Reisebericht: Urlaub auf den Seychellen - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

Maui Hookipa Strand

Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht: Urlaub auf den Seychellen

Reiseberichte
Schon im Sommer   hatten wir uns überlegt, auf die Seychellen zu fliegen, waren uns aber   immer noch nicht einig wegen des Klimas. Die Berichte im Internet waren   nicht eindeutig: Manche schlugen als beste Reisezeit Mai bis Oktober   vor, andere die Sommermonate. Die wollten wir aber zu Hause verbringen,   weil wir in Deutschland dann auch schönes Wetter haben.  Die   Seychellen werden schließlich durch den Nordwest-Monsun von Oktober bis   März und den Südost-Monsun von Mai bis September bestimmt. Gerade   deshalb empfahlen uns andere die Monate April oder Oktober, weil dann   windstilles Wetter herrsche und die Sicht unter Wasser zum Schnorcheln   viel besser sei.
Wieder andere rieten uns von der windstillen Zeit ab, weil dann die   Hitze nicht zu ertragen sei. Etwas Wind sei auf den Seychellen unbedingt   nötig. So waren wir am Ende ganz konfus und entschieden uns einfach für   Februar, weil wir den Winter zu Hause für eine Weile vergessen wollten.
Flug   mit Emirates auf die Seychellen
Mittwoch, 13.2. 2013
Es ist schon eine bequeme Sache, von Düsseldorf mit Emirates direkt auf   die Seychellen zu fliegen. Erstens ist es konkurrenzlos billig und   zweitens auch nicht so anstrengend. Mit dem Drehkreuz Dubai haben sich   die Emirates einen sehr guten Umsteigeflughafen für Asien und Afrika   gebaut. Man fliegt 6 Stunden bis Dubai und dann noch einmal 4 Stunden   bis nach Mahé. Und in Dubai hat man nicht zu viel Aufenthalt.

5000 km sind es bis Dubai und noch einmal 3000 km bis zu den Seychellen
Nach dem pünktlichen Abflug um 14:35 Uhr sitzen wir in einer Boeing   777-300 zwei Reihen hinter der Business Class in einer Dreierreihe,   wobei der Platz zwischen uns frei bleibt. Das müssen wir mit einem   Campari-Orange begießen. Der Service an Bord ist hervorragend, zumal die   Stewardessen mit der Getränke- und Essensausgabe bei uns beginnen. Mit   dem freien Platz zwischen uns überstehen wir locker die 5 1/2 Stunden   bis Dubai, denn der Rückenwind hat den Flug um eine halbe Stunde   verkürzt. Kurz vor Mitternacht kommen wir in Dubai an - leider zu weit   weg, um eine Nachtaufnahme vom Burj al Arab oder von Burj Khalifa machen   zu können. Dafür kurven wir noch lange über das Rollfeld  und   marschieren durch den Flughafen, bis wir im Transferbereich ankommen.
Es ist hier 3 Stunden später als bei uns.  Auf dem Flughafen in Dubai   ist um Mitternacht so viel los wie in Frankfurt tagsüber. Nach 2 1/2   Stunden Aufenthalt, den wir gar nicht so schlecht finden, weil wir uns   die Beine vertreten können - geht es weiter auf die Seychellen. Leider   ist der Luftraum über Muscat gesperrt, sodass wir eine Stunde auf der   Rollbahn stehen, was uns gar nicht gefällt. Um 03:30 Uhr geht es endlich   los ( mit einem vollgepackten und alten Airbus), auf dem leider alles   enger, der Service schlechter und das Essen mäßig ist. Emirates ist also   doch nicht gleich Emirates! Aber 4 Stunden später sind wir im Anflug auf   die Seychellen und erfreuen uns an den üppig bewachsenen grünen Hügeln,   die hinter der Landebahn von Mahé auftauchen.


Von Mahé nach Praslin
Donnerstag, 14.2. 2013
Natürlich bekommen wir einen leichten   Temperaturschock, als wir morgens um 07:35 Uhr  (Ortszeit, die 3   Stunden weiter als unsere in Deutschland ist) aus dem Flugzeug steigen.   Bereits jetzt sind es 27°C und 80% Luftfeuchtigkeit. Wir retten uns in   die Abfertigungshalle, wo uns sofort ein Typ mit dem DerTour-Schild an   die örtliche Agentur "Mason´s" weiterleitet, die hier alles   kontrolliert. Man erkennt das schon an der Wagenkolonne mit   entsprechendem Aufdruck, die den zahlreichen Taxis kaum eine Chance   lassen, einen ankommenden Touristen abzufangen. Man muss allerdings   zugestehen , dass diese Agentur alles perfekt im Griff hat: Mit enormer   Fingerfertigkeit fischt eine Reiseleiterin unsere Hotel- und Transfer-Vouchers aus den vorgelegten   Reiseunterlagen, winkt einen der zahlreichen Hivis heran und schon   bringt der uns 200m weiter an den Schalter, wo Air Seychelles bereits   mit den kleinen brummenden Flitzern wartet, die von Mahé nach Praslin   fliegen. Durch die Verspätung der Emirates-Maschine aus Dubai ist der   Flieger aber schon voll, sodass wir in Windeseile in den nächsten   verladen werden werden, der eine halbe Stunde später starten soll. Das   tut er aber leider nicht, weil von den 14 Passagieren ein Italiener   seine Brieftasche mit Pass im Warteraum hat liegen lassen. So müssen wir   alle in der Maschine ohne Klimaanlage mit mindestens 35°C ausharren, was   uns stark an die Nerven und Schweißdrüsen geht, bis nach der Funkanfrage   des Piloten im Terminal eine Angestellte mit der Brieftasche über die   Landebahn gewackelt kommt.
Nach dem Start ist es leider nicht viel kühler im Flugzeug, weil wir von   dem Fahrtwind nichts mitbekommen und keine Klimaanlage in Betrieb ist.

Urlaub auf Praslin
Das war eine gute Entscheidung, dass   wir das Flugzeug und nicht die Fähre für die Überfahrt nach Praslin   genommen haben, wie sich später herausstellte. Einmal hätten wir nämlich   noch stundenlang warten müssen, weil die Fähre erst um 16:30 Uhr ablegt.   Zum anderen ist die Überfahrt nur etwas für die, die kräftigen   Wellengang lieben und gegen Seekrankheit gefeit sind.
Eine Viertelstunde später ist alles vergessen, als wir auf dem verschlafenen Flugplatz von Praslin   landen und einen Fahrer von Mason´s vorfinden, der uns sofort zur Indian   Ocean Lodge bringt. Schon 10 Minuten später sind wir alle Italiener los,   weil wir die einzigen sind, die hier aussteigen. Wir werden freundlich   mit einem kühlen Glas Zitronengrassaft empfangen, darauf aufmerksam   gemacht, dass wir schließlich "vacances" haben und uns entspannen   sollen. Wir bekommen Zimmer 12 in der schönen kleinen Anlage direkt am   Meer, die aus 8 Häusern á 4 Wohneinheiten besteht. Unter dem Text ein   Bild von unserem Haus. Wir wohnen links oben und blicken durch die   Palmen auf das 20 m entfernte Meer. Dort machen wir es uns erstmal   gemütlich in einem der seltsam geformten Holzliegestühle, indem wir uns   dicke Auflagen besorgen, die sonst für die Liegen um den Pool herum   bestimmt sind. Das gefällt  uns sehr, weil sich die Hitze nur im  Schatten der Palmen mit ab und zu ein wenig Wind aushalten lässt.

Blick aufs Meer von der Indian Ocean Lodge aus
Die Indian Ocean Lodge gefällt uns. Wir   haben Zimmer 12 in einem Viererblock, von denen es 8 Stück in der Anlage   gibt. Alle liegen direkt am Meer. Wir finden alles, was man erwarten   kann: großen Kleiderschrank, Safe, Minibar (leer), Klimaanlage,   TV-Flachbild, genügend Schubladen, einen großen Balkon, einen   elektronischen Moskito-Repeller und genug Platz. Alles ist nicht neu,   aber gut renoviert und sauber. Bis auf die vielen kleinen Ameisen. Aber   dafür holen wir unser Paral aus dem Koffer. Die leere Minibar stört uns   nicht weiter, denn 300m weiter auf der Straße ist ein Supermarkt, wo man   für 14 Rupien (=0,90 €) Seybrew Lager-Bier einkaufen kann. Ginger Ale,   Cola und Tonic kosten dasselbe.  So gehen wir erstmal einkaufen   (gut, dass wir am Flughafen schon Euros in Rupien eingetauscht haben!)   und füllen unseren Kühlschrank auf.
Wer sich für die Indian Ocean Lodge interessiert, der kann meine Beurteilung bei Holidaycheck lesen. Da sind alle meine Erfahrungen mit dem   Hotel aufgeführt.

Vom Wasser aus ist unser schattiges Plätzchen fast nicht zu erkennen.

Der Strand ist feinsandig und kilometerlang.
Wenn die Flut kommt, wird der gesamte   Strand überspült und man kann einigermaßen schwimmen. Viel Seegras   wächst hier im flachen Wasser. Bei Ebbe reicht das Wasser nur bis zu den   Knien.
Um 19:30 Uhr gehen wir zum 5-Gang-Valentinsmenü (32 €) ins Restaurant.   Alles ist schön gedeckt, die Damen bekommen eine Rose, eine einheimische   Band spielt kreolische Rhythmen. Das offene Restaurant ist gut besucht,   aber es weht kaum Wind und ist verflixt heiß. Zum Menü bestellen wir   Soda (55 Rupien) und eine Flasche südafrikanischen Wein, der gut gekühlt   serviert wird. Ansonsten lässt der Service etwas zu wünschen übrig.   Dafür ist aber das Essen sehr gut.
Freitag, 15.2. 2013
Das Hotel liegt an der Grand Anse. Am   sauberen Naturstrand aus puderweißem, feinem Sand ist nichts los; die   gesamte Bucht ist menschenleer, nur einige Boote liegen dort, die für   die Ausflugsfahrten zu den vorgelagerten Inseln Cousin und Cousine   gedacht sind.

Die Karte ist von Mason´s, einem der größten Anbieter von   Touren auf den Seychellen. Bei den Ausflügen haben wir gute Erfahrungen mit dieser Agentur gemacht, weil alles immer perfekt organisiert war.
Zwischen den beiden Inseln geht jeden Abend die Sonne   spektakulär unter, während wir gemütlich auf der Terrasse sitzen und uns   genüsslich einen Happy Hour Drink genehmigen, um uns von dem   anstrengenden Tag im Paradies zu erholen.

Sonnenuntergang an der Indian Ocean Lodge auf Praslin
Samstag, 16.2. 2013
Das Frühstücksbuffet in  der   Indian Ocean Lodge ist ganz ordentlich. Es ist wunderschön, morgens in   dem luftigen Restaurant zu frühstücken. Nach unserem Faulenzertag im   lauen Wind unter dem Schatten der Palmen machen wir uns am Abend auf die   Sache nach einem Restaurant im Ort. Zum Essen wählen wir dann das   Britannia aus und sind enttäuscht, denn trotz des attraktiven Äußeren   ist das Essen teuer und mittelmäßig. Wir bezahlen für uns beide 1335   Seychellen-Rupien (SCR ) und geben mit 97 € für eine Vorspeise und ein   Hauptgericht viel mehr aus als gestern bei uns in der Indian Ocean   Lodge.
Sonntag, 17.2. 2013
Praslin ist eine ruhige Insel. Zum   Erholen aber traumhaft, wenn nicht die Hitze wäre. Wir haben jeden Tag   offiziell 30-31°C, was sich aber wie 35°C anfühlt. Die Luftfeuchtigkeit   liegt bei 78%. Man darf alles nur sehr langsam machen, sonst kommt man   sofort ins Schwitzen. Das Meer ist einfach zu warm mit 29°C und ein Bad   bringt nur wenig  Abkühlung. Der Himmel ist meist blau mit wenigen   Wolken versetzt.
Unsere Indian Ocean Lodge liegt an der Grand Anse, die leider zu flach   zum Schwimmen ist. Sogar bei Flut steht einem Wasser nur   bis zum Bauchnabel. Der Strand ist total leer, außer einigen   Spaziergängern oder Touristen, die von hier aus mit Booten zum   Fischfang, Schnorcheln oder Tauchen herausfahren, ist kein Mensch zu   sehen.
Ansonsten sind wir mit allem zufrieden; die Preise fürs Essen und   Trinken sind nicht viel höher als bei uns, lediglich die   Übernachtungskosten sind doppelt so hoch. Allerdings kommt auf alles   noch 15% Steuer und 10% Bedienung. So werden aus 32 Euro für ein Buffet   am Abend leicht 42. Das Bier ist aber mit 45 Rupien (= 2,80 Euro) für   280 ml so teuer wie bei uns. Der Wein mit 16 Euro für eine Flasche   Chardonnay durchaus preiswert bei vielen südafrikanischen Marken. Am   Service ist wenig auszusetzen; die Arbeit der Zimmermädchen ist   hervorragend, im Restaurant ist alles ein wenig lahm - aber vielleicht   sind wir auch verwöhnt oder hier tickt eine andere Uhr. Etwas   freundlicher könnten allerdings alle sein. Die Gesichter sind auch nicht   so fröhlich wie in der Karibik, in Thailand oder Hawaii.
Die Internetverbindung für Praslin und   La Digue ist seit einigen Wochen unterbrochen. Man sagt uns, das läge an   einem Vertrag mit einer Satellitenverbindung über Ägypten, die nicht   richtig funktioniere. Mahé habe ein Unterseekabel und diese Probleme   nicht. So habe ich mir bei Airtel einen mobilen Stick gekauft und funke   damit. Das ist zwar langsam und teuer, aber dafür bleibe ich mit der   Welt in Verbindung. Skypen klappt damit leider nicht.
Montag, 18.2.2013
Unser heutiger Besuch gilt dem   Nationalpark Vallée de Mai, in dem die berühmten cocos de mer   wachsen. Das sind die berühmten kokosnussähnlichen Gebilde, die   einem weiblichen Becken ähneln und eine entsprechende Legende haben:   Die Palmen kommen nur hier und auf der Insel Curieuse vor, haben   einen kerzengeraden Stamm und werden bis zu 40 m hoch. Die weiblichen   Exemplare haben riesige Blätter und große herzförmige Früchte, die   bis zu 22 kg schwer werden. Die männlichen Bäume werden noch höher   und beherbergen den Samen in großen phallusartigen Gebilden, sodass   die Ureinwohner dieser Inseln natürlich angenommen haben, dass sich   die Palmen in stürmischen Nächten miteinander vereinigen. Der   Mensch, der dabei zuschauen wolle, müsse sterben.
Die Coco de mer ist   ein seltenes Exemplar. Alle Bäume sind nummeriert und das Mitnehmen   einer Nuss ist sehr schwierig. Ein koreanisches Pärchen schleppte   allerdings zwei Nüsse aus dem Visitor Center in den Kofferraum eines   Taxis. Man kann sie für einige hundert Dollar hier kaufen und   bekommt ein Zertifikat und eine Zollbescheinigung. Eine   österreichische Besucherin, die mit uns durch den nature trail   wanderte, riet mir, ich solle doch auf einen Baum klettern und   wenigstens die männliche Frucht mitnehmen, die würde keine Strafe   nach sich ziehen und sei doch viel imposanter... Daraufhin habe ich   sie mitleidig angesehen, habe aber den Eindruck, dass sie den Blick   erwidert hat.
Der Rundweg durch den dichten Palmenwald ist gut begehbar, gut   ausgeschildert und instruktiv. Wir sehen viele Palmenarten,   Zimtgewächse, Vanille, typische Vögel, riesige Fledermäuse (die   Fliegenden Hunde) und erfahren von der Führerin viel über die   Geschichte der Insel.
Anschließend haben wir uns die Strände   an der anderen Seite der Insel angesehen. Die Cote d´Or fanden wir   nicht so toll, obwohl täglich ein kostenloser Shuttlebus von uns aus   dorthin fährt. Lediglich am Ende des kilometerlangen Strandes war   eine schöne Ecke am Paradise Sun Hotel, das leider 550 Euro für die   Übernachtung im Doppelzimmer verlangt. Ein Stück weiter kommen wir   dann nach einiger Zeit an einen der schönsten Strände der   Seychellen, die viel gepriesene Anse Lazio. Da hat man uns   allerdings nicht zu viel versprochen, denn die Bucht ist in der Tat   traumhaft: feinster weißer Sand, flach abfallend mit leichten   Wellen, nicht der kleinste Stein, keine Koralle, keine Muschel, die   die empfindlichen Fußsohlen der Besucher drücken könnten.

Und dazu   große, Schatten spendende Bäume und Palmen, unter denen wir uns dann   niederlassen und verträumt in die Weite schauen. Das Wasser ist   sauber, hellblau bis dunkelblau; man kann sicher 10 m tief gucken und   sieht etwas weiter draußen auf dem hellen Meeresgrund die schwarzen   Mantas liegen, die den Sand am Meeresgrund aufwirbeln.
Leider ist es zu warm. Das Wasser ist   keine Abkühlung, es weht kaum ein Lüftchen und man traut sich nicht   in die Sonne. Allerdings ist der Sand seltsamerweise überhaupt nicht   heiß, man kann überall prima laufen.
Spektakulär sind natürlich die   Granitfelsen an beiden Seiten der Bucht. Es gibt zwei Restaurants   hier, aber keine Liegen, keine Sonnenschirme und keine Duschen. Das   ist sehr schade. Hier ein kurzer Rundumschwenk von der Bucht:
An der anderen Seite der Bucht gehe ich schnorcheln, was natürlich   in dem warmen und klaren Wasser sehr entspannend ist. Man kann dicke   Schildkröten, Mantas und die üblichen Tropenfische beobachten.   Allerdings sind hier kaum Korallen und dementsprechend auch keine   bunten Korallenfische oder größere Fische zu sehen. Die großen Landschildkröten kann man   übrigens auch in einem eingezäunten Gelände beobachten, das sich am   Parkplatz vor dem Eingang zur Bucht befindet. Vor allem für Familien   mit kleinen Kindern ist das eine große Attraktion. Hier ein kleines Video davon:
Um 16:00 Uhr fahren wir zurück und kommen gleichzeitig in den Genuss einer Inselrundfahrt, weil der Busfahrer an verschiedenen Hotels die Gäste absetzen muss. So sehen wir neben dem Berjaya das L´Archipel, das Acajou und das Coco de Mer, das uns wegen des schönen Strandes noch am besten gefällt.
Dienstag, 19.2. 2013
Eigentlich waren wir der Meinung, dass die Anse Lazio wirklich der schönste Strand von Praslin ist, haben den Eindruck allerdings korrigiert, nachdem wir heute an der Anse Georgette waren.
Die Anse Georgette ist Teil des Constance Lemuria Resorts, das am Nordwestende von Praslin zwischen zwei Buchten (der Anse Kerlan und der Anse Georgette) liegt.
Es ist ziemlich abgeschottet und man kommt ohne Genehmigung nicht hinein. Wir hatten uns zu einem Besuch angemeldet und erklärt, dass wir uns für den nächsten Urlaub die Zimmer, die Strände und die Anlage anschauen wollten. Ich hoffe, die freundliche Rezeptionistin hat nicht bemerkt, wie blass ich wurde, als sie mir die Preisliste aushändigte und ich erkannte, dass der Spaß für meine Frau und mich jeden Tag mehr als 1000 Euro kosten würde.
Sie wies uns freundlich den Weg zum Beach und wir kamen nach 25 Minuten Fußweg über den Golfplatz an der Anse Georgette an.

Der erste Blick war überwältigend: Die Bucht ist viel kleiner als die Anse Lazio, aber mindestens genau so feinsandig und hell, mit Palmen bewachsen und links und rechts mit großen Granitfelsen begrenzt. Wunderschön. Das Wasser war noch etwas kühler - schätzungsweise 28°C, während die Außentemperatur heute 33° C war. Außerdem waren nach kurzer Zeit nur noch fünf Leute am Strand, was uns sehr gefallen hat.

Meine Frau war begeistert von dem angenehm warmen Wasser und ich bin schnorcheln gegangen. Auch hier waren wieder viele Mantas zu sehen.
Diese Bucht wäre schon etwas für uns, wenn Liegen, Toiletten und Duschen vorhanden wären und man ein Apartment in der Nähe zu moderaten Preisen mieten könnte... Hier ein kleines Video von der Bucht:
Urlaub auf La Digue
Donnerstag, 21.2.2013
Heute siedeln wir nach La Digue über. Der Bus von Mason´s ist   pünktlich da und fährt uns zur Jetty, wo wir punkt 10:00 Uhr mit der   ziemlich vollen Personenfähre "Cat Rose" ablegen. La Digue ist nicht weit weg von   Praslin. Die Fähre braucht 15 Minuten für die ruhige Überfahrt. Vom   Heck aus sieht man in der Ferne noch den kleinen Hafen von Praslin,   während man vom Bug aus schon die Anlegestelle von La Digue erblickt. Die Granitfelsen an der Hafeneinfahrt erwarten uns.
Am Kai stehen alle Repräsentanten der Hotels und Gästehäuser, um die   ankommenden Gäste willkommen zu heißen und zu ihren Hotels oder   Pensionen zu fahren.
Auch auf uns wartet Chiara, die Public Relations Managerin von der La Digue Island Lodge.
In Zusammenarbeit mit Mason´s Travel   klappt ebenfalls hier der Transfer minutiös. Wir haben noch nie in   unserem Leben einen solchen Transferservice erlebt, der alles so   pünktlich und exakt erledigt wie hier auf den Seychellen. 5 Minuten   später steigen wir in einen Minibus und weitere 5 Minuten später   wieder aus, denn wir sind schon da. Unser Hotel liegt an der kilometerlangen Anse La Reunion an der Westküste der Insel. Bei einem kühlen   Willkommensdrink nimmt sich Chiara (Italienerin, die seit 14 Jahren   hier arbeitet) eine halbe Stunde Zeit für uns und erklärt   ausführlich alles, was wir wissen wollen bzw. was wissenswert ist.   Wir haben ein Garden Chalet gebucht und bekommen in dem großen   tropischen Gelände Haus 19, das nur 50 m vom Strand entfernt liegt.   Wir sind sehr zufrieden, weil es innen sehr geräumig ist, ein sehr   schönes großes Bad hat und vor allem eine Klimaanlage besitzt, die   leise läuft und gut kühlt. Über eine kleine Leiter sind oben auch   noch zwei weitere Betten zu erreichen. Alles sehr schnuckelig.
Hier eine kleine Fotogalerie von dem Hotel:
Am Strand vor   unserem Häuschen stehen genügend komfortable Liegen mit Auflagen zur   Verfügung und Schatten gibt es genug unter den Palmen und dem   dichten Baumbewuchs in dem gepflegten Garten.  Wir sind an der Anse La Réunion und schauen über das Meer auf die gegenüberliegende   Anlegestelle der Insel Praslin.  Die Lage ist noch besser als   in Praslin, weil hier ein wenig mehr Wind weht und das Wasser vor   uns zwar auch nur eine warme Badewanne darstellt, aber immerhin   während der Flut im vorderen Bereich zum Baden geeignet ist. Die   Reiseführer und Reisekataloge, die die Anse Reunion als   schwimmtauglich beschreiben, lügen alle.
So legen wir uns erstmal an den Strand   und gewöhnen uns an die hiesigen Verhältnisse. Der Strand besteht   aus feinstem weißen Sand, ist ein Naturstrand und ohne Unrat. Etwas   weiter im Wasser wächst Seegras, über das man zwar laufen, aber   nicht schwimmen kann, weil auch bei Flut nur 20 cm Wasser unter dem   Bauch sind. Wer also schlank und gut trainiert ist, für den ist es   kein Problem, aber für ältere Leute mit Hängebauch doch. Die sollten   die Seychellen meiden.
Mit der La Digue Island Lodge haben wir eine gute Wahl getroffen; wer   sich für das Hotel interessiert, kann sich die Webseite des Hotels   anschauen oder auch meine Beurteilung bei Holidaycheck lesen. Wir sind jedenfalls sehr   zufrieden mit allem, denn vor unserem Hotel ist ein Fahrradverleih   und ein Supermarkt, in dem wir alles zu einigermaßen erträglichen   Preise einkaufen können (Das Warsteiner Pils kostet 45 Rupien für   500 ml = 2,80 €, Cola, Sprite, Ginger Ale 17 Rupien für 330 ml = 1 €   und ein Liter Wasser auch). Im Hotel selbst sind die Getränke mit 70   Rupien deutlich teurer. Da wir im Chalet einen hervorragend   kühlenden Minikühlschrank haben, stopfen wir ihn täglich damit voll.   Den guten Whiskey haben wir uns aus dem Duty Free Shop vom Flughafen   in Mahé mitgebracht und gönnen uns so täglich eine gemütliche Happy   Hour bei Sonnenuntergang am Strand. Das ist wunderschön, denn die   Sonne geht neben der Insel Praslin jeden Abend glutrot im Meer   unter.
Leider kommen dann auch die Moskitos - das darf man nicht   verschweigen. Sie sind hier wunderschön grün-glänzend, mit   leuchtenden Augen und stechen blitzschnell - ohne dass man den   Einstich spürt. Ich habe jede Menge von diesen kleinen ekligen   Pusteln, die ungemein jucken und höhnisch lachen, wenn man Fenistil   von Novartis darauf schmiert, was rein gar nichts nützt.
Samstag, 23.2.2013
Fahrräder kosten pro Tag 100 Rupien   (= 6 Euro), haben keine Schlösser und man stellt sie einfach   irgendwo auf der Insel ab. Es klaut sie keiner - sehr komfortabel!   Die Fahrradverleiher haben überall in die Lenker ihre Zeichen   eingeritzt, sodass sie ihre Drahtesel wieder identifizieren können.   Wir haben uns für einen Tag Räder geliehen, um zunächst einmal zur Anse Source d`Argent zu fahren, denn zu Fuß ist es bei dem   schwülheißen Wetter einfach zu anstrengend - auch wenn der   weltberühmte Traumstrand nur 1 km von uns entfernt ist. Natürlich   muss man wieder 100 Rupien (= 6 €) Eintritt bezahlen, wenn man durch   den Naturpark Estate L´Union will. Da muss man nämlich hindurch, um   an den Ort der Begierde zu kommen.

Auf den ersten Blick sehen die   Granitfelsen beeindruckend aus, die aus dem weißen Sand herausragen   und von grünen Palmen und tropischen Bäumen umringt sind. Kein   Wunder, dass dieser Strand einer der meistfotografierten Strände   dieser Welt ist. Auf den zweiten Blick jedoch erkennt man, dass das   Wasser davor seicht, voller Seegras und mit steinigem Untergrund   ist. Ein Bach lässt überdies sein braunes Wasser hineinfließen und   färbt am Ufer alles entsprechend ein. Dann sieht alles nicht mehr so   toll aus. Wir haben jedenfalls auf Virgin Gorda, der Nachbarinsel   von Tortola in der Karibik, einen ähnlichen Strand gesehen, der   zudem blaues tiefes Wasser um die Felsen hatte, in dem man   fantastisch schwimmen und schnorcheln konnte. Damit ist es hier   nichts.

Bei Ebbe sieht es so aus wie auf meinen Fotos und bei Flut   ist der Strand verschwunden, weil das Wasser bis an die Felsen   reicht. Man kann wahrscheinlich nicht alles haben. Zumindest hier nicht.
Sonntag, 24.2.2014
Das Fahrradfahren auf La Digue   gefällt uns sehr gut, weil man so die Insel prima erkunden kann.   Unsere Sonntagsspazierfahrt geht zunächst durch das lebhafte Örtchen   La Passe zum Hotel L´Orangeraie, das wir eingehend inspizieren, weil   uns viele Leute erzählt haben, das sei das schönste auf La Digue.   Wir finden auch die Schwimmlandschaft mit superbequemen Liegen ganz   nett, aber alle Leute liegen dicht gedrängt nebeneinander. Der   Strand ist auch nicht besser und die besseren Häuschen liegen hinter   der Straße. Da gefällt uns die La Digue Island Lodge doch besser.

La Passe - das Dorf auf der Insel La   Digue
Die Versprechungen der Reiseführer und   der Reiseleiter sind aber auch nicht ganz zutreffend. Zunächst   einmal sollte die Anse Sevére ein weiterer Traumstrand sein,   an dem man schwimmen und schnorcheln kann. Als wir dort ankamen,   entpuppte sich der als der gleiche flache Strand wie die Anse   Réunion, an der wir wohnen, denn bei Ebbe kann man nicht schwimmen  und zum Schnorcheln ist er auch nichts. Das sieht man auf dem nächsten Bild ganz deutlich.

Deshalb fahren wir ein Stück weiter um die  Nordspitze der Insel herum und sind erstaunt, welch schöner Strand sich uns hier  als Anse Patates eröffnet:

Es ist der erste Strand, an dem das   Wasser wirklich türkisgrün und dann blau erscheint. Mit den   Granitfelsen an der Seite sieht er malerisch aus. So fahren wir   hinunter und suchen uns unterhalb des Patatron Hotels ein schattiges   Plätzchen unter den Palmen. Es ist total entspannend, hier im Sand   zwischen den Felsen zu liegen und durch die Palmen auf die   anbrausenden Wellen zu schauen. Die sind leider ziemlich unruhig,   wie ich feststellen muss, als ich mich mit Schnorchel und Flossen in   die Fluten stürze.

Durch den felsigen Untergrund laufen sie nämlich   nicht gleichmäßig auf das sandige Ufer zu, sondern überschlagen sich   völlig unkonventionell. Ergebnis: Gut für ein Badeerlebnis in   anbrausenden Wellen, aber nichts für gemütliches Schwimmen und   nichts fürs Schnorcheln, aber schön zum Relaxen. Da ich oberhalb der   Felsen eine Dusche des Hotels entdeckt habe, die man mit wenig   Kletterei erreichen konnte, fand ich den Besuch dieses Strandes   trotzdem sehr positiv. Hier ein kleines Video   von der Bucht:
Montag, 25.2.2013
Die Seychellen bestehen natürlich aus   wesentlich mehr Inseln als nur den drei näher bekannten Mahé,   Praslin und La Digue. Deshalb haben wir denn auch einen Trip auf die   Nachbarinseln Felicité und Coco Island gebucht. Mit einem schnellen   Kajütkreuzer sind wir zusammen mit 6 Franzosen und zwei Amerikanern   von der Anlegestelle in La Passe gestartet und mussten an den   Marine-Ranger erstmal jeder 200 Rupien ( = 12 Euro) in bar bezahlen,   damit wir in dem Marine Park schnorcheln und die Insel Ile Coco   betreten dürfen. Unsere Fahrt ging zunächst an der Anse Sevére und   Anse Patates vorbei, die wir ja vom Vortag schon kannten und dann   hinüber auf die wenige Kilometer entfernte Insel Felicité.   Diese war früher eine bekannte Urlaubsinsel für betuchte Prominente,   jetzt wird sie renaturiert und nichts ist mehr los - nur verfallene   Hütten sind zu sehen. Unser Boot ankert für eine Stunde zum   Schnorcheln. Das Wasser ist klar, man kann 15 m tief gucken, aber   die Korallen sind tot und die Fische nicht außergewöhnlich. Ein 1m   großer Barracuda schwimmt neben mir und schaut interessiert zu, wie   ich fotografiere. Ich kann einige Butterflyfish, Doctorfish und Angelfish beobachten,   die allerdings ungewöhnlich groß sind. Solche, einen halben Meter   große Exemplare, habe ich in Hawaii und im Roten Meer noch nicht   gesehen. Aber sonst ist nichts Interessantes zu entdecken.   Hier ein Video:
Deutlich besser ist es einen Kilometer   weiter im Marine Park von Coco Island. Das Boot ankert nicht,   sondern lässt uns heraus und wir schwimmen und schnorcheln um die   Granitfelsen. Hier gibt es in der Tat viel zu sehen: Das Wasser ist   so klar, dass man 30 m tief sehen kann, die Sonne dringt durch das   klare Wasser, sodass man die Farben der Fische deutlich erkennen   kann. Man kann Eagle Rays beobachten, befindet sich plötzlich in   dichten Schwärmen von Butterflies oder Angelfish, sieht unter sich   langsam die dicken Schildkröten am Seegras knabbern oder ganze   Schwärme von Neonfischen auf sich zukommen. Das ist in der Tat wie   in einem Aquarium. Hier macht das Schnorcheln Freude und die ganze   Fahrt hat sich deshalb schon gelohnt. Nach den beiden   Schnorchelstunden setzt uns das Boot auf Coco Island ab und wir   genießen ein erfrischendes Bad in dem kristallklaren Wasser. Das ist   wunderschön; die bunten Fische kommen bis an unsere Beine und das   Wasser ist nicht so warm wie bei uns am Strand der Anse Reunion.
Hier eine kleine Fotostrecke vom Besuch auf CocoIsland:
Nach einer Stunde verlassen wir Coco Island, das ohne Touristen eine schöne Robinsoninsel sein kann.
CocoIsland
Zum Schluss kommt allerdings das Beste: Der Bootsführer macht mit uns eine Rundfahrt um La Digue. Das steht zwar nicht auf dem Programm dieses Ausflugs, stößt aber auf lebhafte Zustimmung aller Fahrgäste. So kommen wir in den Genuss, die schönen Buchten zu sehen, an die man nur mit längeren Fußwegen über Dschungelpfade gelangt. Die Anse Marron sieht zwar toll aus, ist aber voll von angeschwemmtem Seegras, die Anse Coco ebenfalls. Wie bei der berühmtem Anse Source d´Argent muss man immer unterscheiden zwischen einer fantastischen Strandkulisse und guter Schwimmgelegenheit. Die entdecken wir dann in Form der traumhaft schönen Buchten Petite Anse und Grand Anse, als das Boot näher heranfährt. Hier ein Videoausschnitt:
Bei der Rückfahrt sehen wir die Grand   Anse vom Boot aus und sind begeistert: Da müssen wir hin!

Mit unserer La Digue Island Lodge sind   wir immer noch zufrieden, als es am Abend ein hervorragendes Büffet   unter freiem Himmel gibt und Folkloretänze dazu präsentiert werden.
Strände auf La Digue
Dienstag, 26.2.2013
Nachdem wir vom Boot aus die tollen   Strände gesehen haben, wollen wir natürlich unbedingt dorthin. Also   leihen wir uns wieder Fahrräder und machen uns auf zur Erforschung   der Strände im Süden der Insel.
Unser Fahrradverleiher muss aber erst   einsam stehen gelassene Fahrräder auf der Insel einsammeln, bevor   wir alle ein passendes finden. Hier kommt er gerade freihändig mit   drei Fahrrädern gleichzeitig an.

Er erzählt uns, das Fahrräder zwar   nicht geklaut werden, aber häufig irgendwo stehen gelassen werden,   weil man keine Lust hat sie zurück zu bringen. Das ist kein Wunder,   denn niemand schreibt den Namen des Ausleihenden auf. Es werden halt   nur die Leihgebühren kassiert.
So fahren wir los, nachdem wir unsere Badesachen in den Korb auf dem Gepäckträger gepackt haben.  Auch wenn es über eine gut befahrbare schattige Straße geht, ist das   Fahrradfahren hier bei 33 °C eine schweißtreibende Angelegenheit.

Am Ende der Straße zur Grand Anse ist ein Strandrestaurant,   wo man sein Fahrrad stehen lässt und zu Fuß weitergeht. Das machen   viele und es sieht dann sehr bunt aus.

Hier gibt es sogar eine   provisorische Toilette und eine Dusche, die man für 20 Rupien (   =1,20 €) benutzen kann.
Ein schmaler Pfad führt durch den Tropenwald und über den   Granithügel, der die Bucht begrenzt.

Sehr komfortabel. Und der Strand dahinter ist natürlich eine Wucht. Das Wasser auch - nicht so warm und wunderbar klar. Wellen sind auch da für diejenigen, die es etwas kräftiger wünschen. Man wundert sich, wo alle die Leute geblieben sind, deren Fahrräder vor dem Restaurant stehen.

Aber es verteilt   sich alles, denn die Bucht ist ziemlich groß. Die meisten bleiben in   der Mitte der Bucht, andere wandern aber weiter - wie wir auch. Allerdings geht es nicht so einfach weiter wie bisher. Man muss ziemlich klettern. Der Weg erfüllt die 4-Stiefel-Bedingung der Studiosus-Kataloge,   sodass man die Beine richtig strecken muss. Hier ist nichts mehr mit   Fahrradfahren. Zu den nächsten Stränden kommen nur noch Wanderer.

Wer über den   Hügel geklettert ist, der wird anschließend mit einem grandiosen Blick   auf die Bucht belohnt. Das ist die Petite Anse, die noch  schöner zum Schwimmen ist als die Grand Anse.

Wir nehmen ein ausführliches Bad und   lassen uns in den Wellen schaukeln. Über uns ein traumhaft blauer   Himmel mit einigen Wolken, die ab zu das grelle Licht in sanfte Töne   verwandeln. Wunderbar. Klares Wasser, weißer, makelloser Sand so   fein wie in einer Sanduhr. Keine Steine, kein Seegras, keine   Korallenreste oder Muscheln. Es stehen zwar nur drei oder vier   Palmen zwischen den Sträuchern, die ein schattiges Liegeplätzchen   schaffen, mehr ist aber auch nicht nötig, denn es sind kaum Menschen   hier.
Man kann also nur jemandem raten, der   auf La Digue Urlaub machen will, sich ein Fahrrad zu mieten und zum   Schwimmen zu einem dieser beiden Strände zu fahren. Ein toller   Strand. Wer abenteuerlustig und neugierig ist, wandert den schmalen   Dschungelpfad einfach weiter zur nächsten Bucht. Wir haben es nicht   gemacht, weil an der Anse Cocos so viel Seegras lag. Man muss dann   schon bei Flut dort sein. Die Wanderung zur Anse Marron haben wir   ausgelassen, weil wir vom Boot aus gesehen hatten, dass sie auch nur   etwas zum Fotografieren und nicht zum Schwimmen ist.
Mittwoch, 27.2.2013
Wir hatten im Reiseführer gelesen,   dass man sich unbedingt noch einmal die Anse Source d´Argent beim   Sonnenuntergang ansehen sollte, weil dann die Touristen verschwunden   seien und die Beleuchtung der Felsen so wunderschön sei. Das war in   der Tat so: Als wir mit dem Fahrrad um 17:30 Uhr dort ankamen, waren   nur noch einige ambitionierte Fotografen da, die mit ihren   Spiegelreflexkameras und Stativen auf den Sonnenuntergang warteten.   Ich kam mir mit meiner kleinen Lumix ganz minderwertig vor, als ich   das Equipment da sah. Aber der Strand war menschenleer. Wir setzten   uns einfach in den Sand und schauten fasziniert dem Sonnenuntergang   zu, während dessen sich Sand, Wasser und Felsen immer dunkler   färbten.

Ich machte eine Aufnahme nach der   anderen und konnte mich von diesem wunderschönen, friedlichen   Anblick gar nicht trennen. Das Farbenspiel war beeindruckend und ich   habe mit Photoshop zu Hause ein Panorama von 120x40cm erstellt, das   mich jedes Mal an diesen Moment erinnert. Allein dafür würde ich   gern noch einmal auf die Seychellen - und zwar unbedingt nach La   Digue - fahren.
Urlaub auf Mahé
Donnerstag, 28.2. 2013
Wir nehmen Abschied von La Digue und   stehen früh auf, weil die Fähre um 8:30 Uhr nach Mahé ausläuft. Wir   gönnen uns nur ein kurzes Frühstück, um pünktlich um 8:00 Uhr am   Anlegen zu stehen. Als wir dort ankommen, sind wir stinksauer, weil wir nicht in die Fähre   einsteigen dürfen, die direkt nach Mahé fährt. Da wir zu Hause den   Transfer mit DerTour gebucht haben, müssen wir die kleinere Fähre   "Cat Rose" nach Praslin nehmen und dann dort in die große Fähre   umsteigen, die jetzt gerade hier in La Digue nach Mahé ablegt. Das ist sehr ärgerlich. Was   uns auch niemand vorher gesagt hat: Es gibt unterschiedliche   Kategorien bei der Buchung: Innenraum oder Oberdeck. Das Oberdeck   ist die bessere Wahl. Das merken wir erst, als wir im Hafen von   Praslin in die große Fähre einsteigen. Hier wird uns nämlich das   Betreten des Oberdecks verwehrt, weil wir blaue Tickets haben, die   dazu nicht berechtigen. So werden wir gezwungen, den stark   unterkühlten Innenraum der Fähre für die Überfahrt zu nutzen,   während andere sich im frischen Fahrtwind des Oberdecks sonnen   dürfen. Nach dem Ablegen finden wir einen Weg, nach draußen zu   kommen und setzen uns auf die Treppe zum Oberdeck.
Die Überfahrt lässt sich ganz interessant an, aber nachdem wir   Praslin verlassen haben, dreht der Katamaran so auf, dass wir auch   dort von den aufschäumenden Wellen ganz nass werden. Das Schiff   schaukelt ziemlich heftig, sodass die Passagiere im Innenraum   schreien, einige übergeben sich und andere, die sich wie wir nach   draußen gerettet haben, werden klatschnass. Das Schiff schaukelt so   stark, dass jeder, der als Kind nicht genug Zeit auf dem   Schaukelpferd verbracht und geübt hat, dies in 75 Minuten   komprimiert und im Quadrat nachholen muss.
Victoria ist ein lebhaftes Städtchen.   Das merken wir sofort an dem ungewohnten Verkehr hier. Wie schön   ruhig war das doch mit Ochsenkarren und Fahrrädern auf La Digue!   Über die Berge geht es in einem Wagen von Mason´s mit drei anderen   Personen über die Berge auf die Ostseite der Insel. Nach 40 Minuten   kommen wir im Constance Ephelia Resort an.

Wir sind sehr gespannt auf die   Anlage, die uns unser Sohn empfohlen hat und wollen uns ein paar   Tage Luxus gönnen, den es zu einem Sonderpreis gegeben hat.
Wir sind erstaunt über die Größe der Anlage, die sich über 120   Hektar erstreckt, 2010 eröffnet wurde und mehrere Strände enthält.   Unser erster Eindruck ist sehr positiv, weil unsere Junior Suite 62   m2 groß ist, ein fantastisches Bad und alles aufweist,   was man sich wünschen kann. Der große Flachbildschirm an der Wand   ist ein supermodernes Kommunikationszentrum, von dem aus sich alles   steuern lässt: TV-Programme aus der ganzen Welt mitsamt dem ZDF   (selten), Internet, Hotelinfos, Filme. Die Champagnerflasche im   Eiskübel steht auch bereit. Der Boy aus Mauritius braucht 20   Minuten, bis er uns alles erklärt hat. Beeindruckend.
Freitag, 1.3. 2013
Wir benötigen erstmal einen ganzen   Tag, um uns im Resort umzuschauen. Wer Luxus, Wellness und   sportliche Aktivitäten sucht, der findet alles hier im Überfluss.   Die Anlage erstreckt sich über gesamte Halbinsel mit den Hügeln und   dem Mangrovenwald. Wie das   Lemuria Resort auf Praslin, das zur gleichen Kette gehört, ist es   sicherlich eine der schönsten Hotelanlagen auf der Insel. Wenn Sie   sich dafür interessieren, lesen Sie   meine Beurteilung bei Holidaycheck .

Die beiden Luftaufnahme stammen von der Webseite des Constance Ephelia Resorts. Einmal ist der Strand an der Südseite mit dem kleinen Inselchen zu sehen und auf dem anderen Bild der Strand an der Nordseite, der sich besser zum Schwimmen eignet:

Leider ist der Strand nicht immer ein solcher Bilderbuchstrand wie auf dem Werbefoto des Hotels. Davon berichte ich noch später.
Wir wohnen in einer Junior Suite an der Bucht gegenüber dem kleinen Inselchen im Vordergrund, das sich deshalb auch "Islet Island" nennt.

So sieht die Bucht bei Ebbe aus: nicht   sehr einladend. Das Inselchen im Hintergrund ist zu Fuß über dichtes   Seegras am Boden zu erreichen (Bild rechts). Schwimmen kann man   allerdings nicht, dazu ist das Wasser nicht tief genug.
Wenn Flut und schönes Wetter ist, ist   das Inselchen ein Südseetraum. Das Wasser davor ist wunderbar klar.   Fische sind zwar keine zu sehen und schwimmen kann man auch nicht,   aber man kann sich an den kleinen Sandstrand oder ins Wasser setzen   und den Tag einfach genießen.


Samstag, 2.3.2013
Heute   wollen wir nach Victoria, denn es ist Markttag. Um 9:00 Uhr fährt   uns der Shuttlebus des Hotels zu dem Hauptstädtchen. Unterwegs   fotografieren wir die Bucht vor , vom Hügel La Misere aus.
Man kann von oben sehr gut die   Landgewinnung des Staates durch die aufgeschütteten Inseln sehen,   die als neue ( und teure) Wohngebiete Investoren anziehen sollen und   verhindern sollen, dass an den Berghängen zu viel gebaut wird. Vorn   rechts nennt sich der langgestreckte Inselzug "Roche Caiman"),   dahinter liegt Eden Island mit Luxusvillen, die ähnlich wie in Dubai   konzipiert wurden. Die spitze Bergkuppe im Hintergrund gehört zur   Insel Sainte Anne, davor liegt die Île aux Cerf. Auf der linken   Seite kann man auch die kleine künstliche Insel Île Romainville mit   den Windrädern erkennen, die als eines der neuen   Energie-Power-Projekte geschaffen wurde.

Viele Russen und Araber haben inzwischen hier ihr Geld investiert. Im Übrigen ist auffällig, dass der Einfluss der Araber hier sehr stark ist. Wir finden auf fast allen Produkten arabische Beschriftungen, selbst auf Coladosen, Ginger Ale oder Schweppes Tonic Water ist das Zeichen UAE mit dem entsprechenden EAN-Code zu sehen.
In Victoria angekommen, machen wir erst einmal einen Spaziergang zum Markt, denn heute ist Samstag und Einkaufstag.
Auf dem Markt herrscht ein reges   Treiben. Man muss unterscheiden zwischen den Einheimischen, die   Fische, Gemüse und Obst einkaufen - und den Touristen, die billige   Kleidung und Souvenirs suchen.   Natürlich werden vor allem Gewürze, Früchte und Fische angeboten. Zu   einer kreolischen Mahlzeit gehört in jedem Fall Fisch. Viele   Thunfische und Snapper werden verkauft, dazu auch die Riff-Fische.   Dazwischen halten die kreolischen Marktfrauen ein Schwätzchen. Hier   geht alles sehr geruhsam zu: Keine Marktschreier, keine aggressiven   Verkäufer. Im Vergleich zu den kreolischen Märkten in der Karibik   ist auch das Angebot eher bescheiden. Ich konnte zum Beispiel nicht   einmal ein T-Shirt aus Pima-Cotton bekommen. Auf der ganzen Insel   kennt man keine derartige feine Baumwolle. Die Tücher und Stoffe   hier sind einfachste Batik-Textilien aus Indien. Allerdings ist   alles sehr teuer. Ein T-Shirt mit typischen Seychellensymbolen   bedruckt kostet umgerechnet 22 Euro. Der Sprit an den wenigen   Tankstellen auf der Insel 22 Rupien pro Liter (= 1,32 €).
Hier eine kleine Fotogalerie mit unseren Eindrücken vom Markt:
Victoria ist die kleinste Hauptstadt   der Welt. Es sind zwar viele Leute unterwegs, aber die meisten sind   Touristen. Wir schlendern über die Independence-Street, besichtigen   den Hindutempel  und das Kewyn-Jouse, bevor wir uns in die   Kneipe "Pirate Arms" setzen und das Treiben auf der Straße   beobachten.
Gegen Mittag wird es leer in der Stadt und am Nachmittag schließen   alle Geschäfte. Es ist jetzt Wochenende.

Sonntag, 3.3.2013
Seltsames Wetter heute, als wir um   halb acht beim Frühstück sitzen. Blauer Himmel in der Mitte zwischen   den Bergen  und Nieselregen an den Rändern. Wir wollen den   Nordstrand kennenlernen und spazieren dorthin. Die 20 Minuten Fußweg   in der Hitze sind ganz schön schweißtreibend. Obwohl es nur 29°C   sind, sind es gefühlte 35 Grad, weil die Luftfeuchtigkeit auch sehr   hoch ist.

Der Strand sieht nicht gut aus; alles   ist voller Seegras. Eine Putzkolonne fegt dauernd das Seegras weg   und wirft es hinter den Liegen zwischen die Bäume. Das Seegras wird   nicht wie in La Digue am Strand vergraben, sondern aufgehäuft. Darüber freuen   sich die Sandflöhe, für die ist das nämlich ein Schlaraffenland.
Das Schwimmen macht keinen Spaß. Beim Schnorcheln wickelt sich oft   etwas von dem Seegras um den Schnorchel oder die Taucherbrille.   Manchmal streicht mir etwas kratzend über den Rücken oder die Beine,   sodass ich irritiert bin, ob nicht doch irgendein bösartiger Fisch   Gefallen an mir findet. Viel ist auch nicht zu sehen, denn der   aufgewühlte Sand macht das Wasser milchig-trüb. Auch die Korallen   vor der Bucht sind alle mit Sand überspült. Nur wenige Fische sind   zu beobachten.

Allerdings   sieht die Lage am Nachmittag an demselben Strand schon wesentlich   besser aus: Jetzt ist das gesamte Seegras weggefegt worden und es   herrscht Ebbe.

Der Wind hat sich ein wenig gelegt und   das Seegras schwimmt weiter draußen. Jetzt macht das Schwimmen mehr   Spaß.
Wir erinnern uns daran, was uns viele über das Klima der Seychellen   gesagt hatten: Je nach Lage des Strandes an der Nordwestecke oder an   der Südostküste wird Seegras durch den entsprechend wechselnden   Monsun angespült. Wir wären also doch besser zu einer anderen Jahreszeit hierhin   gefahren. Am besten also im April/Mai oder im September/Oktober.   Mein Sohn, der im Mai hier war, weiß nichts von   Seegras-Anschwemmungen; auf seinen Fotos ist auch kein Seegras zu   erkennen.
Strände auf Mahé
Montag, 4.3.2013
Mahé besteht natürlich nicht nur aus dem Constance Ephelia Hotel,   sondern aus einer Insel mit einer Ausdehnung von 34 km von Norden   nach Süden und 8km in der Breite.
Wir haben uns einen Guide aus Takamaka gemietet, der uns auf der   Insel herumfährt und alles erklärt, was wir wissen wollen.
Er heißt Jude und ist Freelancer, das heißt, er hat sein   Touristik-Examen erfolgreich absolviert und verdingt sich als   selbstständiger Guide bei Creole oder Mason´s, das sind die beiden   großen Touristikunternehmen auf den Seychellen.
Er fährt mit uns über die engen Serpentinen zu der alten   Kapuziner-Mission hoch oben auf dem Berg Direkt daneben liegt der   Morne Seychellois, die höchsten Erhebung der Insel mit 905 m. Leider   regnet es und die Sicht auf die Stadt Victoria ist miserabel. Da war   das in der vorigen Woche schöner, als wir mit dem Shuttlebus des   Hotels einen Fotostopp auf La misere machten.
Auf der Fahrt um die Nordspitze von Mahé finden wir einige winzige   Buchten, die malerisch, aber nicht zum Schwimmen geeignet sind. Der   berühmte Beau Vallon Strand reißt uns auch nicht vom Hocker.   Er ist zwar schön anzuschauen, aber im Wasser schwimmt viel Seegras   und schöner als unser Northbeach im Ephelia ist er auch nicht.

Beau Vallon Bay
Das   Hotel Berjaya Beau Vallon schauen wir uns etwas näher an, weil wir   das zuerst buchen wollten, sind aber schließlich froh, dass wir es   nicht gemacht haben. Vielleicht hängt es aber auch mit dem Wetter   zusammen, dass die Strände nicht so einladend aussehen, denn der   Himmel ist wolkenverhangen und grau. Es ist unerträglich schwül und   drückend; die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass der Schweiß aus   allen Poren bricht.
Im Künstlerdorf Domaine de Val des Pres sind wir die einzigen   Besucher. Außer vielen Moskitos ist aber auch dort nichts   Interessantes zu finden. Eine Coco de mer vielleicht für 300 Euro,   die ich hätte mitnehmen können - sonst einfacher Touristenkram. Auf   Nachfragen gibt Jude zu, dass dieses "Künstlerdorf" nur für   Touristen zum Einkaufen von Souvenirs  errichtet wurde. Alle   Busse würden hier hinfahren..
Wir erklären ihm. dass wir gern im kristallklaren Wasser schwimmen   und schnorcheln möchten und zählen die Strände auf, über die wir   tolle Berichte im Internet gelesen haben. So steigen wir denn an der Anse Royale aus, sind aber dann doch nicht zufrieden, denn   auch hier ist es flach, steinig und voller Seegras. Guide Jude weiß   nicht, was er uns noch anbieten soll, wir würden ja schnorcheln   wollen und da müsse eben das Riff relativ gut erreichbar sein. Das   ist uns zwar klar, aber wir möchten schließlich schwimmen und nicht   im knietiefen Wasser über die Steine waten.

Anse Royale
Das ist beim nächsten Strand am neu renovierten und wirklich schönen   Allamanda-Hotel zwar der Fall und wir inspizieren alles mit einem   Drink im modern gestalteten Poolbereich, aber als wir zuschauen, wie   ein Pärchen beim Einstieg ins Wasser den felsigen Untergrund   überwinden muss, verzichten wir auch hier auf den vermeintlichen   Traumstrand an der Anse Forbans.

Strand am Allamanda-Hotel an der Anse Forbans
So führt uns denn Jude in der Nähe seines Hauses in Takamaka an den   Strand, wo er als Kind jeden Tag geschwommen ist: an der Anse   Intendance. Hier liegt das Banyan Tree Hotel und man kann links   daran vorbei über den Feldweg an den Strand fahren, wo es sogar eine   Toilette und eine Dusche als Überbleibsel eines geschlossenen   Restaurants gibt. Das wissen natürlich nur Insider. Am Ende des   Weges erblickt man dann einen wunderbaren Strand.
Anse Intendance
Das Wetter   ist zwar nicht besonders, aber uns gefällt der Strand und auch das   Schwimmen in dem wunderbar klaren, türkisgrünen Wasser. Ohne Seegras   und ohne Steine. Herrlich.
In unseren Augen ist das die schönste Bucht der Insel: Langgezogen   mit breitem Sandstrand, der auch bei Flut nicht überspült wird, mit   Wellen und schattigen Plätzen unter Palmen. Allerdings sind die   Liegen darunter meist von den Gästen belegt, die dort den direkten   Zugang zu ihren teuren Beachvillas haben. Schließlich ist das Banyan   Tree ein 5-Sterne-Hotel mit ziemlich hohen Preisen, auch wenn es   nach Auffassung von Jude eine Renovierung nötig hat.
Da wir auf unserer Liste noch andere Strände haben, fahren wir an   der Baie Lazare vorbei zur Anse Soleil und zur Petite Anse. Diese wird im Internet ebenfalls als schönste Bucht   der Insel genannt. Sie liegt im inneren Bereich des Four Seasons   Hotels und man kommt nur durch den Hotelzugang an den Strand. Da wir   uns aber zu einem Besuch angemeldet haben, können wir einen Blick   von der Rezeption aus auf die Bucht werfen.
Das reicht uns aber nicht, denn wir wollen uns den Strand ansehen.   Wir hätten uns zwar schöneres Wetter gewünscht, um die vielfältigen   Farben einzufangen, aber es regnet wenigstens nicht, als wir mit dem   Buggy die steilen Wege zum Strand gefahren werden. Diese Fahrerei    mit dem Buggy ist sicher ein Nachteil in  dieser weitläufigen   Hotelanlage mit vielen Hilltop-Villas und nur wenigen Garden-Villas   am Strand. Der ist aber wirklich schön.

Er wird zu beiden Seiten von   malerischen Felsen begrenzt und in der Mitte ist wunderbarer   Sandstrand mit klarem Wasser, Wellen und schattigen Plätzen unter   Palmen.


Der letzten Strand, den wir fotografiert haben, ist der Beach vom   Maia Luxury Resort an der Anse Louis. Jude erzählt uns, dass das   Hotel mehrere Preise gewonnen hat. Wir verzichten aber auf eine   Besichtigung, weil es anfängt zu regnen.
Das war´s von den Stränden. Danach sind wir nämlich wieder in unser   Hotel Constance Ephelia gefahren und waren mit unserer Wahl wieder   sehr zufrieden. Leider änderte sich am Wetter nicht mehr viel und   auch nicht an den Moskitos, die mich weiter stechen.

Dienstag, 5.3.2013
Am   Morgen wandern wir durch den Mangrovenwald zu dem kleinen Geschäft   auf der Straße, um uns für den Rest der Zeit mit Getränken   einzudecken. Wir ärgern uns nämlich immer noch über die horrenden   Getränkepreise in unserem Hotel. Für ein Glas Bier bezahlen wir   nämlich umgerechnet 9,30 €. Da ist es ganz gut, dass uns Jude   gezeigt hat, wo die Geschäfte zu finden sind. Eine halbe Stunde   laufen muss man aber schon.

Das Ephelia Resort macht viel Reklame   für den Mangrovenwald, in den es eingebettet ist. Es hat wohl auch   die Baugenehmigung nur bekommen, weil es die Erhaltung dieses   Wasserschutzraumes garantiert hat. Aber nachteilig ist es schon,   wenn ich an die Moskitos denke, die mich täglich gestochen haben.

Mittwoch, 6.3.2013
Letzter Tag im schwülen Paradies.   Das Wetter scheint besser zu werden, aber über dem Berg hängen nach   wie vor die Regenwolken.
Ich wandere heute über die Trails und   stelle fest, dass ich dem Hotel Unrecht getan habe, wenn ich über   das viele angeschwemmte Seegras und die fehlenden   Schwimm-Möglichkeiten geschimpft habe. Als ich nämlich auf dem   Hubschrauberlandeplatz stehe, um von dort meine Panoramafotos von   der Bucht mit der kleinen Insel zu machen, stelle ich fest, dass ein   kleiner Trail durch die Büsche zur Anse Tousalo führt, die ich   bisher noch gar nicht beachtet hatte. Und was stelle ich fest? Ein   Traumstrand eröffnet sich meinen Blicken.

Und als ich diesen Strand entlang wandere, finde ich den Durchgang   zur Anse Anglais, die ebenfalls ein wunderschöner kleiner   Privatstrand ist. Desgleichen auf auf der anderen Seite am   Nordstrand , wo von den Beach Villas aus ein kleiner Pfad zum Beach   zwischen den Granitfelsen abzweigt.
Schade, dass ich diese schönen Buchten nicht früher entdeckt habe!   Das hätte auch meine Meinung über die Strände des Resorts deutlich   angehoben.
Donnerstag, 7.3.2013
Abflug und Zeit für eine Rückschau auf   die drei Wochen im Paradies. Ich schreibe auf, was mir besonders in   Erinnerung geblieben ist:
Das waren die   Seychellen
Hinfahren werde ich nicht mehr,   weil es mir zu heiß, zu feucht und zu teuer ist. Vor allem sind mir   zu viele Moskitos hier. Vielleicht liegt das ja tatsächlich an der   falschen Zeit. Es kann ja durchaus sein, dass man im April oder   Oktober größere Chancen hat, Traumstrände mit klarem Wasser und ohne   Seegras zu finden. Unser Guide Jude sagte uns das jedenfalls. Und   wem sollte man sonst glauben, wenn nicht jemandem, der hier   aufgewachsen ist? Was die Temperaturen und die Moskitos angeht, so   bleiben seiner Meinung nach aber die Bedingungen ziemlich gleich.
Praslin hat mir gut   gefallen. Es war unsere Einstiegsinsel und wir haben wichtige   Erfahrungen gesammelt. Die Indian Ocean Lodge  lag zwar nicht   am idealen Strand, dafür war die Anlage klein und persönlich. Wir   waren nur 20 Meter von einem schattigen Plätzchen unter den Palmen   entfernt, der durch einen leichten Wind die Hitze erträglich werden   ließ. Der Blick aufs Meer und die Sonnenuntergänge  waren   wunderschön, aber vermisst habe ich einen Strand zum Schwimmen und   Schnorcheln. Man konnte die Traumstrände im Norden nur erreichen,   wenn man mit dem Bus oder (relativ teuren) Taxi dorthin fuhr.
La Digue fand ich am schönsten.   Das lag einerseits an den schönen Stränden, die mir wirklich gut   gefallen haben. Zum anderen aber auch an der Unterbringung, den   schmackhaften Buffets und dem persönlichen Service in der La Digue   Island Lodge. Der Supermarkt nebenan hat außerdem unsere Reisekasse   deutlich entlastet. Wer die Insel preiswert haben möchte und mit   einer Pension als Unterbringung zufrieden ist, findet eine große   Zahl von Gästehäusern, die ebenfalls eine sehr persönliche Betreuung   zu gerade noch erträglichen Preisen anbieten. Alle sind sehr   freundlich gewesen. In der Indian Ocean Lodge hat mir der Manager   meinen Schnorchel vom Speedboot geholt, den ich tags zuvor bei einem   Ausflug dort liegen gelassen habe. Und das Zimmermädchen, dem wir   ein Trinkgeld auf den Tisch in unserem Häuschen gelegt hatten, hat   sich mit einer netten Bett-Dekoration bei uns bedankt. Die   italienische Public Relations Managerin Chiara hat dafür gesorgt,   dass alles reibungslos klappt.
Nachteilig ist halt, dass man zum   Schwimmen immer mit dem Fahrrad an einen weiter entfernten Strand   fahren muss. Da aber der Weg zur Grand Anse bzw. zur Petite Anse auf   glatter Straße durch den schattigen Urwald durchaus akzeptabel ist   und sich am Ende ein Restaurant mit Toilette und Dusche befindet,   würde ich das in Kauf nehmen. Und zum Schnorcheln würde ich dann von   La Digue aus mit dem Boot in den Marine Park um Coco Island oder   eine andere der kleinen Inselchen fahren. Dort waren die Sichtweite   und Unterwasserwelt durchaus Weltklasse, zumal man damit rechnen   kann, bei häufigerem Besuch noch andere Fische zu Gesicht zu   bekommen.
Mahé war nicht schlecht.    "Pas mal" sagen die Seychellois und lächeln dabei. In ihren Augen   ist das das höchste Lob. Jude erklärte uns, dass man die Seychellois   auch an ihrem breiten Lächeln erkennen könne, denn das hätten nur   die Einheimischen. Die vielen Bediensteten, die aus Bangladesh, Sri   Lanka oder Indien hier arbeiten würden, hätten dieses Lächeln   einfach nicht. Irgendwie stimmt das auch, wenn man sich die Menschen   näher ansieht. Öfter ist uns aufgefallen, dass sie schlecht   ausgebildet sind und wenig verdienen. Aber sie bemühen sich alle. Es   hängt sehr stark vom Management ab, welche Leistungen erbracht   werden.
Wenn ich aber das   Preis-Leistungs-Verhältnis betrachte, so gibt es viele Stellen auf   der Welt, an denen für dieses Geld deutlich mehr geboten wird.   Familien rechnen vielleicht anders, denn im Constance Ephelia sind   zum Beispiel alle Kinder bis 11 Jahre frei - und das bei einem   fantastischen Freizeitangebot. Es sind in der Tat auch viele   Familien mit Kindern hier. Und man kann natürlich einen Trick   machen, denn ab 15.4. werden alle Hotels deutlich billiger, weil das   eine Saison ist, in der es nirgendwo in Europa Schulferien gibt.   Außerdem gibt es doch relativ viele Pensionen und Gästehäuser mit   familiärem Anschluss und akzeptablen Preisen. Wer also die   Seychellen mit geringeren Ansprüchen hinsichtlich der Strandlage und   der Pool-Landschaften besuchen will, kann eine Menge Geld sparen.
Zu dieser Zeit wechselt auch der Monsun seine Richtung . Es ist dann   wärmer, regnet weniger und es weht weniger Wind. Aber deshalb gibt   es dann auch kein Seegras an den Stränden.
Also ade, liebe Seychellen! Bleibt von mir aus so elitär und teuer.   Es war schön, euch besucht zu haben, denn demnächst werden noch   viele Generationen von Russen, Arabern und Asiaten die Preise   hochschrauben, sie investieren nämlich hier kräftig. Dann wird ein   Besuch unerschwinglich sein.
Im Gedächtnis bleiben wird mir in jedem Fall die wunderschöne Anse   Source d´Argent bei Sonnenuntergang.


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