blitzsauberen Gänge und die Gemälde an den Stirnseiten und   Seitenwänden mit den vielen Durchgängen. Überall werden bestimmte   Themenbereiche oder geschichtliche Ereignisse künstlerisch   dargestellt. Alle 40 Sekunden kommt eine U-bahn und Tausende von   Menschen wechseln in kürzester Zeit die Bahn. Es ist schon   fantastisch. 9 Millionen Fahrgäste befördert die Metro jeden Tag. An   der nächsten Station Kiewskaja sieht alles ganz anders aus: Hier   sind die Wände mit Mosaiken gestaltet und in der nächsten Station   wieder ganz anders. Hier sind jetzt überall Skulpturen an den   Eingängen, die den russischen Arbeitern gewidmet sind. Manche   Stationen sehen aus wie italienische Kirchen; andere wiederum haben   bemalte Kirchenfenster, die von hinten beleuchtet werden. Hier eine   kleine Fotostrecke davon:
Alles ist hervorragend   ausgeschildert. Aber lesen können muss man die Schilder schon, denn   hier ist nichts in Englisch dargestellt. Alles nur in reinstem   Russisch. Jetzt ist es doch vorteilhaft, dass ich es lesen kann.   Nach ein paar Tagen in Moskau hat man sich schon an die kyrillische   Schrift gewöhnt. Manchmal muss man die Buchstabenreihen noch   ziemlich holprig aneinanderreihen, aber dann geht es. So war es denn   doch nicht ganz unnütz, bei Studienrat Kurtz vor 55 Jahren Russisch   gelernt zu haben. Es bleibt doch aus der Jugendzeit irgendwie noch   ein bisschen hängen, obwohl man selbst schon manchmal glaubt, dass   man Alzheimer hat...
Wir unterbrechen unsere Fahrt in Kiewskaja, in   Mendelejewskaja, in Komsomolskaja und in Kurskaja, bevor wir in   Theatralnaja aussteigen. Dort staunen wir über die erleuchteten   Fassaden rund um den Roten Platz.
Moskau bei Nacht ist beeindruckend. Da die Russen unheimlich darauf   bedacht sind, dass alles prunkvoll glänzt, ist auch die Beleuchtung   entsprechend. Dann sind sämtliche Plätze, wichtigen Gebäude und   Denkmäler angestrahlt.

Der Kreml und der Rote Platz bilden eine   fantastische Kulisse. Leider hat das Warenhaus Gum auf der einen   Längsseite eine unglückliche Beleuchtung gewählt. Es sieht nämlich   irgendwie wie eine Weihnachtsbeleuchtung aus und die Scheinwerfer   auf dem Dach überstrahlen alles.

Viele Leute spazieren über den Platz   und schauen sich die tolle Beleuchtung an. Im Video wird das deutlich:
Am schönsten wirkt die   Basilius-Kirche am Ende des Platzes:

Basilius Kathedrale am Abend
Es ist schon kurz vor Mitternacht, als wir zum   Hotel zurückfahren. Hier brauchen wir noch einen kühlen Schlaftrunk,   müssen aber an der Bar lange darauf warten, weil zwar das Bier   vorhanden ist, aber   keine sauberen Gläser. Anschließend fällt der Strom   aus und die Pakistani gegenüber im Zimmer feiern um 0:11 Uhr eine   Nacktparty, weil es so heiß ist. Das ist Moskau. Schlafen können wir   auch nicht, weil wir das Fenster nicht öffnen können, da es zu laut   draußen ist. Und eine Klimaanlage haben wir auch nicht.
Dienstag, 31.7.
Um 6:00 Uhr schrillen die Alarmglocken. Wir   springen aus dem Bett, weil Feueralarm ist. Alle sind ratlos. Die   anderen Gäste auch. Dann hört der Alarm auf und keiner weiß, warum   er losgegangen ist.
Das Frühstück im anderen Restaurant "Kaisar" ist nicht gut. Man muss   auf einem niedrigen Sofa sitzen, lauwarmen Kaffee trinken und laute   Musik erdulden.
Um 9:30 Uhr starten wir zur Besichtigung des Prominentenfriedhofs   hinter dem Neujungfrauenkloster.
gor zeigt uns an die Gräber von Jelzin, Gromyko, Gargarin  und vielen anderen sowjetischen und russischen Größen. Dazu erzählt er  zahlreiche amüsante Geschichten und Anekdoten. Bemerkenswert sind die die vielen  Skulpturen, Gravuren und Schriftzüge  mit Sprüchen, die charakteristische  Merkmale, Leistungen oder Ereignisse der Verstorbenen versinnbildlichen.

Grab von Chruschtschow und seiner Frau

Grab von Raissa Gorbatschowa
Vielfach sind nicht nur die Köpfe der Personen,  sondern ganze Figuren aus Stein oder Bronze auf den Gräbern. Dazu kommen  unterschiedliche Formen, Gesteinsarten und symbolträchtige Ornamente. Natürlich  sind auch die Orden der Zwei- und Dreisterngeneräle und der Helden des  Vaterlandes vorhanden. Jelzins Wellengrab ist ein 10-Tonnen-Granitblock, Raissa Gorbatschow wird   als verklärter Engel dargestellt. Manche Gräber werden von   Soldatentrupps gereinigt und gepflegt. Irgendwie gleicht alles einem   militärischen Heldenfriedhof und man kann an den Gräbern die   einzelnen Kunstepochen erkennen.
Igor scheint richtig verliebt zu sein   in diesen Friedhof und will gar nicht davon weg. Wir hätten lieber   etwas weniger Zeit auf diesem traurigen Gelände verbracht und dafür   mehr in der Christ-Erlöser-Kathedrale, die wir anschließend   besuchen. Dieser monumentale Bau wurde nach vielen Zerstörungen 1995   wieder aufgebaut und bereits nach 5 1/2 Jahren Bauzeit fertig   gestellt. Die Kirche gilt als das größte russisch-orthodoxe   Kirchenbauwerk der Welt, bietet in dem mächtigen Innenraum mit der   80m hohen Kuppel und den fantastisch bemalten Innenwänden Platz für   10 000 Gläubige. Wir sind sehr angetan von den Fresken und Malereien   und werden darauf hingewiesen, dass hier im Februar 2012 die   russische Mädchen-Punkband Pussy Riot das berühmte Happening mit   Gebeten und Gesängen gegen Putin veranstaltete, was zur Verhaftung   und zur dreijährigen Haftstrafe wegen "Rowdytums aus religiösem   Hass" führte.

Christ Erlöser Kathedrale
Nach dem Kirchenbesuch fährt   uns der Bus bis zum Außenministerium, wo wir aussteigen und einen   Spaziergang durch die Fußgängerzone Arbat machen. Hier betrachten   wir das Haus, in dem Puschkin seine Flitterwochen verbrachte,   fotografieren seine Statue und sind von dem restlichen Teil sehr   enttäuscht, weil es eine Touristenmeile darstellt, die wenig Flair   hat, aber dafür die schlimmsten Abzockpreise.

Wir bezahlen nämlich   im Café Chocolateria für 2 Cappuccinos und zwei kleine   Tiramisu-Stücke 1050 Rubel, was 26 Euro entspricht. Schöne Geschäfte   sind auch keine dort oder Künstler und Gaukler wie in anderen   Touristenzonen der Weltstädte, sondern lediglich ein paar   Bücherstände vor kahlen Wänden und und einige Fastfood-Läden. Das   ist schade.
Sehr schön ist dagegen die Besichtigung des Kremls.   Die 100 Gäste von Trendtours werden aufgeteilt und wir schließen uns   einer deutsch sprechenden Reiseleiterin an, die uns den Kreml als   Burg erklärt und das Festspielhaus zeigt und uns zur größten Kanone   der Welt sowie zur größten Glocke der Welt führt. Ihre Sprache ist   deutlich und die geschichtlichen Ausführungen gefallen uns sehr,   denn so brauchen wir nicht mehr dem Geschwätz von Igor zuzuhören. Zunächst sind wir   nicht nur  beeindruckt von dem großen Terrain im Innern der 2,7   km langen Kremlmauer, sondern bekommen kompetente Auskünfte über die   vielen Kirchen im Innenbereich des riesigen Befestigungskomplexes   mit 20 Türmen, die wir gar nicht erwartet hatten. Wir besuchen die   drei Kathedralen und staunen über die wertvollen Malereien an den   Wänden, die in allen Farben leuchten.

Kathedrale im Kreml
Leider durfte man nicht fotografieren, sodass ich   nur ein versehentlich aufgenommenes Foto hier zeigen kann. Zum Schluss spazieren wir noch durch   den Schlosspark. Bei allen Reiseführerinnen dieser Welt werden   natürlich die größten und schönsten Bauwerke als einzigartig   dargestellt So natürlich die größte Kanone der Welt:      

Kanone im Kreml
... und die größte Glocke der   Welt:

Den Rest des Tages gestalten wir   selbst. Wir gehen hinunter zur Anlegestelle an der Moskwa und machen   für 1600 Rubel (für 2 Personen = 40 Euro) eine Schifffahrt, die am   Kreml vorbeiführt, an dem riesigen Schiffsdenkmal von Peter dem   Großen und dem Olympiapark. Endpunkt ist der Kiewer Bahnhof.

Der Kreml mit dem Regierungspalast von der Moskwa aus

   Denkmal Peters des Großen - Das größte Bronzedenkmal der Welt
Unterwegs   liegen viele Leute an den Anlegestellen aus Beton am Ufer und sonnen sich   oder baden in der Moskwa, deren Wasser allerdings einer braunen   Brühe ähnelt.

Die Fahrt ist aber sehr schön. Wir sonnen uns auf dem hinteren Deck   und bekommen ab und zu einen kühlen Luftzug durch den Fahrtwind mit.   Hier ein Video davon:
Am Kiewer Bahnhof wendet das Schiff und wir können die   goldglänzenden Kirchenkuppeln in der Abendsonne bewundern. Alles ist   jetzt im Abendlicht wunderschön beleuchtet. Das stellen wir auch bei   unserem Blick von der O2-Lounge fest, die sich im   obersten Stock des Ritz-Carlton-Hotels auf der Twerskaja befindet: Den schönen Blick auf den Roten Platz erkaufen wir   uns mit einer Happy Hour in der Lounge oben auf der Dachterrasse des   Hotels mit horrenden Preisen. Als wir die Rechnung verlangen,   stellen wir fest, dass es die teuerste Happy Hour aller Zeiten   geworden ist: Für zwei Campari-Orange bezahlen wir 1470 Rubel, das   sind 36 Euro. Ein einheimisches Bier (0,2l Sibiria) kostet Hans 400   Rubel (=10 Euro) und Ute muss für ihre Limonen-Limonade 800 Rubel   (=20 Euro) berappen.

Blick von der Lounge im obersten Stock des   Ritz-Carlton-Hotels Twerskaja auf den Roten Platz
Moskau sieht von hier oben sehr ruhig   und friedlich aus.
Da wir gerade auf der Uliza Twerskaja sind, spazieren wir zu Fuß   weiter, erschrecken uns über die Autos, die mit viel Auspuffgeräusch   und Imponiergehabe über die Straße sausen und werfen noch einen   Blick in das tolle Delikatessengeschäft Jelissejew, das zu den   edelsten Feinkostgeschäften Russlands gehört.

Aber hier ist alles   sündhaft teuer und auch nur für Touristen oder reiche Russen   gedacht.
Am Twerskaja Platz steigen wir in die Metro, lösen zwei Doppelkarten   und wissen natürlich nicht, dass damit zwei Schranken nebeneinander   gleichzeitig öffnen. So schlagen erstmal beim Durchgang die   Flügeltüren kräftig auf Inges Oberschenkel, womit dann auch unser   nächtliches Metroabenteuer begann:
Wir stiegen nämlich in die Linie 2 statt in die Linie 7, weil ich   glaubte, mit meinen Russischkenntnissen schnell die Endstation zu   erkennen, die wir erreichen mussten, um in unser Hotel zu kommen.   Das war die  Station Poleschaewskaja. Stattdessen wählte ich in   der Eile den gerade einfahrenden Zug Nr. 2 zur Station   Proletarskaja. Beides sah im Russischen ziemlich ähnlich aus. Alles   ging ziemlich schnell, die Tür klappte zu  - und ich saß allein   in der U-Bahn, während Inge, Hans und Ute hilflos auf dem Bahnsteig   standen und mir nachstarrten. Ich hob also noch schnell vier Finger   zum Zeichen und sie verstanden: Nach 4 Stationen aussteigen. Das   klappte auch und wir trafen uns im Südosten von Moskau wieder statt   im Nordwesten. Es war die falsche Linie gewesen. Wir fuhren also   alle zum Ausgangspunkt zurück und probierten alles in Ruhe noch   einmal von vorn. So lernt man schnell, dass man sehr sorgfältig die   einzelnen Buchstaben zu einem Wort zusammensetzen muss, bevor man   sich entschließt, in einen Zug einzusteigen.
Als wir schließlich an der Station Poleschaewskaja ankamen, hatte   glücklicherweise das italienische Restaurant noch  geöffnet,   sodass wir noch einen Salat und ein kühles Bier bekamen. Kurz vor   Mitternacht kamen wir im Hotel an, wo es in unserem Zimmer immer   noch ziemlich heiß war. Diesmal machten wir die Fenster weit auf und   schliefen trotz des Krachs von der Autobahn ganz gut.
Mittwoch, 1. 8.
Schon um 6:15 Uhr sitzen die meisten   Trendtours-Gäste beim Frühstück. So fällt es uns schwer, Kaffee zu   bekommen, als wir gegen halb sieben das Restaurant betreten. Brot   ist keins da, und als ein Ober mit einem Brotkorb erscheint, machen   einige Gäste den sofort rücksichtslos leer. Tassen fehlen auch bald,   Bananen auch. Als die 2. Ladung kommt, sind die Brötchen im Brotkorb   noch innen gefroren. Die Tische bleiben unabgeräumt, weil die   Kellner sich nicht darum kümmern. Alles ist sehr hektisch und   ungemütlich. Mir tun die Japaner leid, die um 7:00 Uhr zum Frühstück   kommen und ein abgeräumtes Buffet vorfinden.
Fahrt mit dem Bus nach Nowgorod
Um 7:30 Uhr starten wir mit dem Bus nach Nowgorod. Wir kommen   relativ gut aus Moskau heraus und biegen nach einer Stunde auf die   Landstraße ab. Die ist zwar schmal, aber gut asphaltiert, sodass wir   gut voran kommen. Um halb zehn machen wir an einer Raststätte 20   Minuten Pause. Es ist warm und schönes Wetter, aber die Sonne   versteckt sich hinter Schleierwolken. Unser Fahrer Pawel ist clever   beim Fahren, aber unfreundlich.
Je weiter wir von Moskau entfernt sind, desto weniger   Luxuslimousinen sehen wir. Die Autos werden kleiner, die Zahl der   Lastwagen nimmt deutlich zu. Es sind 529 km nach Nowgorod und unsere   Reiseführerin Alla bereitet uns darauf vor, dass wir 10 - 12 Stunden   für die Strecke brauchen. Das schockt uns doch ein wenig, aber   schließlich haben wir keine andere Wahl.
Unser Fahrer Pawel ist ziemlich frech   und drängt sich rechts und links an der kilometerlangen Schlange   vorbei, die sich an einer einspurigen Baustelle bildet. Was sollen   PKWs auch machen, wenn sich von der Seite ein Bus in die Spur   drängt. Wir finden das als Fahrgäste natürlich wunderbar, aber vom   Fahrverhalten her müssten wir das verurteilen. Trotzdem haben wir um   13:30 Uhr noch 250 km vor uns. Inzwischen regnet es und wir fahren   durch Tundra-Landschaften.

Straßenverkäufer an der Landstraße
Am Straßenrand stehen oft Pilzsammler und  Beerensammler, die ihre gesammelten Früchte zum Verkauf anbieten oder  Bäuerinnen, die Marmelade aus Waldbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder  Johannisbeeren zum Verkauf auf Brettergestellen parat halten. Hier gibt es viele  Pfifferlinge und gelbe Brombeeren, aus denen Marmelade gemacht wird. Unterwegs  geht es durch eine Sumpflandschaft mit Birken, Espen und Mischwäldern.
Alles sieht aus wie bei uns auf dem Land vor 60 Jahren. Alla erzählt viel über die Menschen auf dem Land   und wie sie es schaffen, mit wenig Geld auszukommen. Sie schildert   uns, dass alle Bauern eine zusätzliche Einnahmequelle brauchen, um   zu überleben. Auch die anderen Leute, die auf dem Land leben, kommen   mit dem, was sie monatlich verdienen (ca. 1800 Rubel = 450 €) ,   nicht aus, sondern brauchen einen Nebenverdienst. Es sieht überall   so aus wie in den 50er Jahren bei uns. Eigentlich ist das   erschreckend. Die Dörfer sehen ärmlich aus. Die Nebenstraßen sind   nicht asphaltiert und die Holzhäuser erscheinen ziemlich   mitgenommen. Einige Mietskasernen sind zwischendurch zu sehen. Je   weiter wir noch Norden kommen, desto mehr bestimmen die LKWs die   Straßen.
Aber schließlich hört es auf zu regnen und die Sonne kommt heraus.   So wird die Umgebung wieder freundlicher. Die Wälder, die vor ein   paar Jahren bei den großen Waldbränden abgebrannt sind, stehen   inzwischen wieder in vollem, saftigen Grün.
Nowgorod
Um halb fünf sind wir am Ortseingang   von Nowgorod. Es ist bedeckt, regnet aber nicht. Das Hotel Park Inn   sieht ganz ordentlich aus. Unser Zimmer Nr. 226 auch, wir haben   nämlich genug Platz. Das Abendessen gibt es bereits um 17:30 Uhr und   wir sind noch als Gruppe allein. So können wir in Ruhe essen und   alles ist noch auf dem Buffet vorhanden. Die Qualität ist wesentlich   besser als in Moskau, der Service auch. Und das Bier kostet die   Hälfte. Wir können uns nicht beklagen. Wenn Sie mehr über das Hotel   wissen wollen, schauen Sie sich meine Bewertung des Hotels Park Inn Nowgorod im Tripadvisor an.
Es hört auf zu regnen und wir   spazieren an der Wolchow entlang zum Kreml und zur Altstadt.

Die Kremlmauer in Nowgorod von der Wolchow aus
Die   Sonne kommt noch kurz vor ihrem Untergang aus den Wolken und taucht   alles in ein friedliches gelbes Licht.

Abendstimmung an der Wolchow in Nowgorod

Am Ufer liegt ein altes Hanseschiff als Museum
Wir spazieren durch den Kreml, schauen uns die   Sophienkirche an und studieren die russische Geschichte anhand des   riesigen Bronze-Denkmals, das den Namen "Russlands Jahrtausend"   trägt.
Donnerstag, 2.8.
Heute morgen fahren   wir mit einem anderen Bus weiter und machen erst einmal eine   Stadtbesichtigung mit einer neuen Stadtführerin. Der Rundgang durch   die historische Altstadt und den Kreml ist sehr informativ. Jelena   erklärt uns, dass Nowgorod jetzt Weliki Nowgorod heißt und eine der   ältesten Städte Russlands ist. Wir wussten gar nicht, dass Nowgorod   eine Hansestadt ist und seit über 1000 Jahren so eine gute   Handelsbeziehung mit Deutschland pflegt. Die Stadt mit 220 000   Einwohnern hat 14 Kirchen allein in der Altstadt und eine uralte   Tradition als Hansestadt.

Die komplette Altstadt, alle Kirchen und der Kreml gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Von den 81 Kirchen, die im 15. Jahrhundert existieren, sind heute immerhin noch 52 erhalten.
Hier ist alles noch sehr ländlich und unverdorben von dem Tourismus. Das gefällt uns sehr und auch unser Hotel Park Inn. Das ist zwar nicht erstklassig, aber ok. Irgendwie ist das das eigentliche Russland.
Die restlichen 180km bis nach St. Petersburg fahren wir auf einer gut ausgebauten Straße. Die Menschen in den Dörfern scheinen auch nicht mehr so arm zu sein, denn die Häuser und Gärten sind wesentlich gepflegter. Die Tundralandschaft mit Büschen und wenigen Bäumen bleibt aber.
St. Petersburg
Um 14:00 Uhr sind wir in St. Petersburg und fahren über den Moskowski- Prospekt ins Zentrum, weil unser Zimmer noch nicht fertig ist. Das ist gar nicht schlecht, denn so kommen wir schon einmal zu einer Stadtrundfahrt und Alla erklärt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
In der Peter und Paul Festung auf der Haseninsel staunen wir über die Sarkophage und kostbaren Mosaiken.

Die Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel mit der Kathedrale

Im Innern der Peter-und-Paul-Kathedrale
Immerhin sind hier die meisten russischen Zaren beerdigt.
Ganz toll ist eine Gesangsvorstellung von einer Sängergruppe im Mönchsgewand, die eine russische Ballade vortragen.
Ich bin leider kein Video-Profi und habe alles nur mit meiner kleinen Lumix aufgenommen, sodass Sie einige kleine Verwackler in Kauf nehmen müssen - dennoch ist die Präsentation   beeindruckend. Hier ein kurzes Video davon:
Die Stadt ist moderner geworden und   man sieht sie bei einem zweiten Besuch aus einem anderen   Blickwinkel. Wir sind drei Tage hier und haben unterschiedliche   Programme vor. Alla, unsere Reiseleiterin, sagt: "Sankt Petersburg   ist die zweitgrößte Stadt Russlands, aber die erstschönste. In der   Tat fällt das auf, wenn man das Zentrum sieht. Hier sind keine   Hochhäuser gebaut worden, sondern alle zerstörten Häuser aus alter   Zeit sind liebevoll restauriert worden. Schließlich haben besonders   die Kirchen in Zeiten der Leninismus und des Stalinismus stark   gelitten. Wir lernen viel über die Geschichte der 5-Millionen-Stadt,   vor allem auch die starke Verbundenheit mit den Deutschen. So hatten   fast alle Zaren der Romanows eine deutsche Prinzessin als Frau. Im   Jahre 1850 hatte Sankt Petersburg 500 000 Einwohner, davon 40 000   Deutsche.
Anschließend werden wir in eine   typische Touristenfalle zum Einkaufen von Souvenirs gefahren, wir   kaufen aber nichts. Bei   der Rückfahrt ins Hotel beobachten wir, wie St. Petersburg von den   Autos erstickt wird: Für den letzten Kilometer auf dem Moskowskij-Prospekt benötigen wir eine volle Stunde. Kurz vor 18:00   Uhr bekommen wir unser Zimmer 5261 in dem riesigen Park Inn, das   ziemlich verwinkelt ist. Nach dem Abendessen in dem ungemütlichen   Atrium-Restaurant des Hotels entdecken wir einen gemütlichen Pub    neben dem Hotel, der viele verschiedene Biere vom Fass zu   vernünftigen Preisen hat. Das gefällt uns schon besser.
Freitag, 3.8.
Morgens sitzen wir bei wunderschönem Wetter und   blauem Himmel beim Frühstück im Atrium-Restaurant an schmierigen   Tischen. Der Fußboden ist klebrig und es sieht ziemlich schlimm   überall aus. Die Tische sind nicht abgeräumt, an denen vorher die   japanischen und koreanischen Gruppen saßen. Ute und Hans finden noch   einen Tisch, der einigermaßen sauber ist, sodass wir in Ruhe   frühstücken können. Das Büffet ist in Ordnung; der Fehler liegt   nicht bei der Küche, sondern einfach beim Servicepersonal.
Anschließend machen wir uns auf zur eigenen Erkundung von St.   Petersburg. Mit der Metro fahren wir bis zum Newski-Prospekt und   spazieren am Gribojedow-Kanal entlang zur Auferstehungskirche, die   auch Blutskirche genannt wird, weil hier der Zar Alexander ermordet   wurde.

Die Auferstehungskirche ähnelt sehr der   Basilius-Kathedrale in Moskau
Wir spazieren über das Marsfeld und gehen in den Sommergarten, den   Zar Peter I. mit vielen italienischen Skulpturen und Springbrunnen   anlegen ließ. Leider sind viele Flächen durch Zäune verdeckt und   auch der Sommerpalast ist nicht mehr zugänglich.
Schöne Skulpturen und Springbrunnen im Sommergarten   von Zar Peter I.
Anschließend wandern wir an der Newa entlang bis zur Admiralität,   wo wir für 400 Rubel eine Kanalfahrt buchen. Es gibt verschiedene   Routen durch die Kanäle und über die Newa.

Die Boote sind ganz flach, damit sie unter den Brücken hindurch   fahren können
Wir fahren über den Fluss Moika, den Fluss Fontanka und an vielen historischen Gebäuden   vorbei. Bei dem schönen Wetter ist das wunderschön, zum   Fotografieren aber nicht optimal, weil man alles so tief vom Wasser   aus betrachten muss.

Auf der Newa - im Hintergrund die Admiralität
Im Anschluss an unsere Bootsfahrt   besuchen wir weitere Highlights von St. Petersburg. Zunächst   klettern wir die 192 Stufen der   Isaak-Kathedrale zu den Kollonaden hinauf.

Von oben hat man einen wunderschönen   Rundblick über die ganze Stadt.

Blick von den Kolonnaden der Isaak Kathedrale auf St.Petersburg
In der Kasaner Kathedrale begegnen wir einer langen   Schlange von Pilgern; es sind alles Frauen mit Kopftüchern, die   unbedingt die Ikone der Gottesmutter von Kasan sehen wollen. Sie   gilt als eines der höchsten Heiligtümer bei den orthodoxen Christen.

Inzwischen haben wir vom Laufen müde   Füße bekommen und machen eine Kaffeepause in einem Café auf dem Newski-Prospekt. Dort bezahlen wir für einen Cappuccino   mit einem Stückchen Apfelstrudel einen sündhaften Preis (810 Rubel),   aber es ist immer noch billiger als in Moskau.
Auf der 4,5 km langen Prachtstraße mit wunderschönen Gebäuden ist   viel Verkehr. Das berühmte Kaufhaus Gostiny Dwor ist zwar nach dem   Moskauer Gum das zweitgrößte Kaufhaus Russlands, aber nur etwas für   Touristen, denn im Innern gibt es fast nur Einzelhandelsgeschäfte   mit horrenden Preisen. Wir interessieren uns für ein paar   Matrjoschkas als Souvenir. Das sind die kleinen Puppen aus   Birkenholz, die ineinander geschachtelt werden. Die Verkäuferin will   1600 Rubel für eine haben. Ihr Kollege packt gerade eine neue   Lieferung der schön bemalten Püppchen aus und schiebt sie verschämt   unter den Tisch, als wir den Aufdruck "Made in China" entdecken.

Der Newski- Prospekt von der ersten Etage des   Kaufhauses Gostiny Dwor aus

Mit der Metro fahren wir zurück zum   Hotel, das nicht weit von der Moskowskaja Station liegt. Hier in   Petersburg ist das Metrofahren viel einfacher, weil neben den   russischen Bezeichnungen überall die Umsetzungen in lateinische   Buchstaben zu lesen sind.
Das Abendessen im Park Inn ist nicht viel besser als gestern (das   Buffet ist identisch) und wir freuen uns schon auf das kühle Bier   vom Fass im Pub gegenüber. Neben dem Pub ist ein Supermarkt mit   allen Biersorten in Dosen und Flaschen und wir sind erstaunt, dass   man dort für 48 Rubel (1,10 Euro) ein Flasche Amstel oder Heineken   bekommt. Die Flasche Wodka aus dem Regal mit der unüberschaubaren   Auswahl kostet 3,50 Euro. Eine Packung Zigaretten ist für 1,50 Euro   zu haben. Das Benzin nebenan an der Tankstelle kostet 28,90 Rubel,   das sind etwa 70 Eurocents pro Liter. So können wir uns ein Bild von   den derzeitigen Preisen in Russland machen.
Am Abend schauen wir uns im Fernsehen  die Ergebnisse der   Olympiade an. Deutschland hat inzwischen 5 Goldmedaillen. Als ich   auf meinem Netbook einige Einzelheiten im Internet nachlesen wollte,   erschien plötzlich die Meldung auf dem Bildschirm: "Diese Seite kann   aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden". Das hat mich dann   doch in Erstaunen versetzt, da es nur um die Olympiade in London   ging. Wie in China wird also auch hier das Internet staatlich   kontrolliert und geblockt.
Samstag, 4.8.
Wir sind als erste um 7:00 Uhr beim Frühstück, um   den Chinesen zuvor zu kommen, die anschließend in großer Zahl die   großen runden Tische bevölkern, die wahrscheinlich für die   asiatischen Touristen hier auch so angeordnet wurden.
Als wir um 9:00 Uhr mit dem Bus in die Stadt fahren, ist nicht viel   los auf den Straßen. Unser erster Besuch gilt der   Auferstehungskirche, die auch Blutskirche genannt wird, weil sie auf   der Stelle gebaut wurde, wo der Zar Alexander II. ermordet wurde.
Die Kirche ist ganz mit Mosaiken aus Glas gestaltet und hat einen fantastischen Fußboden aus verschiedenen Alabaster- und anderen Steinsorten, die kunstvoll geschliffen sind. Die riesigen Ikonen an den Wänden erzählen viele biblische Geschichten. Auch das Deckengewölbe ist wunderschön. Der anschließende Besuch in der Eremitage ist ein besonderes Erlebnis. Es ist wahnsinnig viel Betrieb und Alla hetzt uns durch die schön ausgestalteten Gänge und kostbar ausgestatteten Säle des Schlosses.

Die Eremitage, die man auf dem Bild vom Schlossplatz mit der Alexandersäule im Hintergrund sieht, ist eine der größten Kunstsammlungen der Welt und enthält fast zehnmal so viele Kunstwerke wie der Louvre. Wahrscheinlich ist es sogar das größte Museum der Welt. Als wir hindurchspazieren (nur 65 000 Exponate können besichtigt werden), staunen wir über die Originale von Rubens, Leonardo da Vinci oder Tizian, die hier völlig frei zugänglich sind. Wir müssen uns nicht einmal Überzüge über unsere Schuhe anziehen und können über die kostbaren Holzfußböden gehen, die aus exotischen Hölzern mit fantastischen Intarsien bestehen. Man darf überall fotografieren, es existieren keine Hygrometer und Thermometer, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur kontrollieren. Dafür reißen die Museumswächterinnen zwischendurch die Fenster zum Lüften auf. Feuchte Luft kommt draußen von der Newa herein, als wir gerade im Innern sind und den Regenschauer durchs Fenster sehen. Uns ist schleierhaft, wie auf diese Weise die Kunstwerke erhalten werden können. Vielleicht sind es aber auch alles Kopien.
Zudem strömen Massen von Touristen und Kreuzfahrern durch die Gänge, sodass man kaum an manche Gemälde herankommt, um sie in Ruhe betrachten zu können. So verzichten wir aus Zeitgründen auch auf andere Etagen und Schlossflügel. Man müsste einfach mehr Zeit haben. Immerhin habe ich noch nie ein so schönes Museum mit derartigen kostbaren Schlossräumen gesehen, deren Wände so hoch sind, dass sie viele riesige Kunstwerke aufnehmen können.
Nach dem Besuch der Eremitage fahren wir nach Peterhof, um das Sommerschloss von Zar Peter I. zu besichtigen. Die 300 m lange Palastanlage ist imponierend, aber es sind Massen von Touristen dort und wir werden quasi durch die Gänge und kostbar ausgestatteten Säle gejagt. Fotografieren und filmen darf man nicht und Museumsschuhe muss man auch anziehen. Schade. Man müsste einen ganzen Tag Zeit haben und privat hier sein, um das richtig genießen zu können. Die Gruppen nerven uns inzwischen ganz schön.

Der Palast von Peterhof mit der großen Kaskade und den vielen vergoldeten Figuren ist imposant. Leider regnet es zwischendurch und man begreift, dass man hier in St. Petersburg Meeresklima hat, das sehr schnell wechselt.
Heute morgen sind wir noch bei strahlendem Sonnenschein gestartet und haben den Winterpalast bei wolkenlosem Himmel fotografieren können. Und jetzt regnet es.
Allerdings hört es auch nach einer Stunde auf und können einen Spaziergang durch den Palastgarten bis hinunter zur Ostsee machen, wo die Ausflugsschiffe von Petersburg anlegen.
Die Parkanlage ist wunderschön und wir machen viele Fotos von den goldglänzenden Figuren inmitten der Springbrunnenanlagen mit über 150 Fontänen, die im Übrigen ohne Pumpen betrieben wird, sondern durch ein raffiniertes unterirdisches Rohrsystem aufgrund des natürlichen Gefälles funktionieren.
Sonntag, 5.8. 2012
Wir frühstücken gemütlich, checken um 12 Uhr aus und fahren um 13:30 Uhr zum Flughafen. Es ist schönes Wetter und warm. Alles geht pünktlich vonstatten. Unsere letzten Rubelchen verprassen wir am Flughafen bei Friday´s im Abflugbereich mit einem Cappuccino. Inge muss bei der Sicherheitskontrolle die Schuhe ausziehen und geht mit Museumsüberzügen durch die Kontrolle über die total versifften Teppiche. In einem sehr engen Warteraum müssen wir am Gate warten und starten um 15:35 Uhr. Zweieinhalb Stunden später sind wir in Düsseldorf. Hier regnet es.
Das waren die Glanzlichter Russlands mit Trendtours
Am Abend halten wir noch einmal Rückschau und müssen der Trendtours-Agentur zugestehen, dass die Organisation perfekt war und dass uns die Reise eigentlich sehr gefallen hat. Man bekommt einen guten Überblick über Moskau und Sankt Petersburg mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Schließlich muss man auch den günstigen Preis berücksichtigen. Unzufrieden waren wir mit den Hotels. Das Kassado Plaza in Moskau war eigentlich eine akzeptable Wahl, hatte aber große Schwächen im Zimmer und beim Essen. Das Park Inn in Weliki Nowgorod war in Ordnung und das Hotel Park Inn in St. Petersburg war einfach zu schmutzig und vom Service zu schlecht. Wir beschließen, im Internet beim Tripadvisor eine Bewertung für die drei Hotels abzugeben und ein Schreiben an Trendtours zu verfassen, dass der negativste Punkt dort zu suchen ist. Unser Reiseleiter Igor in Moskau war auch nicht der beste, die anderen waren aber gut.
Ärgerlich war das Reisen in der großen Gruppe und die Bevormundung, genau zu festgesetzten Zeiten zum Essen zu erscheinen. Das hing damit zusammen, dass vorher oder nachher andere Gruppen auftauchten, die die gleichen Tische belegten.
Jedenfalls wünsche ich allen, die diesen Text gelesen haben, das, was uns die Russen beim Abschied gewünscht haben:
1. Petersburger Reichtum (weil hier die Menschen so reich sind),
2. Sibirische Gesundheit (weil in Sibirien die Leute am wenigsten krank werden),
3. Kaukasisches Leben (weil die Menschen im Kaukasus am ältesten werden).
пока! (Das heißt "Tschüss" auf Russisch)
Ich hoffe, dass Ihnen der Reisebericht gefallen hat und einige Informationen enthält, die Sie für eine geplante Reise nach Russland gebrauchen können. Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir - dann schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!
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