Reisebericht: Faszination Island mit Trendtours - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

Maui Hookipa Strand

Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht: Faszination Island mit Trendtours

Reiseberichte
Faszination Island mit Trendtours
Die 8 bzw. 9-tägige   Flugreise nach Island mit Trendtours gefiel uns sehr, weil sie für Leser   der ADAC Motorwelt mit 200 Euro Rabatt angeboten wurde. Für 1199.- Euro   eine Woche nach Island - das war verlockend. Und in der Tat war das   Programm faszinierend, weil neben einer Walbeobachtungsfahrt zwei   weitere Ausflüge zu den Wasserfällen und Geysiren sowie zur Südküste   inbegriffen waren. Das hörte sich alles sehr gut an und deshalb haben   wir diese Tour gebucht. Auf der Karte ist der Reiseverlauf aus dem Prospekt von Trendtours abgebildet.
Allerdings fiel uns bei näherer   Betrachtung des Prospekts auf, dass ja von den 7 Tagen auf der Insel   vier freie Tage zur freien Verfügung standen. Die mussten ausgefüllt   werden. Wenn man nach Island fährt, will man ja die Insel näher   kennenlernen, also buchten wir zunächst 2 weitere Ausflüge hinzu,   nämlich "Westisland mit Gletscherabenteuer" und die Halbinsel Reykjanes   mit der Blauen Lagune".  Beide Ausflüge zusammen kosteten 348.-   Euro pro Person bei Vorausbuchung. Im Internet recherchierten wir über   die angebotenen Hotels und kamen zu dem Schluss, dass wir lieber in   zentraler Lage in Reykjavik wohnen wollten als in den angebotenen   einfachen Hotels in Hafnafjördur. Der Wunsch schlug mit 245 Euro pro   Person zu Buche. So ergab sich dann für uns mit Saisonzuschlag von 150   Euro für den Juli und den Flughafenaufpreis von 40 Euro ab Düsseldorf   ein Gesamtpreis von 2151.- Euro. Das war schon ein gewaltiger   Unterschied zu den angepriesenen 1199.- Euro und wir mussten tief Luft   holen, denn für zwei Personen kostete der Spaß 4302.- Euro! Wir haben   jetzt begriffen, wie geschickt Trendtours die Reise zusammengestellt   hat.
Dennoch buchten wir alles bereits im Dezember 2017 und bezahlten unsere   Anzahlung in Höhe von 20% des Reisepreises. Wie sich alles entwickelte   und was wir erlebt haben, will ich im Folgenden berichten:
Freitag, 22.6.2018
Wir erhalten unsere Reiseunterlagen mit   dem Hotelvoucher und den gebuchten Zusatzleistungen. Die Abflugzeiten   mit Eurowings sind ärgerlich, weil es Nachtflüge sind. Wir hatten   gehofft, einen Direktflug von Düsseldorf nach Reykjavik zu bekommen,   erfahren aber jetzt, dass es erst nach Hamburg geht und wir dort   umsteigen müssen. Das ist auch bei der Rückreise der Fall.
Dazu bekommen wir eine Buchungsnummer und die Information, dass wir 23   Stunden vor Abflug online einchecken können. Ziemlich ärgerlich ist,   dass wir nicht wissen, in welchem Hotel wir übernachten werden.   Trendtours weigert sich auch bei einem telefonischen Anruf, darüber eine   Aussage zu machen. Eigentlich komisch, denn inzwischen müssten doch die   Zimmer gebucht sein.
Als Ansprechpartner vor Ort bekommen wir die Telefonnummer der   Gästebetreuung vor Ort. Vielleicht hätten wir auch dort in Island   anrufen sollen, denn die Gästebetreuerin müsste ja eigentlich wissen, in   welches Hotel sie uns bringen müsste... Aber das haben wir verpasst.
Mittwoch, 11.7. 2018
Es ist schon seltsam, bei diesem   schönen Wetter hier in Deutschland nach Island fliegen zu wollen, wo es   zur Zeit 7° -12°C sind. Für die nächsten Tage sind für das Rheinland   Temperaturen von 29°-32°C angesagt. Die ersten Schwierigkeiten zeigen   sich beim Online-Check-In, der nach den Angaben von Eurowings bereits 72   Stunden vor Abflug erfolgen kann. Es sind zwar nur 24 Stunden vorher,   aber es klappt einfach nicht, weil der Online-Check-In nur mit komplett   gewählten Sitzplätzen möglich ist. Und dafür will Eurowings jeweils 6,83   € für normale  Sitze bzw. 10 € für  Sitze mit erweitertem   Fußraum haben. Für den Flug von Düsseldorf nach Hamburg brauchen    wir keine reservierten Sitze, für den 3-stündigen Flug von Hamburg nach   Reykjavik hätten wir die aber gern. So zahlen wir also 40 Euro für die   Sitzplätze hin und zurück, können aber dennoch nicht einchecken.
Wir sind ziemlich sauer auf die Firma Trendtours, weil wir nicht wissen,   welches Hotel unser Ziel in Island ist. Wir haben zwar Kofferanhänger   von Trendtours bekommen, wissen aber nicht, was wir darauf schreiben   sollen. Wenn unsere Koffer verloren gehen, müsste man ja schließlich   wissen, wohin sie nachgeschickt werden sollen.
Donnerstag, 12.7. 2018
Das Einchecken am Automaten im   Flughafen Düsseldorf klappt auch nicht, aber am Schalter bei Eurowings   schließlich doch. Wir fliegen pünktlich um 20:45 Uhr ab und sind eine   Dreiviertelstunde später in Hamburg. Am Gate 38 soll die Maschine nach   Keflavik um 22:30 Uhr starten. Dort erfahren wir, dass wir auf eine   Maschine aus Amsterdam warten müssen, die 40 Minuten Verspätung hat. Um   23:45 Uhr geht es schließlich weiter und wir sitzen auf unseren   vorgebuchten Plätzen 6E und 6F. Die Mitternachtssonne sieht aus 11000   Metern Höhe fantastisch aus und ich ärgere mich, dass ich meine Kamera   im Gepäckfach gelassen habe. Ich will aber die schlafenden Passagiere   neben mir nicht wecken. Es bleibt immer bläulich hell und die Crew lässt   die Beleuchtung im Flugzeug an.
3 Stunden später landen wir auf dem Flughafen Keflavik, der sich 50 km   westlich von Reykjavik befindet. Durch die Zeitverschiebung von 2   Stunden ist es jetzt hier 0:15 Uhr Ortszeit.
 
Freitag, 13.7.2018
Die Koffer sind relativ schnell auf dem   Gepäckband und meine Frau geht derweil in den Duty Free Shop und   kauft eine Flasche Jim Beam für unsere tägliche Happy Hour. Das war ein   guter Tipp aus unserem gedruckten Reiseführer aus dem Michael Müller   Verlag, den ich nur unterstreichen kann:   Kaufen Sie unbedingt direkt nach der Landung im Flughafen die   alkoholischen Getränke ein, denn die sind in Island unverschämt teuer!   Für die 1 l -Flasche Whiskey bezahlten wir hier umgerechnet 18 Euro,   während die 0,7 l -Flasche im staatlichen "Vinbudin" (= Weinbude) 56   Euro kostet! Wie das mit anderen Sachen ist, weiß ich nicht, aber   wahrscheinlich sollte man sich im Duty Free Shop damit eindecken.
In der Ankunftshalle wartet unsere Reiseleiterin Deborah und verweist   uns auf einen wartenden Bus auf dem Parkplatz. Den finden wir durch den   Nieselregen bei 7°C  und hoffen auf ein bisschen Aufwärmen im Bus.   Vorerst müssen wir aber erst einmal eine Dreiviertelstunde warten, denn   bei vier Gästen ist das Gepäck nicht mitgekommen und wir müssen warten,   bis die Verlustmeldungen ausgefüllt sind und die Reiseleiterin sie zu   unserem Bus bringt. Um 01:45 Uhr können wir endlich abfahren und   erhalten von der Reiseleiterin einen Umschlag mit den wichtigsten   Informationen und der Chipkarte für das Zimmer. Wie vermutet ist es das Hotel Klettur.

Das ist gut organisiert, aber hat natürlich auch Selbstzweck, denn die   Reiseleiterin steigt mit ihrer Assistentin schon vor Reykjavik aus und   will zu Hause noch etwas Schlaf haben. Für uns ist es schließlich 03 :00   Uhr, als wir im Zimmer 309 ins Bett fallen. Den Koffer lassen wir halb   unausgepackt, weil sowie im kleinen Wandschrank kein Platz für die   Kleider ist. Glücklicherweise funktioniert die Fußbodenheizung im Zimmer   gut, denn wir sind ganz schön durchgefroren.
3 1/2 Stunden Schlaf haben wir   uns gegönnt, denn wir wollen um 7:00 Uhr beim Frühstück sein und das in   Ruhe genießen, weil um 9: 15 Uhr der Bus zur Stadtrundfahrt starten   soll.
Der Frühstücksraum mit 100 Sitzplätzen hat das Ambiente einer   Jugendherberge und von Frühstück genießen kann keine Rede sein. Alles   geht mit Selbstbedienung, aber immerhin ist das Frühstückbüffet recht   ordentlich. Neben Müsli, Porridge, Marmeladen und Aufschnitt gibt es   auch Gemüse und Fisch. Verschiedene Brotsorten sind auch vorhanden und   die Kaffeemaschinen funktionieren einwandfrei. Wir amüsieren uns über   die halbierten Bananen und geviertelten Apfelsinen. Auch die hart   gekochten Eier sind schon geschält. Wahrscheinlich nimmt man an, dass   sich die Gäste das Obst als Proviant für unterwegs in die Tasche   stecken...
Wenn Sie mehr über das Hotel wissen wollen, lesen Sie doch dazu meine ausführliche Bewertungen bei Holidaycheck und beim Tripadvisor.
Um 9:15 starten wir zur Stadtrundfahrt. 4   Busse stehen vor der Tür, aber glücklicherweise gehört nur einer zu   Trendtours und unsere Gruppe besteht aus 25 Personen. Die Reiseleiterin   Angelika ist Deutsche und lebt seit 25 Jahren in Island. Sie wird uns   die ganze Woche begleiten und macht ihre Sache sehr gut, denn sie ist   witzig und gibt viele interessante Geschichten zum Besten. Allerdings   regnet es und ist mit 9° C ziemlich kühl. Deshalb erstrahlt die   Hallgrimskirche mit ihrer Lavasäulenoptik , die wir zuerst ansteuern,   auch nicht in hellem Weiß, wie es in unserem Reiseführer steht, sondern   in tristem Grau. Leif Eriksson, der Entdecker Amerikas, schaut auf   seiner Statue davor auch nicht gerade fröhlich aus. Die Kirche ist im   Innern sehr schlicht gestaltet und manche Touristen registrieren sich   dort für ein Orgelkonzert; das muss sich gut anhören in dem hohen Bau.   Da wir nicht so viel Zeit haben, besorgen wir uns im Souvenirshop der   Kirche einige Postkarten und Briefmarken. Da bekommen wir den ersten   Schock, denn für 7 Postkarten und die passenden Briefmarken nach   Deutschland bezahlen wir 2500 Kronen, das sind 20 Euro! Und dabei sind   die Postkarten nur mittelmäßig - später haben wir in Reykjavik viel   schönere gefunden!.
Im Flughafen hatte Inge 50 Euro gewechselt und knapp 6000 Kronen dafür   bekommen. Das war ein 5000 Kronen-Schein und einige kleinere Scheine.   Jetzt wechselte sie den 5000er Schein und war für die Postkarten schon   die Hälfte quitt. Und dabei gefiel ihr auch noch eine Einkaufstasche mit   Polarlichtern für 2500 Kronen - , so war schon bei ersten Stopp der   dicke Schein verschwunden. Wir schworen uns, ab jetzt nur noch die   Kreditkarte zum Bezahlen zu verwenden und die kleineren Scheine für   Toilettengänge zu verwenden, denn Angelika erzählte uns, dass man in   Island selbst die kleinsten Beträge damit bezahlen könnte.
Leider regnet   es auch weiter beim zweiten Haltepunkt Perlan, der "Perle". Das ist eine   Aussichtskuppel, die über vier riesigen Wassertanks errichtet wurde und   sich zum zweiten touristischen Wahrzeichen der Stadt entwickelte. Von   oben soll man einen fantastischen 360° Rundumblick über die Stadt   Reykjavik und das Umland haben. Aus dem Innern der Kuppel heraus ist  nicht viel zu sehen, weil   es regnet und die Regentropfen auf den schrägen Scheiben die Sicht   unmöglich machen.
Im unteren Bereich gibt es verschiedene Ausstellungen, die uns   interessieren. Wir beschließen, am Wochenende noch einmal hierhin   zurück zukommen und diese anzuschauen.
Nachdem unsere Reiseführerin Angelika   uns den Anlegepunkt für für das Walbeobachtungsschiff gezeigt hat,   machen wir unter ihrer Führung einen kleinen Stadtrundgang, der am   Parlamentsgebäude endet. Die freie Zeit bis zu unserer   Walbeobachtungstour nutzen wir für einen Cappuccino samt Waffel und   Marmelade im Cafe Paris, was uns gleich 3900 Kronen (= 32 Euro)   kostet.
Das Walbeobachtungsboot   "Andrea" startet mit etwas Verspätung. Wegen des schlechten Wetters   sind nur 70 Personen an Bord, wodurch es viel Spielraum für   Sitzplätze oben und unter Deck gibt. Das freut uns sehr. Die Tour   wird von "Special Tours" durchgeführt und als "classic tour"   bezeichnet. Sie kostet 10990 ISK, wenn man sie privat bucht. Die   Sichtung von Walen wird garantiert; wenn man keine sieht, bekommt   man Tickets für eine erneute Tour. Die Gesellschaft bietet noch viele   andere Touren auf der Insel an. Wer sich dafür interessiert, sollte   die Website https://specialtours.is/ besuchen.
Auf der anderen Hafenseite startet ein   Schlauchboot mit Touristen, die wie Feuerwehrleute verkleidet   wurden. Wahrscheinlich wissen die Insassen nicht, dass die Wellen   des Nordatlantiks kräftig zuschlagen, wenn sich das Boot mit hoher   Geschwindigkeit den Walen nähert. Wahrscheinlich wissen sie auch   nicht, dass sie alle pitschnass dabei werden. Wir sind jedenfalls   froh, dass wir nicht die nächsten 3 Stunden so hintereinander   eingepfercht sitzen müssen, sondern auf der "Andrea" ein bisschen   mehr Bewegungsfreiheit genießen.
Sehr positiv finden wir, dass wir auf   dem Schiff in die bereitgestellten und wasserdichten Overalls   schlüpfen können, die ganz hilfreich bei der Walbeobachtung auf dem   Oberdeck sind, denn der Wind ist kühl und kräftig, obwohl das Meer   ruhig und der Wellengang nicht sehr hoch ist. Unsere dreistündige   Tour mit dem Walbeobachtungsboot ist sehr informativ, weil die begleitende Meeresbiologin Annika   alles sehr sachkundig in englisch und deutsch erklärt. Nach langer   Suche entdecken wir tatsächlich einige Zwergwale, die Lust haben,   mal ab und zu aufzutauchen. Leider verschwinden sie so schnell, dass man nur die Rückenflosse   zu sehen bekommt. Mir gelingen gerade mal 4 Fotos, auf denen etwas   von einem Wal zu sehen ist. Auf der Rückfahrt erklärt Annika noch   einige Walknochen, die man anfassen  oder mit denen man sich   fotografieren lassen kann.       

Als wir wieder im Hafen ankommen, regnet es glücklicherweise nicht. Es fängt erst wieder an zu nieseln, als wir uns auf den Rückweg durch die Fußgängerzone Laugavegur zu unserem Hotel machen. Die sieht sehr interessant aus wegen der vielen Cafes, Restaurants und Boutiquen. Jetzt ist aber nichts los und wir nehmen uns vor, hier noch einmal bummeln zu gehen, wenn das Wetter besser ist.  In einem der staatlichen Alkoholverkaufsstellen  "Vinbudin", was wir schnell als "Weinbude" übersetzen, kaufen wir Bier (3,79 Kronen für eine 0,5 l Dose - das entspricht etwa 3,10 €), Ginger Ale und Pringles für unsere erste Happy Hour in Island, auf die wir nicht verzichten wollen.
Die genießen wir im Hotel um 17:15 Uhr,   wo ich aus der Küche Eiswürfel und Gläser besorge. Besonders happy   sind wir natürlich über Inges weitsichtigen Einkauf im Duty Free   Shop.
An eine gemütliche Happy Hour ist nicht zu denken, wenn   man in solch einem kleinen Hotelzimmer die Getränke auf die   Schreibtischecke stellen muss und auf der Bettkante sitzt. Noch   ärgerlicher ist allerdings der Zeitdruck, unter den man mit einer   solchen Trendtours-Reise gesetzt wird: Das Abendessen gibt es   nämlich nicht im Hotel Klettur, weil das Hotel gar keins anbietet,   sondern 400 m entfernt im Restaurant "Potturinn og Pannan". Das ist   speziell für Gruppen eingerichtet und das Abendessen wird für unsere   Gruppe um 18:00 Uhr serviert. Schon im Bus wurden wir darauf   hingewiesen, doch möglichst pünktlich zu sein, damit die Tische für   die nachfolgenden Gruppe um 20:00 Uhr rechtzeitig vorbereitet werden   könnten.
Als wir pünktlich um 18:00 Uhr dort erscheinen, sind schon alle   Tische besetzt und wir finden in der hintersten dunklen Ecke einen   leeren Tisch, der dann noch eingedeckt werden muss.  Das Brot   in den Brotkörben der anderen Tische ist anscheinend abgezählt, denn   die Kellnerin sammelt dort die Brötchen für uns ein. So ist das eben   bei den Gruppenreisen mit Trendtours:  Wahrscheinlich ist alles   äußerst knapp kalkuliert.
Dennoch ist das Essen ganz ordentlich: Nach einer Spargelsuppe gibt   es als Hauptgang Wolfsbarsch mit Reis und   gegrilltem Gemüse. Der ist gut zubereitet, richtig gewürzt und   schmeckt. Wir trinken ein "Gull"-Bier dazu (0,5 l für 1000 Kronen =   8 €) und sind ganz zufrieden.
Samstag, 14.7. 2018
Heute steht ein Ausflug auf die   Halbinsel Snaefellsnes auf dem Programm. Diesen Ausflug haben wir   für 145 Euro zusätzlich hier vor Ort gebucht, weil bei dem   Trendtours-Programm ein freier Tag eingeplant war. Dafür müssen wir   früh aufstehen und sitzen deshalb schon um 6:45 Uhr beim Frühstück.   Das Wetter ist wie gestern: Der Himmel ist grau und verhangen. Der   Bus kommt etwas später als die vereinbarte Abfahrtszeit von 7:45 Uhr   und es sitzen schon viele Gäste aus dem Hotel Viking in   Hafnarfjördur darin. Das ist das Hotel, das Trendtours in seinem   Normalprogramm anbietet und 18 km südwestlich von Reykjavik liegt.
Damit sind schon die guten Fensterplätze alle besetzt und Inge   ärgert sich, dass der Passagier vor ihr seinen Sitz auf   Liegeposition ausgefahren hat und davon nicht abweicht. Ich ärgere   mich auch, weil das Fenster durch einen Vorhang ziemlich schmal   geworden ist und zum Fotografieren aus dem Bus wenig Platz übrig   geblieben ist. Außerdem sitzen jetzt 50 Personen im Bus und damit   ist die Gruppe ziemlich groß, was sich an jeder Toilettenpause durch   eine deutliche Verzögerung bemerkbar macht . Die Pausen heißen im   Isländischen "pissa stop" und haben gar keinen negativen   Beigeschmack, erklärt uns Angelika, die uns heute wieder begleitet.   Sie macht das ausgezeichnet und erzählt unterwegs viele interessante   Geschichten. Die Fahrtroute sehen Sie auf der Karte von der Halbinsel Snaefellsnes von Maximilian   Dörrbecker, wie sie bei   Wikipedia mit weiteren Informationen anzuschauen ist.
Unsere Fahrt geht   zunächst über die N1 nach Norden durch den 6 km langen   Hvalfjarðargöng - Tunnel unter dem Walfjord hindurch nach   Borgarnes, wo der erste "pissa.stop" stattfindet. Die Wolken hängen   tief und man sieht von den umliegenden Bergen kaum etwas. Ein   bisschen besser wird es, als wir die Halbinsel erreichen und über   die Bergkette nach Norden fahren. Hier machen wir unseren ersten   Fotostopp an den Basaltfelsen der Gerduberg-Cliffs.
Solche   Basaltstrukturen sind typisch für die erkaltende Lava nach   Vulkanausbrüchen und sind auch die grundlegende Idee für die   Hallgrimskirche in Reykjavik gewesen. Uns interessiert das gar nicht   so sehr, denn vielmehr freuen wir uns über den blauen Himmel   dahinter und dass es nicht regnet.
Ein paar Kilometer weiter, als wir die Halbinsel in nördlicher   Richtung durchqueren, ist es leider schon wieder vorbei mit dem   schönen blauen Himmel und alles wird grau. So ist das auch bei   unserem nächsten Fotostopp am berühmten Kirkjufells, dessen Spitze   wir nur in den Wolken vermuten können.
Der 463 m hohe  Berg Kirkjufell wird nach seiner besonderen Form, die an eine Kirche erinnert, so genannt. Er gehört zu den bekanntesten Bergen Islands  und ist außerordentlich formschön und ausdrucksvoll. Dänische Fischer, die in früheren Jahrhunderten häufig in der Gegend von KIrkjufell ihre Netze auswarfen, haben den Berg "Zuckerspitze" genannt.
Die Entstehung des Berges ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Der untere Teil des Berges besteht nämlich aus Sedimentgestein, das Fossilien enthält. Dieses Sedimentgestein ist vermutlich während der letzten Kälteperiode der Eiszeit entstanden - also vor mehr als einer Million Jahren. Darin befinden sich Überreste von Lebewesen, die sowohl aus Kälteperioden als auch aus Warmzeiten der Eiszeit stammen.
Der obere Teil des Berges ist während der letzten Million Jahre entstanden und besteht sowohl aus Lavaschichten, die in Wärmeperioden entstanden, wie auch aus Tuffstein, der in Kälteperioden  durch Vulkanausbrüche  unter dem Eiszeitgletscher  entstand. Der Kirkjufell bekam seine heutige Form durch Gletschererosion während der zweiten Hälfte der Eiszeit. In Island gibt es nur wenige so klare Beispiele von Gletschererosion.
Schade ist jedenfalls das schlechte Wetter, das wir haben, denn bei diesem trüben Himmel kommt der Berg gar nicht zur Geltung.
Glücklicherweise bahnt sich eine Stunde später auf unserer Busfahrt an der Nordküste der Halbinsel entlang die Sonne ihren Weg durch die dunklen Wolken und es wird heller. Den ersten schönen   Spaziergang durch die schroffen Lavafelsen zum Strand machen wir im   Naturpark vom Snaefellsjökull, wo wir nach Dritvik   hinunterklettern und die Wellen an den schwarzen Strand heranrollen   sehen.
Es gibt zahlreiche Wanderwege durch diesen riesigen Naturschutzpark. Als wir oben an der Schautafel stehen, begegnen uns viele Einzelwanderer und auch Wandergruppen, die die Lavalandschaft rund um den Snaefellsjökull Gletscher erwandern. Wir rätseln zunächst, wo wir uns eigentlich befinden, bis wir mit der GPS- Funktion unseres Smartphones die Stelle entdecken. Ich habe sie auf der Landkarte durch einen roten Pfeil markiert. Wir wählen aus den verschiedenen Vorschlägen auf der Tafel den gut gekennzeichneten Weg durch die Lavaschluchten hinunter zur Bucht. Immerhin regnet es nicht und wir können über die Wiesen neben den matschigen Wegen an die Aussichtspunkte gelangen.
In der Bucht liegen   Wrackteile von gestrandeten Schiffen, denn der Nordatlantik hat   nämlich im Winter unbarmherzige Wellen. Vom 16. bis 19. Jahrhundert   war diese Bucht, die links und rechts von Lavafelsen eingerahmt   wird, die größte und ergiebigste Fischanlandestation Islands. In den   Monaten von April bis Mitte ruderten hier täglich 40 - 60   Fischerboote aufs Meer und bis zu 800 Männer wohnten in Hütten hier   am Strand.       

Es ist schade, dass wir nicht mehr Zeit haben, denn es wird langsam heller und somit würde sich jetzt die Wanderung an der Küste entlang anbieten. Ein Stückchen gehen wir jedenfalls noch weiter und klettern über die Felsen bis zum nächsten Aussichtspunkt. Man kann hier weit über die Nordküste schauen - aber wahrscheinlich nur bei schönem Wetter. Jetzt ist alles trübe.
Wir fahren weiter und machen unsere Mittagspause in Arnastapi, wo uns eine Fischsuppe serviert wird, die gar nicht schlecht ist.
Anschließend machen wir einen Spaziergang zu den Vogelfelsen, an denen nicht nur Möwen, sondern viele andere Seevögel brüten. Dummerweise habe ich mein Fernglas im Bus liegen lassen, das ich jetzt gut hätte gebrauchen können, um die Vögel in ihren Nestern zu beobachten. Aber da die Sonne scheint, können wir wenigstens ein paar gute Fotos von der Steilküste machen.
Hier steht auch eine Skulptur aus aufgeschichteten Steinen, die 1985 von dem Bildhauer Ragnar Kjrtansson zu Ehren von Bardur errichtet worden ist.
Der Sage nach war Bardur einer der ersten Siedler hier in der Gegend um den Snaefellsjökull. Er ar aber größer und stärker als alle anderen, weil er Trollblut in seinen Adern hatte und die Zaubergabe hatte. Er neigte aber auch zu Berserkertaten und tötete seine Neffen, weil die nicht auf seine Tochter aufgepasst hatten. Schließlich verschwand er aber nach einem Kampf mit seinem Halbbruder im Snaefellsjökull und ward nie mehr gesehen. Die Isländer glauben, dass er noch heute dort lebt und verehren ihn als Schutzgeist.
Um kurz nach halb vier geht es dann   wieder zurück, denn wir sind hier 250 km von Reykjavik entfernt.   Gegen 19:00 Uhr sind wir erst wieder zurück in unserem Hotel. Das   Abendessen für die gesamte Gruppe ist dann um 20:00 Uhr wieder im   Restaurant Potturinn og Pannan. Es gibt eine Gemüsesuppe und danach   einen viel zu fetten Schweinebraten mit Püree und gegrilltem Gemüse.
Sonntag, 15.7. 2018
Um 6:45 Uhr sitzen wir beim   Frühstück und starten um kurz nach halb neun in einem komfortablen   neuen Bus zum "Golden Circle". Das ist die Tour mit drei bedeutenden   Highlights, die unbedingt jeder Islandbesucher absolvieren muss.
Leider ist der Himmel grau und es regnet.
Als wir an dem Thingvellir-See (Pingvallavatn) ankommen, wo der   Zugang zu der Spalte ist, die die amerikanische von der eurasischen   Kontinentalplatte trennt, sieht der Himmel nicht sehr freundlich   aus.
Wir hören uns noch von unserer kompetenten Reiseleiterin   Angelika die ausführlichen Erklärungen zu der Entstehung des Sees aus der letzten Eiszeit an. An einem Relief erklärt sie uns alles. Mit ihr sind wir im Übrigen sehr zufrieden und sind froh, dass wir für die gesamte Reise nur eine einzige Reiseleiterin haben. Sie ist mit einem Isländer verheiratet und wohnt seit 15 Jahren in Reykjavik. Manche Eigenheiten der Isländer erklärt sie sehr humorvoll und hat viele Anekdoten parat. Und zwischendurch erzählt sie natürlich auch viel von den isländischen Sagen.
Dann fängt es an in Strömen zu regnen und wir kaufen uns im Souvenirshop für  1500 Kronen (= 12 €) zwei Plastikumhänge, wobei wir  ziemlich sauer über  den Preis sind, weil wir viel bessere für 99 Cents überall in der Welt bekommen  können. Aber wegen des starken Regens sind die halt notwendig. Leider haben die  Regenponchos kurze Ärmel, sodass wir trotzdem nass werden. Das ärgert uns noch  mehr.
Die Gegend um diesen größten See   Islands ist deshalb so berühmt, weil hier in diesem Tal seit dem   Jahre 930   jedes Jahr das älteste Parlament der Welt, das  "Althing"   stattfand, um die Gesetze des Landes anzupassen. Hier wurden   Rechtsstreitigkeiten ausgetragen und Regeln für das Zusammenleben   der Menschen in Island festgelegt. Natürlich waren die zwei Wochen   um die Sommersonnenwende regelmäßig auch ein großes Volksfest und   ein Heiratsmarkt.
Wie auf dem oberen Bild zu sehen ist, zieht ein großer Bruchgraben   durch dieses Gebiet. Durch den ziehen an diesem Tag mehrere Tausend   Touristen, wie auf dem Bild zu sehen ist. Das hängt auch damit zusammen, dass   gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt und die meisten   Passagiere den "Golden Circle" als Ausflugsprogramm buchen, weil der   ja die drei Highlights der Insel umfasst. Und schließlich ist der   Thingvellir-See mit der Schlucht das erste Highlight.

Danach   fahren wir nach Reykolt, wo wir die Tomaten-Gewächshäuser von   Fridheimar besuchen.
Das ist   schon beeindruckend, wie eine Familie in einem eisigen Land mit   Hilfe des heißen Wassers aus den Lavafeldern und dem billigen Strom   eine Tomatenplantage betreibt und die Produkte vermarktet. Das heiße   Wasser wird durch Rohre geleitet und heizt sowohl den Boden als auch   die Luft. Die voll computergesteuerte Anlage sorgt dafür, dass die   Temperaturen gleich bleiben und LED-Lampen zugeschaltet werden, wenn   die Beleuchtung nicht ausreicht. Die Pflanzen selbst werden in kleinen   Töpfen automatisch bewässert und mit Dünger versorgt. Die Bestäubung   übernehmen aus Holland importierte Hummelvölker. Die so erzeugten   Tomaten schmecken sogar, davon können wir uns überzeugen.
Der Spaß ist wegen des enormen Energieaufwandes hier in Deutschland   natürlich nicht zu finanzieren. In Island bezahlt man für Wasser gar   nichts, für die KWh elektrischen Strom 5 Cents und das heiße Wasser   kostet pro Kubikmeter 90 Cents. Das sind traumhafte Preise! Die   Familie hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass der steigende   Touristenandrang auf Island etwas für sie abwirft, indem sie nicht   nur exklusive Tomatenprodukte anbietet, die von der Tomatenmarmelade   bis zum Tomatenbier reichen, sondern auch gleich die   Familienmitglieder mit einbezog. Die unterhalten nämlich einen Hof   mit Island-Pferden und präsentieren eine Pferdeshow für die   Touristen. Damit das allen mehr Spaß macht, sind auch die Kinder und   deren Freunde mit Eifer dabei.

Die   Ponyshow war im Übrigen professionell aufgezogen und ganz aufschlussreich, zumal wir nicht   wussten, dass die Islandpferde die einzige Rasse sind, die alle 5   Gangarten des Pferdes beherrscht und die seit mehr als 1000 Jahren   unverändert geblieben ist. Hier sehen   Sie in dem kleinen Ausschnitt, wie die Show ablief. Zum   Schluss durften alle in den Stall und die Damen der Reisegruppe   hatten großen Spaß am Streichelzoo.

Besonders nett fanden wir das Schild am Eingang des Hofes:   "Vorsicht! Wilde Kinder und zahme Tiere!"
Und wenn man dann einen Vertrag mit   Kreuzschiffen und Reiseagenturen geschlossen hat, kann nichts mehr schief gehen und man ist für den erwarteten Touristenboom der   nächsten Jahre gerüstet.
Anschließend geht es zum nächsten   Highlight des Golden Circle, zum Gullfoss-Wasserfall.
Der Wasserfall ist   wirklich fantastisch, zumal der Regen aufgehört hat und zwischen den   Wolken ab und zu tatsächlich blauer Himmel zu sehen ist.
Leider ist   wahnsinnig viel los hier, weil natürlich auch die Kreuzfahrer mit   vielen Bussen auf dem Parkplatz stehen. So steigt eine gewaltige   Karawane von Touristen die Treppen hinab und macht sich auf den Weg   zum Wasserfall. Der Weg ist glitschig und führt bis auf zwei Meter   an die tosenden Wassermassen heran.
Das kann man natürlich nicht an einem Foto allein nachvollziehen, deshalb ein kleiner Ausschnitt aus einem Video.
Das ist schon   gewaltig, wenn man 2 Meter vor den herabstürzenden Wassermassen auf   den glitschigen Steinen steht. Es erinnert mich sehr an den Iguassu   in Brasilien, wo ich auch so nahe am Wasserfall gestanden habe.   Glücklicherweise regnet es nicht und am Horizont ist sogar blauer Himmel zu sehen. Und gegen die aufsteigende Gischt   hilft meine Unterwassercamera, mit der ich die Fotos gemacht habe..
Kurz nach 14:00 Uhr   geht es weiter zum dritten Höhepunkt des Golden Circle, nämlich zum Ort Geysir. Das   geothermische  Gebiet ist etwa 3 km² groß und hat mehrere   kleine Springquellen. Wir hatten ursprünglich angenommen, dass es hier in Island   vor Geysiren nur so wimmelt, wo doch der Begriff "Geysir" von hier kommt. Aber das ist gar nicht der Fall, denn   im Augenblick spuckt nur der Strokkur Geysir unregelmäßig alle 3 -   10 Minuten seinen heißen Dampf aus. Auf   meinem kleinen Videoausschnitt können Sie das miterleben.
Der eigentliche Geysir, nach das Gebiet hier benannt wurde, hat noch   im 19. Jahrhundert manchmal eine 70 m hohe Fontäne herausgeblasen,   ist aber dann immer mehr versiegt. Die umliegenden Springquellen und   Fumarole dampfen zwar, aber sind nicht so farbenfroh wie in   Neuseeland oder im Yellowstone Park in den USA.
Eigentlich ist das sehr enttäuschend. Wir sind nach Island gekommen, um natürlich unter anderem auch die Geysire zu bewundern. Jetzt stellen wir aber fest, dass die ganz große Attraktion einfach fehlt. Im Vergleich zu den großen Geysiren in Nordamerika und Neuseeland ist der Geysir hier ziemlich mickrig. Unsere Reiseleiterin erklärt uns zwar, dass vor hundert Jahren die Ausbrüche deutlich spektakulärer gewesen seien, aber das hilft uns wenig. Auch die umliegenden Schlammlöcher blubbern nur ein wenig und sind nicht besonders attraktiv.
Erwartungsvoll stehen Hunderte   von Touristen um das Schlammloch herum und warten auf das tolle   Ereignis. Erst gurgelt es eine Weile in der Erde und die Leute, die   schon länger drum herum stehen, rufen: "drei - zwei - eins" und   plötzlich schießt dann die heiße Gischt in die Höhe. Bei jedem   Ausbruch ist das ganz unterschiedlich und bei den Windverhältnissen   sowieso. Jedenfalls ziehen sich die Zuschauer kreischend zurück,   wenn der Wind die dampfenden Schwaden durch sie hindurch treibt und   teilweise ganz schön nass macht. Das ist lustig.
Als wir um 15:15 Uhr   wieder zurück fahren, stellen wir fest, dass wir heute eigentlich   Glück mit dem Wetter gehabt haben, denn sowohl am Wasserfall, wie   auch am Geysir hat es nicht geregnet. Manchmal schien sogar die   Sonne.
Unterwegs fängt es aber schon wieder an zu regnen und alles   sieht wieder sehr trüb und traurig aus, als wir kurz vor 17:00 Uhr   wieder im Hotel sind. Das Abendessen im Restaurant ist auch nicht   erwähnenswert, denn nach einer Blumenkohlsuppe gibt es den gleichen   Fischteller wie gestern (Seewolf), nur die Soße ist anders.
Und auch am Abend regnet es weiter.

Montag, 16. 7.2018
Schon um 8:00 Uhr starten wir zur   Südküste mit 25 Personen in einem sehr bequemen Reisebus. Wir   scheinen Glück mit dem Wetter zu haben, denn es sind einige   Sonnenstrahlen zu sehen, während die Temperatur noch bei 10 °C   liegt. Reiseführerin Angelika erzählt sehr anschaulich etwas aus der   Geschichte der ersten Besiedlung Islands. Und natürlich die blutige   Saga von Njals und dem schönen Gunnar mit seiner rachsüchtigen   Ehefrau. Die isländischen Sagen sind auch heute noch Stoff für   Romane, Theaterstücke oder Filme. Es gibt sie auch als deutsche   Übersetzung im Internet.
Die Fahrt an der   Südküste entlang über die Landstraße Nr. 1 geht durch grüne Wiesen, auf denen Schafe und   Pferde weiden. Im Hintergrund ist der Eyjafjallajökull zu sehen, der   bei seinem Ausbruch 2010 die gesamte Umgebung mit einem Ascheregen   überzogen hat. Damals ist sogar der gesamte Luftverkehr über Europa   davon betroffen gewesen. Angelika erzählt aus eigener Anschauung,   was um den Berg herum los gewesen ist.
Sie berichtet auch von der   Verzweiflung der Bauern, die ihre grünen Wiesen unter der Asche   bedeckt sahen. Aber auch darüber, dass sich nach einem Jahr   herausstellte, dass die Asche als Dünger gewirkt hatte und sie nun   plötzlich statt 2x im Jahr jetzt 3x im Jahr Heu ernten konnten.
Wenn man während der Fahrt mit dem BUs aus dem Fenster schaut, erblickt man auf der linken Seite zu den Bergen hin saftige grüne Berghänge und viele Bauernhäuser. Manchmal kann man grasende Pferde oder Schafe beobachten. Auf der rechten Seite zum Meer hin sieht man die Gletscherflüsse zwischen dem Geröll abfließen. An der 300 km langen Südküste gibt es übrigens keinen einzigen Hafen, weil   die Strömungen unterirdische Sandbänke aufgehäuft haben und alles  versandet ist. Viele Schiffsunglücke von Fischerbooten zeugen davon, die   bei den Herbststürmen auf Sand liefen.
Trotzdem ist es es eine schöne   Landschaft, durch wir fahren. Wiesen mit farbigen Heuballen,   Gletscherflüsse und Feuchtwiesen wechseln sich ab. Wunderschön sehen   die riesigen blühenden Flächen mit Lupinen aus. Allerdings sind die   Bauern schon gar nicht mehr glücklich mit dieser Pflanze, die sie   damals als Bodenverbesserer ins Land geholt hatten. Die wuchert   nämlich schon gewaltig überall und nimmt überhand.
Eigentlich waren die Lupinen dazu gedacht, die Bodenerosion zu verringern. Dazu wurden im vorigen Jahrhundert mehrere fremde Pflanzen eingeführt wie die sibirische Lärche oder die Alaska Lupine .Die Lupine sollte durch ihre schnelle Verbeitung für eine möglichst große Pflanzendecke sorgen.
Lupinen sind nämlich sehr anspruchslos und  wachsen auch auf armen Sandböden gut. Außerdem brauchen sie nicht viel Sonne und gedeihen auch im Halbschatten. Das dichte Wurzelwerk der Pflanzen verdichtet den Boden gut und an den Wurzelknollen siedeln sich Bakterien an, die den Stickstoff aus der Luft binden und im Boden anreichern. Das ergibt ein wunderbares Düngemittel für Gräser und Pflanzen.
Man hatte allerdings nicht bedacht, dass sich die Alaska Lupine in Island so wohlfühlt und rasant ausbreitet. Dadurch verdrängt sie nämlich die einheimischen Gräser. Diese sind wesentlich zarter, wachsen näher am Boden und natürlich viel langsamer. Inzwischen sind viele Wiesen und Berghänge dircht mit Lupinen bewachsen, die zwar wunderschön blühen, aber dummerweise nicht von den Schafen gefressen werden, weil sie ihnen zu bitter schmecken.
Um 10:20 Uhr sind wir am Skogafoss-   Wasserfall. Wir haben Glück, dass die Sonne scheint und ergreifen   natürlich die Gelegenheit, den Wasserfall nicht nur von unten,   sondern auch von oben zu betrachten. An der rechten Seite führt   nämlich über viele steile Treppen ein Wanderweg hinauf bis zu einer   Plattform. Der Weg mit den unregelmäßigen Treppen  ist ein bisschen unbequem zu laufen und deshalb begegnet man meist nur ambitionierten Wanderern und weniger Touristen. Dafür kann man dort oben als Belohnung wunderbar den Regenbogen beobachten, der   sich durch die Sonnenstrahlen in der aufwallenden Gischt bildet.   Oben sammeln sich viele Wanderer, die am Gletscherfluss entlang   weiter nach Basar marschieren.
Unsere Fahrt geht weiter zum Black   Sand Beach bei Reynisfjara, wo die Vulkane säulenförmige   Basaltstrukturen hinterlassen haben. Seeschwalben nisten in der Höhe   und umschwirren die Touristen, aber die Höhlen der Papageientaucher   zwischen den Steinen am Strand können wir trotz Fernglas nicht   entdecken.
Der Strand ist wirklich schwarz. Auf der anderen Seite blickt man auf das Kap Dyrholaey mit dem Felsentor. Die 120 m hohe "Türhügelinsel" ist bei einem früheren Vulkanausbruch entstanden. Heute ist die Insel verlandet und zu einem Kap geworden. Durch das Felsentor kann man mit einem Boot hindurchfahren.
Kurz nach 12:00 Uhr   halten wir zum Mittagessen in Vik. In einem Supermarkt leisten wir   uns einen Cappuccino ( 550 Kronen) mit einem Blätterteig-Teilchen   (350 Kronen). Hier kaufen wir noch Ginger Ale von Schweppes und sind   total erstaunt, dass die 0,5 Liter-Flasche 1,52 € kostet, wo wir   doch in Reykjavik mehr als das Doppelte bezahlt haben. Anscheinend   sind die Preise auf dem Land doch günstiger und nicht durch den   Touristenstrom verdorben.
Auf der Rückfahrt kommen wir dann zum nächsten Wasserfall, dem Seljalandsfoss, an dem wir bereits am Vormittag vorbeigefahren   sind.
Man kann bei diesem   Wasserfall an der Seite  vorbei den Felsen hochklettern und   hinter den Sprühnebel und dem herabstürzenden Wasser auf die andere   Seite spazieren. Viele machen das, werden aber   teilweise darunter auch ganz nass, weil der Wind die Gischt manchmal   zur Seite weht. Das wäre gar nicht schlimm, weil das immer nur   kurzzeitig der Fall ist und das Wasser dann wieder senkrecht ins Tal   schießt.  Aber die Treppe und auch der Durchgang sind steil und   glitschig, sodass man nicht einfach darunter vorbeihuschen kann. Man   muss nämlich stehen bleiben und  warten, bis der Vordermann die   schwierige Stelle überwunden hat. Das dauert manchmal ziemlich lange   und in dieser Zeit muss man sich nass regnen lassen.
Die meisten Touristen haben sich das nicht so vorgestellt, als sie   freudig und wagemutig die Treppen hinunter gestiegen sind. Ärgerlich sind die vielen Fliegen, die   uns hier belästigen. Sie sitzen in großen Scharen auf der Engelwurz,   die überall auf den Feuchtwiesen richtig gut gedeiht.
Auf der Rückfahrt nach Reykjavik gibt Reiseführerin Angelika einige   Kostproben von isländischer Musik zum Besten, die sie auf ihrem   iPhone gespeichert hat. Sogar ein Liebeslied mit Hawaiigitarre ist   dabei, das auch Fanlied für die Fußball-Europameisterschaft wurde.
Am Geokraftwerk kommen wir auch wieder   vorbei und können vom Bus aus deutlich die Vor- und Nachteile dieser   technischen Wunderwerke sehen, die den Isländern so viel Geld   einbringen: Viele schmucke Bauernhöfe liegen in der Landschaft, die   mit dem warmen Abwasser der Geothermiekraftwerke versorgt werden und   damit heizen können. Mit den günstigen Energiepreisen können sie   preiswert Viehzucht und Gemüseanbau betreiben. Das gefällt nicht nur   ihnen, sondern auch den Verbrauchern in den Städten, die sie   beliefern. Die Betreiber der Geothermiekraftwerke haben aber nicht   daran gedacht, dass sich in einigen Jahren plötzlich die grünen   Wiesen mit dem   Island-Moos gelb färben und dass sich das Moos durch die heißen   Abgase verändert. Jetzt ist guter Rat teuer und man versucht,   entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. So zerstört der Mensch wie   überall auch hier die Natur.
Um 1645 Uhr sind wir wieder im Hotel und um 18:00 Uhr pünktlich beim   Abendessen. Nach einer Tomatensuppe wird heute Hühnchen in   Champignonsoße serviert. Das ist ganz ordentlich. Als wir das Restaurant verlassen, scheint die Sonne und der Himmel   ist total blau. Wir sind fasziniert und können das gar nicht fassen.   Und das ist auch noch um 22:30 Uhr der Fall.
Dienstag, 17.7. 2018
Wir sind total erstaunt, dass uns ein blauer Himmel begrüßt, als wir aufstehen. Wir können zum ersten Mal in Ruhe frühstücken, denn wir werden erst um 9:30 Uhr abgeholt. Es ist wieder ein moderner Bus, der uns über die Halbinsel Reykjanes fahren soll, aber die Lautsprecherdurchsagen sind kaum zu hören. Reiseführerin Angelika hat große Probleme, sich verständlich zu machen. Sie erzählt über die Ansiedlung des Aluminiumwerkes in Hafnarfjördur, das sich dadurch zu einem Industriezentrum entwickelt hat und das Naturschutzgebiet Reykjanes, das mit heißen Quellen, türkisgrünen Seen und großen Vogelschutzgebieten zum  Wandern einlädt.  .
Wir fahren weiter bis zum See Kleifarvatn dem drittgrößten See Südlands, der durch mehrere Erdbeben seinen Wasserstand änderte. Dabei wurden auch heiße Quellen entdeckt, sodass es heute ein beliebtes Tauchgebiet ist.
Anschließend spazieren wir durch die bunte Landschaft mit den Solfataren bei Seltun. In diesem Hochtemperaturfeld übersteigt die Temperatur in 1000 m Tiefe die 200°C Marke. Überall brodelt es und riecht nach Schwefel. Der Rundweg um die Schlammlöcher und Fumarole geht teilweise über rutschige Lava, was mir gar nicht gefällt, denn auf einem steilen Abhang rutsche ich aus und das bekommt meiner Camera gar nicht, denn jetzt geht die Blende nicht mehr zu..
Über unwegsame Lavafelder geht es  weiter zur Südspitze der Insel - mitten durch den 5 km breiten Spalt   zwischen der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Die   Landschaft hier ist karg; nur Moose und Flechten haben sich auf der   Lava angesiedelt, denn durch die starken Winde und Stürme gedeiht   hier sonst nichts. Hinter dem Leuchtturm ist eine pechschwarze Steilküste aus   Lavabrocken und einem Denkmal für den letzten Alk. Dieser riesige Vogel war 5-6 kg schwer und sein Fleisch   wohlschmeckend. Deshalb wurde er natürlich von den nordischen   Völkern schon seit dem Mittelalter gejagt, was besonders leicht   fiel, weil der nämlich wegen seiner fehlenden Flügel nicht fliegen   konnte. Nachdem er schon in Kanada und Grönland ausgerottet war,   wurden 1844 die letzten beiden Exemplare auf der Insel Eldey   geschossen. Die Insel sieht man auf dem Foto weit draußen auf dem Meer. Zu Ehren des Vogels wurde eine Skulptur errichtet.
Um 13: 00 Uhr geht es weiter zur   Brücke zwischen den Kontinenten, die man als Symbol  für die   hier aufeinander treffenden Kontinentalplatten von Amerika und   Europa errichtet hat. Das ist natürlich nur eine Touristenattraktion   und nicht wirklich nachvollziehbar. Aber die Ausflugsbusse fahren   natürlich hier hin - wie wir auch - und die Touristen machen ein   Foto, bei dem sie sich so hinstellen, als würden sie die Brücke auf   Händen tragen. Der Spalt ist ganz schön breit, der sich bei einem Erdbeben  aufgrund der Kontinentalplattenverschiebung ergeben hat.
Kurz vor   14:00 Uhr sind wir an der Blauen Lagune und brauchen zum Glück nicht   zu warten, weil uns Angelika als Gruppe für 14:15 Uhr angemeldet   hat. Hier zeigt sich natürlich wieder der Vorteil als Gruppe, dass   man vorangemeldet ist und keine Wartezeiten in Kauf nehmen muss,   denn die Warteschlange für die Privatnutzer an der anderen Seite der   Kasse ist lang. Trotzdem geht alles sehr zügig, denn mit Hilfe von Computertechnik  und durch die Vergabe von Terminen ist alles gut durchorganisiert.
Geschockt sind wir natürlich über den Eintrittspreis von umgerechnet   70 Euro.
Dafür bekommt man dann ein Handtuch und ein Armband mit einem Chip,   der für alles verwendet wird: Man kommt mit ihm durch die Sperre,   kann damit einen Spind im Umkleideraum öffnen und schließen oder in   der Poolbar bezahlen. Alles wird in dem Chip gespeichert und wenn   man die Blaue Lagune verlassen will, muss man ihn in eine Ladeschale   an der Sperre legen. Die gibt den Durchgang erst frei, wenn alle   Rechnungen beglichen werden. Es ist   gut, dass viele Sicherheitskräfte und Helfer hier arbeiten, die den   vielen Touristen und uns die Funktion der Schließfächer und das   nackte Duschen   erklären. Innen sieht man zwar schon den Massenbetrieb, aber es gibt genügend Umkleideräume und man hat genügend Platz. Verwirrung entsteht bei unserer Gruppe dennoch, weil manche Kleiderspinde in verschiedenen Bereichen die gleichen Nummern tragen.
Um 16:30   Uhr fahren wir zurück und sind eine Stunde später im Hotel. Im   Restaurant gibt es zum Abendessen eine Champignonsuppe und wieder   Seewolf, allerdings diesmal mit einer scharfen Soße.

Mittwoch, 18.7. 2018
Schon um 7:15 Uhr  steht der Bus vor der   Tür zu unserem heutigen Ausflug "Westisland - weiße Gletscher und   schwarze Lavawüsten. Hier ist die Karte von der Firma Into the   Glacier, die das organisiert:
Um 8:40 Uhr halten wir für eine Toilettenpause in Borgarnes und anschließend geht es weiter über  Reykholt und Husafell in die Lavafelder und durch den "Wald" voll Birken, wo die Schotterstrecke beginnt. Unser Bus schafft das aber problemlos und um 10:10 Uhr sind wir am Klaki Basis Camp, wo die umgebauten MAN-Raketentransporter warten, die man für die Fahrt auf den Gletscher verwendet.
Die Fahrzeuge sehen aus wie   gefährliche Touristenfresser, wie so da stehen und auf uns warten.
Man hat die  LKWs für die Gletscher umgebaut, indem man ihnen   nicht nur größere Reifen verpasst hat, sondern man kann vom   Führerhaus aus die Luft aus den Reifen ablassen. Dadurch haben sie   die fünffache Auflagefläche und können sich relativ sicher auf dem   Gletschereis fortbewegen. Wenn kein Eis vorhanden ist und die   Strecke über Lavabrocken oder Geröll führt, wird einfach während der   Fahrt der Luftdruck erhöht und man hat wieder ein Geländefahrzeug.
Im Basiscamp können wir uns etwas aufwärmen, weil wir auch noch   warten müssen, denn eine andere Gruppe ist noch vor uns an der   Reihe. Wir können uns jeweils passende wasserdichte Überziehschuhe   aussuchen, weil jetzt während der Sommerzeit viel Schmelzwasser im Gletscher   entsteht und die Gänge ziemlich nass sind. Während  der   langsamen und ruckelnden Fahrt müssen wir uns alle anschnallen und das Fahrzeug wird von außen durch den Fahrer   verriegelt. Der begleitende Ranger erklärt uns die Situation am Langjökull-Gletscher, auf dem wir uns befinden. Es ist mit einer   Ausdehnung von 950 km² der zweitgrößte  Gletscher Islands und sein Eis ist über 500 m dick. Das Gletschermobil bewältigt die Strecke vom Basislager, das in 800   m Höhe liegt, bis zum Eingang des Tunnels in 1400 m in etwas mehr   als 20 Minuten. Die Firma hat zu Forschungszwecken (und natürlich als Touristenattraktion)  einen 550 m langen Tunnel in die Eisschicht gebohrt, der bis in eine Tiefe von 40 m führt. Während draußen jetzt hier oben eine Temperatur von etwa 5° C   herrscht, ist es im Tunnel ganzjährig um die 0°Celsius.
Als wir in die Röhre hineinmarschieren, sehen wir links und rechts   die einzelnen "Jahresringe", die durch den Staub des herabfallenden   Regens gebildet wurden. Auf dem Boden liegen Kunststoffmatten, damit   wir mit unseren Überschuhen nicht ausrutschen. Mir tun die Leute   leid, die sich keine Überschuhe haben geben lassen, denn die haben   schon nach dem ersten Fehltritt neben einer der Matten nasse Füße. Einige   weitere Impressionen aus dem Gletschertunnel in der kleinen   Fotosammlung:
1 1/2 Stunden spazieren wir in   verschiedenen Gängen und Tiefen durch den Gletscher. Es ist kalt und   nass. Manchmal hört man kein Echo, weil viel Luft in der   Harsch-Schicht enthalten ist. An anderen Stellen ist das Eis dicht   und ohne eingeschlossene Luftblasen. Dann hallt unsere Stimme dort   deutlich. Zum Schluss sind wir froh, dass wir wieder ans Tageslicht   kommen, weil wir ganz schön durchgefroren sind.
Auf der Weiterfahrt im warmen Bus tauen wir ein wenig auf  und   sind erst wieder zufrieden, als wir eine halbe Stunde später im Café Hraunfossar Barnafoss einen Cappuccino mit warmem Apfelkuchen   bestellen und in Ruhe genießen können. Das gefällt uns dann schon   besser und wir bestellen einen zweiten, obwohl wir dann keine Zeit   mehr haben, den Spaziergang rund um die Wasserfälle vollständig zu   absolvieren.
Früher gab es eine Steinbrücke über   den Fluss. Der Sage nach verunglückten hier aber zwei Kinder und die   Mutter ließ daraufhin die Brücke zerstören.
Der Barnafoss Wasserfall ist ein Wasserfall mit einer Länge   von über einem Kilometer. Unzählige kleine und größere sprudelnde   Quellen treten aus dem Berg hervor, der mit Büschen und Bäumen   bewachsen ist. Eigentlich sind das keine Wasserfälle, wie man sich die normalerweise vorstellt. Vielmehr versickert der Fluss Hvíta etwas weiter oberhalb in einem  ziemlich porösen Lavafeld, wird dann durch die verschiedenen Gesteinsschichten gefiltert und tritt anschließend als sauber  geklärtes Wasser  weiter unterhalb wieder aus dem Lavagestein auf einer Länge von mehr als  700 Metern aus. Das Wasser ist durch diesen Prozess so geklärt, dass es wunderbar blau aus dem Berg herauskommt.
Entstanden ist der Wasserfall vermutlich um das Jahr 800 v. Chr.   durch einen Vulkanausbruch mit viel flüssiger Lava. Unter diesen   erkalteten Lavaschichten sammelte sich dann Regenwasser und   Gletscherwasser und suchte sich einen Weg zum Abfließen. Bei   Schmelzperioden und Fluten treten so riesige Mengen von Wasser aus   dem Berg aus und fließen in den Fluss Hvita, der dann sogar die   umliegenden Felder überschwemmt.
Es gibt ausgeschilderte Spazierwege um den Wasserfall herum und wir genießen den Ausblick über die steilen Klippen. Wir bleiben oft stehen und machen viele Fotos.
Leider ist die Zeit ziemlich kurz, die uns unsere Reiseleoiterin Angelika zubilligt, sonst wären wir noch einen anderen Rundweg entlang gegangen.
Um 15:15 Uhr machen wir uns auf den   Rückweg, während uns unsere Reiseführerin Angelika etwas über die   Landwirtschaft in Island erzählt. Den letzten Stopp machen wir an   der Heißwasserquelle Deildartunguhver, die angebohrt wurde,   um das 70 km entfernte Akranes und die umliegenden Dörfer mit heißem   Wasser zu versorgen.
Die Leitung ist   allerdings schon 30 Jahre alt und das 95°C heiße Wasser verliert auf   dieser Strecke 20°C. Heute sind die Rohre wesentlich besser isoliert   und der Temperaturverlust beträgt nur 2-3°C.
Um 16:00 Uhr fahren wir nach Reykjavik zurück und sind um 17:30 Uhr   im Hotel. Zum Abendessen um 18:00 Uhr im Restaurant gibt es eine   Tomatensuppe und anschließend Schweineschnitzel mit dem üblichen   Gemüse und Kartoffelpüree. Das ist aber ganz ordentlich.

Donnerstag, 19.7. 2018
Es ist wunderbar, einmal nicht früh   aufstehen zu müssen und in Ruhe frühstücken zu können. Unser   Rückflug nach Deutschland soll um 0:10 Uhr starten und wir sollen   deshalb um 22:00 Uhr am Hotel abgeholt werden. Da wir aber bis 11:00   Uhr auschecken müssen, haben wir noch einen ganzen Tag Zeit für die   Besichtigung von Reykjavik, was wir ja zu Beginn der Reise wegen des   schlechten Wetters nicht konnten. Sehr positiv ist die Möglichkeit,   das Gepäck für den ganzen Tag im Gepäckraum im Keller zu deponieren.   Das klappt auch prima, denn wir bekommen an der Rezeption eine   Zugangskarte zu diesem Raum, sodass wir jederzeit an unser Gepäck   können.
Zur Überbrückung der Wartezeit bietet Trendtours zusammen mit der   örtlichen Agentur einen halbtägigen Ausflug "Meer erleben" an, den   einige Gäste buchen. Wir haben uns stattdessen für den Hop on Hop   off Bus entschieden, der für 32,68 € den ganzen Tag durch die   Stadt fährt und an 15 verschiedenen Stellen hält. Man kann überall   aussteigen und weiß, dass der nächste Bus in 30 Minuten kommt, der   einen mitnimmt zur nächsten Attraktion.
Diese Karte bekommen Sie in den   meisten Hotels oder auch im Internet auf www.mapofreykjavik.is. Blau   markiert ist auf dem Stadtplan die Fußgängerzone Die rot eingezeichnete Linie ist die   Fahrtroute der Hop-on Hop-off Busse. Besser sind natürlich die   Haltepunkte auf der Karte zu sehen, die die Firma City Sightseeing im Internet   anbietet.

Von unserem Hotel Klettur aus ist die nächste Haltestelle die Nr.15, das ist das Höfti House. Das Gebäude dient als Gästehaus  der isländischen Regierung und ist dadurch bekannt geworden, dass sich 1986 Präsident Reagan und Michail Gorbatschow trafen, um den "kalten Krieg" zu beenden. Als wir dort ankommen, finden wir den Haltepunkt des Busses erst gar nicht, weil die Schilder so tief angebracht sind. Aber der Bus hält freundlicherweise auf halber Strecke, als wir winken und lässt uns   einsteigen. So machen wir zuerst einmal eine komplette Rundfahrt und  hören uns im Audioführer in deutscher Sprache die Erklärungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten an. Wir haben Glück mit dem Wetter: Es ist blauer Himmel  und  wir sitzen oben auf dem offenen Bus   windgeschützt in der ersten Reihe hinter der Scheibe und können nicht nur wunderbar alles sehen, sondern auch schöne Fotos machen. Das erste ist das stilisierte Wikingerschiff, das der isländische Künstler Jon Gunnar Arnason geschaffen hat. Die Skulptur aus   Edelstahl hat den Namen "Sonnenfahrt" und leuchtet je nach Sonneneinstrahlung in unterschiedlichen Farben.
Schließlich steigen wir an der Harpa Konzerthalle aus. Das 43 m hohe Gebäude besteht aus   quaderförmigen Teilen und hat als Besonderheit eine wabenartige   Umhüllung aus unterschiedlich beschichteten Gläsern, die je nach   Sonneneinfall in verschiedenen Farben leuchten.
Die Konzerthalle hat interessante Geschichte, denn zunächst einmal wurde die äußere Gestaltung durch den isländischen Künstler Ólafur Elíasson entworfen, der versucht hat, die isländischen Lichtstimmungen dort erscheinen zu lassen.
Das teure Projekt wurde von isländischen Banken finaziert, die ein spektakuläres Konzerthaus an den Rand des Hafens setzen wollten, das von den besten isländischen Architekten und Künstlern gestaltet werden sollte. Sie hatten jedoch nicht mit der isländischen Finazkrise im Jahre 2008 gerechnet, die die Pläne zunächst zunichte machte. Daraufhin hat der Staat und die Stadt Reykjavik das Projekt übernommen und zu Ende geführt. 2011 fand dann das Eröffnungskonzert statt. Der große Konzertsaal hat 1800 Sitzplätze und es gibt drei kleinere Konzerträume. Die Akustik wurde von Spezialisten aus New York mit Hilfe von verschiebbaren Filzwänden so gestaltet, dass die verschiedenen Musikarten optimal zur Geltung kommen.
Das Gebäude ist schon beeindruckend,   wenn man im Innern die Treppen hinauf- oder hinuntersteigt oder die   einzelnen Konzertsäle sieht. Wir spazieren durch das Gebäude und steigen an vielen unterschiedlichen Treppenaufgängen hinauf oder hinunter. Die Wirkung des Lichts hinter den Glasbausteinen ist überall anders und man muss sich einfach die Zeit nehmen, dies zu bewundern. Natürlich ist alles ziemlich touristisch aufgemacht und neben den Blumenläden und Cafés gibt es viele Geschäfte mit Souvenirs.  Die sind allerdings sehr schön und gut ausgewählt. Viele Touristen sind begeistert von der isländischen Kunstkultur und kaufen entsprechend ein.
Zu bestimmten Zeiten kann man an einer Führung teilnehmen, aber wir verzichten darauf und buchen zwei Tickets für einen Film im Keller über   die Wunderwelt Islands. Der ist leider ziemlich enttäuschend, denn   die Projektion auf alle vier Wände des Kinos ist einerseits   schwierig anzuschauen und andererseits ist die Beleuchtung zu   schwach, um wirklich die Farben leuchtend darzustellen. Schade.
Vor der Harpa-Halle entdecken wir dann einen kleinen kostenlosen   Shuttlebus, der damit wirbt, die Touristen zur Perlan zu   fahren. Das Angebot nehmen wir gerne an und erhoffen uns einige   schöne Ausblicke von der Glaskuppel. Das 25 m hohe Gebäude besteht aus 6   Warmwassertanks, die aus verschiedenen Bohrlöchern mit 85°C heißem   Wasser gespeist werden und zur Versorgung von Reykjavik mit heißem   Wasser dienen. Auf diese Wassertanks wurde eine Glaskuppel gesetzt,   in deren oberster Etage sich ein Drehrestaurant befindet. Das ist   zwar ziemlich teuer, aber so hat man abends und in der Nacht   natürlich einen fantastischen Blick auf den Himmel und während der   Wintermonate auf die Polarlichter.
Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch ist heute schönes Wetter und   nach einem Cappuccino mit einem Stück Kuchen ( - über die Kosten von   30 Euro schauen wir großzügig hinweg - ) betrachten wir die Stadt   Reykjavik von  der Aussichtsplattform aus:
Mit dem kostenlosen Shuttlebus fahren   wir wieder zurück zur Harpa-Konzerthalle und bekommen einen direkten   Anschluss zu einem Hop on - Hop off Bus. Wir überlegen, ob wir am   Hafen aussteigen und uns die kleinen Boutiquen anschauen, aber im   Vorbeifahren sehen die vom Bus aus gar nicht so toll aus. Die   Alternative ist ein Besuch des Nationalmuseums, das uns von vielen   Leuten empfohlen wurde. Wegen des schönen Wetters weichen wir aber   von unserem Vorhaben ab und  schlendern lieber durch die   Geschäftsstraßen der Innenstadt. Im Vergleich zur Vorwoche ist hier   jetzt natürlich viel mehr los und wir sind total erstaunt, wie viele   Leute in den Cafés oder auch auf den Wiesen sitzen und die   Nachmittagssonne genießen. Auf dem   Weg zurück zu unserem Hotel kommen wir am Penismuseum vorbei. Ein   Freund hatte uns darauf aufmerksam gemacht und gesagt, wir müssten   das unbedingt besuchen, weil es das einzige Museum dieser Art in der   ganzen Welt sei. Die Steine am Eingang sind ja ganz   witzig aufgestellt, aber wir sparen uns den Eintritt von 1500 Kronen   (=12 €). Wer Interesse daran hat, kann sich die Bilder im Internet   anschauen, denn es gibt dazu eine ausführliche Website mit einer   Fotogalerie.
Unser letztes   Abendessen findet immer noch im gleichen Restaurant statt, zu dem   wir pünktlich um 18:00 Uhr erscheinen müssen. Es gibt eine   Blumenkohlsuppe und Hähnchenbrust mit dem üblichen Gemüse.
Den Rest des Abends verbringen wir in   der Bar des Hotels. Wir hätten natürlich auch noch in eine Bar in   Reykjavik gehen können, denn in der Stadt ist abends immer viel   Betrieb.   Allerdings ist es so, dass erst abends gegen 23:00 Uhr   in den Kneipen oder Bars die richtige Stimmung herrscht und die Studenten - von denen es hier genügend gibt   - feiern dann meist bis 04:00 Uhr oder 05:00 Uhr in der Frühe.
Ich habe bei meinem Reisebericht immer   ausgelassen, was wir abends gemacht haben und an den einzelnen   Tagen den Bericht jeweils nach dem Abendessen enden lassen. Aber es   wäre ja schade, wenn Sie abends nach Ihren Besichtigungstouren   nichts mehr unternehmen würden. Deshalb möchte ich zum Schluss noch   einen wichtigen Tipp anführen:
Das Couponbuch:
Da Island ziemlich teuer ist, sollte man die Coupons nicht   verachten, denn in den meisten der dort aufgeführten Restaurants   bekommt man zwischen 15-30% Rabatt auf die Speisen und in den Bars   zwei Bier für eins, das man bezahlt. Da läppert sich schon einiges   zusammen, wenn man einige Tage dort ist.
Das kostenlose Couponbuch liegt nicht nur im Flughafen aus , sondern   an vielen touristischen Informationsstellen und Hotels. Das sollte   man sich nicht entgehen lassen.
Man kann es natürlich auch im Internet bekommen, denn dort hat die   Firma Islandic Coupons eine eigene   Website.
Interessant ist auch die App, die die Firma anbietet. Sie   können sie bei Google Play oder im App Store herunterladen. Damit   haben Sie kostenlosen Zugang zu allen Coupons. Benutzen Sie   z.B.  folgenden Code: EUROPCAR224.
Die Coupons eignen sich vor allem für die   eingezeichneten Punkte in Reykjavik.
Pünktlich um 22:00 Uhr   kommt der Bus, der uns zum Flughafen nach Keflavik bringt. Eine   Stunde später stehen wir in der langen Warteschlange und erhalten   unsere Bordkarten für den Rückflug nach Hamburg. Die Maschine soll   um 0:50 Uhr abfliegen, aber der Pilot wartet noch 20 Minuten. Er   sagt, es sei besser, hier noch 20 Minuten auf dem Flughafen zu   stehen als über Hamburg zu kreisen, denn er dürfe dort nicht von 06:   00 Uhr am Morgen landen. Das klappt dann auch genau so. Um 3 Minuten   nach sechs setzen wir auf der Landebahn auf und genehmigen uns zum   Frühstück einen Cappuccino und ein Croissant, bevor wir um 8:15 Uhr   nach Düsseldorf weiterfliegen. 40 Minuten später sind wir dort und   unsere Koffer rollen als erste auf dem Gepäckband an. Super - so etwas haben wir noch nie erlebt.
Das war´s von Island. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind   ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben,   die Insel zu besuchen.  Vielleicht   haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!
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